Pflegekosten: Ministerin fordert Eigenbeteiligung nach Einkommen
Autor: Nadine Wüste
Deutschland, Donnerstag, 05. Februar 2026
Die Kosten für einen Pflegeplatz werden von Jahr zu Jahr teurer. Die Pflegekasse übernimmt nur einen Teil der Kosten. Könnte eine solidarische Umverteilung die Lösung sein?
Wer mehr verdient, soll mehr zahlen. Diesen Vorschlag brachte nun Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos) laut Informationen des rbb ins Spiel. Eine solidarische Pflegereform müsse her.
Der Eigenanteil an den immer höheren Pflegekosten solle von Vermögen und Einkommen abhängig sein, so Müller. Wer einen Pflegeplatz benötigt, ist aktuell schnell bei monatlichen Kosten von durchschnittlich 3245 Euro Eigenbeteiligung, wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) jüngst für das Jahr 2026 berichtet.
Pflegeheimkosten: Künftig nur bezahlbar durch Umverteilung?
Betrachtet man die durchschnittlichen Renten in Deutschland, kommt schnell die Frage auf, wer die Eigenbeteiligung bezahlen soll. Frauen erhalten eine Rentenzahlung in Höhe von durchschnittlich 940 Euro, Männer liegen bei etwa 1500 Euro.
Positiv kann aufgefasst werden, dass die Beteiligung der Pflegekasse an den Heimkosten mit der Dauer des Aufenthalts steigt. Wer bis zu 12 Monaten in einem Pflegeheim lebt, erhält 15 Prozent des Eigenanteils als Zuschuss. Wer mehr als 36 Monate in einem Pflegeheim lebt, kann mit 75 Prozent des Eigenanteils rechnen, wie unter anderem die Verbraucherzentrale informiert. Eine Rolle spielt hierbei vor allem auch der Pflegegrad, der ebenfalls gestaffelt ist.
Je nach Pflegegrad können monatliche Leistungen zwischen 805 Euro und 2096 Euro bezogen werden. Nicht nur für die Betreuung im Heim gibt es Leistungen. Wenn Angehörige, Nachbarn oder andere Bezugspersonen pflegebedürftige Menschen zu Hause betreuen, kann auch hier ein Antrag für Leistungen gestellt werden. Pflegekassen verlangen jetzt teils Kontoauszüge, um Leistungen beurteilen und gerecht verteilen zu können.
Grundlegende Finanzreform geplant - Bundesgesundheitsministerin schließt sich an
Dass das Pflegesystem neu aufgestellt werden muss, dem schließt sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) an. Bis Ende des Jahres soll eine grundlegende Finanzreform für die Pflegeversicherung vorliegen.
Müller betont dabei, dass die Pflegeversicherung keine private Vollkasko-Versicherung ist, sondern eine Solidargemeinschaft. "Pflegebedürftige mit hoher finanzieller Leistungsfähigkeit sollen weiterhin einen angemessenen Eigenanteil tragen", so Müller gegenüber dem rbb.