Neue Gesundheitsgesetze: Patientinnen und Patienten zahlen mehr
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Berlin, Mittwoch, 29. April 2026
Die Bundesregierung plant höhere Zuzahlungen und strengere Regeln für Versicherte, um die Krankenkassen zu entlasten. Mit neuen Gesetzen sollen Kosten im Gesundheitswesen gesenkt und Beitragserhöhungen verhindert werden.
Patientinnen und Patienten müssen sich auf erhöhte Zuzahlungen und einige Einschnitte einstellen, um eine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge im kommenden Jahr zu vermeiden. Das Kabinett soll heute Gesetzespläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verabschieden, die auch Ausgabenbegrenzungen bei Praxen, Kliniken und Pharmaherstellern vorsehen.
Nach den letzten Änderungen soll der "Puffer" gegen höhere Beiträge kleiner ausfallen als ursprünglich geplant. Die Kassen protestieren gegen die Kürzungen von Steuermitteln. Warken verteidigte die Pläne gegen Kritik.
Höhere Zuzahlungen, weniger Leistungen: Kabinett verabschiedet neue Gesundheits-Gesetzespläne
"Wir meinen, ein sehr ausgewogenes Paket vorgelegt zu haben", sagte sie im "heute journal" des ZDF. An den Einsparungen sollten sich mit Kliniken, Ärzten, der Pharmabranche und den Versicherten alle beteiligen.
Wenn das Milliardenloch bei den gesetzlichen Kassen nicht geschlossen werde, "dann haben alle höhere Belastungen". Von der Opposition kommt scharfe Kritik. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte der dpa: "Das ist keine Beitragssatzstabilisierung, das ist Beitragssatzeskalation mit Ansage." Die Regierung entziehe den Kassen mehr Mittel, als sie ihnen zusätzlich verschaffe, und wähle den Weg der geringsten eigenen Verantwortung.
Versicherte, Betriebe und Beschäftigte zahlten – und die Versorgungsqualität in Praxen und Kliniken gerate absehbar unter Druck. Das Ministerium betont in einem überarbeiteten Entwurf, zukünftig sei ein effizienter und zielgerichteter Einsatz der Beitragsmittel zwingend erforderlich. Die in den letzten fünf bis sieben Jahren sehr hohen Vergütungssteigerungen in allen Bereichen des Gesundheitswesens würden auf ein Maß begrenzt, das den Lohnzuwächsen der Gesamtwirtschaft entspreche.
Kernpunkte im Überblick: Die Einsparungen
- Kassen mit dem "Beitragssatzstabilisierungsgesetz" im nächsten Jahr um 16,3 Milliarden Euro entlasten:
- Das ist mehr als die erwartete Lücke von 15,3 Milliarden Euro und soll erneute Anhebungen der Zusatzbeiträge verhindern. Zunächst waren jedoch Einsparungen von 19,6 Milliarden Euro vorgesehen. Und der kleinere Puffer würde sich dann auch in den Folgejahren bemerkbar machen: War ursprünglich geplant, die Lücken bis 2030 schließen zu können, würde dies nun 2029 und 2030 absehbar nicht mehr erreicht.