Nur noch Leitungswasser statt Mineralwasser trinken: So viel Geld spart man

Mineralwasser kostet oft deutlich mehr als Leitungswasser, obwohl die Unterschiede im Alltag gering sein können. Ein Preisvergleich zeigt, wie viel sich beim Trinken des eigenen Leitungswassers im Haushalt sparen lässt.

Ob mit Kohlensäure oder ohne, in PET- oder Glasflaschen: Viele kaufen regelmäßig Mineralwasser. Dabei gibt es eine deutlich günstigere Alternative direkt aus dem Wasserhahn.

Wer häufiger Leitungswasser trinkt, kann gegenüber abgefülltem Wasser Geld sparen. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt unter anderem vom örtlichen Wasserpreis, dem Mineralwasserpreis und den Trinkgewohnheiten ab. Der folgende Vergleich zeigt, wie sich die Kosten überschlagen lassen und worauf beim Umstieg zu achten ist.

Leitungswasser und Mineralwasser: Kosten pro Liter als Beispielrechnung

Der Preis für Leitungswasser unterscheidet sich je nach Wohnort. Das Umweltbundesamt nennt als Orientierung rund einen Cent für fünf Liter Trinkwasser, also 0,2 Cent pro Liter. Das ist der reine Trinkwasserpreis, Abwassergebühren und mögliche Grundgebühren können hinzukommen. Für die tatsächlichen Kosten lohnt sich deshalb ein Blick auf die eigene Abrechnung.

Auch bei Mineralwasser schwankt der Literpreis je nach Marke, Gebinde und Angebot. Für eine Beispielrechnung lassen sich Preise von 20 bis 50 Cent pro Liter für Discounter-Mineralwasser ansetzen. Markenprodukte können teurer sein, die folgenden Beispielbeträge sind keine aktuelle Marktpreisangabe.

Bei einem angenommenen Trinkwasserpreis von rund 0,2 Cent pro Liter und einem Mineralwasserpreis von 20 bis 50 Cent kostet abgefülltes Wasser rechnerisch etwa 100- bis 250-mal so viel wie der reine Trinkwasseranteil aus der Leitung. Für Leitungswasser fallen außerdem keine Kosten für den Kauf abgefüllter Flaschen, deren Pfand oder den Transport nach Hause an.

Bei einem täglichen Verbrauch von 2 Litern kommen pro Person rund 730 Liter im Jahr zusammen. Zum Orientierungswert von 0,2 Cent pro Liter kostet diese Menge als reines Trinkwasser etwa 1,50 Euro jährlich. Bei einem angenommenen Mineralwasserpreis von 30 Cent pro Liter wären es rund 219 Euro. An dieser Stelle nochmals der Hinweis: Die Leitungswasserrechnung berücksichtigt keine Abwasser- oder Grundgebühren; der tatsächliche Betrag hängt vom örtlichen Tarif ab.

Jahreskosten für einen Vierpersonenhaushalt

Trinken vier Personen jeweils täglich etwa 2 Liter Wasser, kommen insgesamt rund 2920 Liter im Jahr zusammen. Zum genannten Orientierungswert kostet diese Menge als reines Trinkwasser etwa 6 Euro jährlich. Bei einem beispielhaften Mineralwasserpreis von 30 Cent pro Liter wären es rund 876 Euro. Auch diese Rechnung lässt Abwasser- und mögliche Grundgebühren unberücksichtigt und ist daher kein vollständiger Vergleich der Haushaltskosten.

Für andere Haushaltsgrößen lässt sich die Beispielrechnung entsprechend anpassen. In einem Paarhaushalt wären die Beträge bei gleichem Verbrauch pro Person etwa halb so hoch. Für gelegentliches Sprudelwasser lässt sich Leitungswasser mit einem Wassersprudler aufbereiten. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt auch hier vom örtlichen Tarif und den Kosten für das gekaufte Mineralwasser ab.

Neben dem Preis kann auch die Umweltbilanz eine Rolle spielen. Das Umweltbundesamt gibt an, dass das Trinken von Leitungswasser weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser verursacht. Weniger Flaschen und Transporte können zudem den CO₂-Fußabdruck verringern. Ein Produkttest aus dem  vergangenen Jahr untersuchte 53 stille Mineralwässer: Mehr als die Hälfte erhielt die Note "sehr gut", während bei zwei Supermarkt-Eigenmarken erhöhte Chrom(VI)-Gehalte beanstandet wurden. 

Leitungswasser frisch abfüllen, lagern und sprudeln

Die Qualität des Leitungswassers in Deutschland ist grundsätzlich hoch und wird durch die Trinkwasserverordnung geregelt. Die Verordnung sieht Kontrollen auf mikrobiologische und chemische Parameter vor. Allerdings kann auch die Hausinstallation die Leitungswasserqualität beeinflussen. Seit dem 12. Januar 2026 müssen Bleileitungen und entsprechende Teilstücke entfernt oder stillgelegt sein. Bei Unsicherheit in älteren Gebäuden empfiehlt sich eine Nachfrage bei der Vermietung oder der zuständigen Stelle. Ein Faktencheck greift unter anderem die Sorge auf, Kalk im Leitungswasser könne gesundheitsschädlich sein, und ordnet weitere verbreitete Annahmen ein. 

Für den Alltag sind außerdem diese Tipps hilfreich:

  • Frisches Wasser verwenden: Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat, zunächst ablaufen lassen, bis es kühl aus dem Hahn kommt.
  • Wasser richtig lagern: Leitungswasser in sauberen, verschlossenen Flaschen im Kühlschrank aufbewahren. Edelstahl- oder Glasflaschen eignen sich für die Aufbewahrung.
  • Bei wiederverwendbaren Flaschen werden Mundstücke, Dichtungen und Strohhalme bei der Reinigung leicht übersehen. Ein separater Beitrag fasst zusammen, worauf es bei der Reinigung von Trinkflaschen zur Vermeidung von Keimen ankommt.
  • Filter gezielt nutzen: Ein Wasserfilter ist nicht automatisch erforderlich. Bei Verwendung eines Filters aus Geschmacksgründen sollten die Pflege- und Wechselhinweise des Herstellers beachtet werden. Die konkrete Filterleistung hängt vom jeweiligen System ab.
  • Kohlensäure selbst hinzufügen: Mit einem Wassersprudler lässt sich Leitungswasser sprudeln. Ob das günstiger ist als gekauftes Sprudelwasser, hängt unter anderem von den örtlichen Wasserkosten und den Kosten für den Sprudler ab.

Ein Blick auf die eigene Wasserabrechnung und den bisherigen Flaschenverbrauch zeigt, wie sich die Kosten im jeweiligen Haushalt unterscheiden. So lässt sich die mögliche Ersparnis besser einschätzen, ohne regionale Gebühren oder wechselnde Ladenpreise zu übergehen.

Mineralwasser: Mineralstoffgehalt mit Leitungswasser vergleichen

Ein weiterer Überblick erklärt, wie sich Tafelwasser von Mineralwasser unterscheidet und welche Rolle Herkunft, Herstellung und gesetzliche Vorgaben spielen. Die Unterschiede zwischen Tafelwasser und Mineralwasser werden dort genauer eingeordnet.

Die Bezeichnung "Mineralwasser" bedeutet nicht automatisch, dass ein Wasser besonders viele Mineralstoffe enthält. Eine bestimmte Mindestmenge an Mineralstoffen ist für die Bezeichnung nicht vorgeschrieben. Die Zusammensetzung, etwa der Gehalt an Calcium oder Magnesium, kann je nach Quelle variieren. Die Verbraucherzentrale erläutert, dass manche Leitungswässer mehr Mineralstoffe enthalten als einzelne Mineralwässer.

Wer Mineralwasser wegen bestimmter Mineralstoffe kauft, sollte deshalb die Angaben auf dem Etikett vergleichen und nicht allein auf die Bezeichnung achten. Auch Leitungswasser enthält Mineralstoffe; seine Zusammensetzung kann je nach Versorgungsgebiet unterschiedlich sein. Ein Vergleich der konkreten Angaben hilft dabei, ein Wasser nach den eigenen Vorlieben auszuwählen.

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