Hundeshampoo im Öko-Test: Fast die Hälfte fällt durch - welches ist wirklich gut?

Hundeshampoos sorgen für Ärger und Diskussionen. Welche sind die besten?

Für den Hund ist die Fellpflege durch regelmäßiges Bürsten entscheidend, nicht dagegen häufiges Baden. Unabhängig von der Hunderasse sollten Vierbeiner so selten wie möglich zur Generalreinigung in die Wanne. Wenn dann doch mal ein Bad nötig ist, kann Öko-Test nur sechs Hundeshampoos empfehlen. Die Testergebnisse kannst du downloaden (Preis: 3,97 Euro). 

Warum führen Tenside zu schlechten Bewertungen?

So ein schlechtes Testergebnis gab es schon lange nicht mehr: Nur sechs Produkte haben bei den Hundeshampoos akzeptabel abgeschnitten. Für den Test hat die Redaktion insgesamt 22 Hundeshampoos  gekauft.

Dabei entschieden sich die Kaufenden vorrangig für Produkte, die für alle Felltypen geeignet sind. Einheitlich umgerechnet auf 200 Milliliter zahlte die Redaktion für das günstigste Hundeshampoo 1,99 Euro, für das teuerste zehnmal so viel, nämlich 19,99 Euro.

Weil das Labor in fünf Hundeshampoos Tenside fand, die als problematisch für die Umwelt gelten und ohne Sauerstoff nicht abbaubar sind, gab es einen Notenabzug. Zusätzlich fand das Labor deklarierte Kunststoffverbindungen wie synthetische Polymere. Wenn Kläranlagen es schaffen, sie aus dem Abwasser zu filtern, können sie mit dem Klärschlamm auf den Feldern landen – mit bislang unklaren Folgen.

Wer sind die Testsieger?

Richtig gut schnitten mit dem Gesamturteil "sehr gut" nur zwei Shampoos ab. Eins davon ist das preisgünstige Shampoo von der Firma Petchen "Langhaar Hundeshampoo (Preis pro 200 Milliliter: 6,36 Euro)". Es schont die empfindliche Hundenase, weil es auf den Inhaltsstoff Parfüm verzichtet.

  • Petchen: Langhaar Hundeshampoo
    • Preis pro 200 Milliliter: 6,36 Euro
    • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Finidore: Lila Loves It Shampoo, Shine & Comb
    • Preis pro 200 Milliliter: 17,52 Euro
    • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Der Preistipp mit der Note "gut" ist ein veganes Produkt von Lornamead: "Glückstier Hundeshampoo alle Felltypen" zum Preis pro 200 Milliliter von 4,20 Euro mit einer anerkannten Zertifizierung von der Veganblume. Das Label wird vergeben, um garantiert pflanzliche Produkte für Verbraucher einfach erkennbar zu machen.

    Kosmetika oder Reinigungsmittel?

    Interessant ist auch, einen Blick auf die Verlierer zu werfen. Es gab für drei Shampoos die Note "mangelhaft". Dieses schlechte Ergebnis wird allerdings noch zweimal getoppt. Die nur selten vergebene Note "ungenügend" ging an die bekannte Marke Fressnapf: Anione Shampoo Glanz & Pflege und an Beaphar: Shampoo für Hunde Fell- Glanz.

    Dabei nutzte Öko-Test für die Bewertung der Shampoos nicht die strengere EU-Kosmetik-Verordnung, die seit 2014 in deutsches Recht überführt ist, sondern die "laschere" für Reinigungsmittel (EU-Detergenzien-Verordnung). Trotzdem fallen bei Öko-Test 12 von 22 Produkten durch.

    Nach überwiegender Rechtsauffassung, etwa des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW) und von weiteren Sachverständigen, unterliegen Tierpflegemittel wie Hundeshampoos der Detergenzien-Verordnung, da sie nicht als Kosmetik, sondern als Wasch- und Reinigungsmittel gelten. Die unterschiedlichen Meinungen bewertet die Öko-Redaktion so: "Wir schließen uns der Auffassung an und orientieren uns bei der Bewertung an der Detergenzien-Verordnung, soweit die für uns relevanten Punkte darin geregelt sind."

    Ist Kokosduft wirklich nötig?

    Bei fünf Shampoos im Test hatte das Labor keine Chance, möglicherweise vorhandenen Problemstoffen auf die Spur zu kommen, "denn sie haben weder auf der Verpackung noch auf ihrer Website ein vollständiges Inhaltsstoffverzeichnis", berichtet die Testcrew.

    Weil dies die Detergenzien-Verordnung aber vorschreibt, wertete die Redaktion diese Produkte ab. Die Testenden waren besonders verärgert, wenn die Anbieter sogar auf Nachfrage kein komplettes Datenblatt ihrer Shampoos vorlegen konnten oder wollten.

    Bedenkliche Konservierungsmittel und "Schludereien" gab es im Kleingedruckten: Knapp die Hälfte der getesteten Hundeshampoos fällt bei dieser Teilbewertung mit "ungenügend" durch. Kommentar der Redaktion: "Da stehen nicht nur die Vierbeiner wie begossene Pudel da". Und Annette Dohrmann, Redakteurin von Öko-Test, fragt: "Hundeshampoo mit Kokosduft oder als Zuckerwatte-Edition: ernsthaft? Fraglich, ob es dabei um das Wohl des Tieres geht – oder eher um die Vorlieben von Frauchen oder Herrchen."

    Gibt es Tipps für das Hundebad?

    Shampoos für Menschen sind für Hunde nicht geeignet. Es würde den Säureschutzmantel der Hundehaut angreifen, austrocknen und zu Juckreiz führen. Und ist die Hautflora erst einmal gestört, haben Bakterien, Pilze oder Parasiten ein leichtes Spiel. Etliche Produkte im Test sind entsprechend als pH-neutral ausgelobt. Sechs Produkte hatten einen zu hohen Wert. Das führte bei Öko-Test zum Punktabzug.

    Je mehr Fell der Hund hat (oder verliert), desto schwieriger ist die Wäsche. Verdünnst du das Shampoo mit Wasser, dann lässt es sich besser verteilen. Ein gutes Hilfsmittel ist auch eine Shampoo- und Massagebürste aus Naturgummi. Der Knauf lässt sich mit Shampoo füllen. Er ermöglicht ein sparsames Auftragen sowie eine optimale Verteilung des Shampoos auf dem Fell.

    Die richtigen Hundeshampoos verwenden: Für kurzhaarige Hunderassen eignen sich oft milde Shampoos und weichere Bürsten, während bei langhaarigen Rassen Shampoos mit entwirrenden Eigenschaften und robustere Bürsten zu empfehlen sind. Nicht zu häufig baden: Ein Vollbad sollte nicht zu oft anstehen. Du kannst damit die natürlichen Öle des Fells zerstören, und die Haut des Hundes kann austrocknen.

    Vorschaubild: © Masarik/AdobeStock