Die Heizölpreise sind im Sommer 2026 wieder deutlich gestiegen. Experten rechnen nach den Sommerferien mit zusätzlichem Preisdruck, weil viele Haushalte ihre Tanks wegen der hohen Preise bislang nur wenig gefüllt haben. Wer nur noch wenig Heizöl hat, sollte deshalb nicht allein auf fallende Preise spekulieren.
Nach Angaben des Vergleichsportals HeizOel24 kostet ein Liter Heizöl derzeit bundesweit durchschnittlich rund 1,34 Euro. In Bayern liegt der Preis bei etwa 1,29 Euro pro Liter. Die Berechnung bezieht sich jeweils auf eine Lieferung von 3.000 Litern inklusive Mehrwertsteuer und Lieferkosten.
Heizöl in Bayern derzeit günstiger als im Bundesdurchschnitt
Eine Bestellung dieser Größe würde in Bayern damit rund 3.870 Euro kosten. Im Bundesdurchschnitt wären es etwa 4.020 Euro.
Die Preisentwicklung bleibt allerdings schwer vorhersehbar. Als Gründe für die zuletzt höheren Heizölpreise gelten unter anderem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, Probleme rund um die Straße von Hormus, Streiks, Brände in Tanklagern, Angriffe auf russische Raffinerien und Niedrigwasser auf wichtigen Transportwegen.
Die Verbraucherzentrale erklärt auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern: „Die Preise entwickeln sich sehr volatil und hängen stark von der geopolitischen Entwicklung ab.“ Eine verlässliche Prognose sei derzeit kaum möglich. Die weitere Entwicklung gleiche einem „Blick in die Glaskugel“.
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Heizölpreise könnten im Herbst zusätzlich steigen
Neben dem Rohölpreis könnte im Herbst auch die steigende Nachfrage die Kosten für Heizöl beeinflussen. Nach Einschätzung von Oliver Klapschus, Sprecher von HeizOel24, haben viele Verbraucher wegen der hohen Preise mit dem Nachtanken gewartet.
„Viele Verbraucher müssen in den nächsten Wochen handeln, denn der Winter rückt näher und die meisten Tanks sind außergewöhnlich leer“, sagt Klapschus gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Nach den Sommerferien könnte daher eine größere Bestellwelle einsetzen. Wenn gleichzeitig Lieferzeiten und Logistikkosten steigen, könnten die Heizölpreise zeitweise stärker zulegen als der Rohölpreis allein erwarten ließe.
Wann sollten Verbraucher Heizöl kaufen?
Eine pauschale Empfehlung gibt die Verbraucherzentrale nicht. Sie rät Haushalten, die Heizölpreisentwicklung aufmerksam zu verfolgen und die eigene finanzielle Situation sowie den Tankfüllstand zu berücksichtigen.
Klapschus bewertet die Lage konkreter. Haushalte mit wenig Heizöl im Tank sollten seiner Ansicht nach nicht länger auf einen deutlichen Preissturz warten. Als Zwischenlösung empfiehlt er, zunächst eine Teilmenge von etwa 1.000 bis 1.500 Litern zu bestellen.
„Jetzt gilt es, sich Reichweite zu schaffen und vor die Bestellwelle zu kommen, die ab September über den Markt rollen wird“, erklärt der HeizOel24-Sprecher.
Mit einem halb gefüllten Tank könnten Verbraucher flexibler bleiben. Sollte Heizöl im Dezember oder Januar günstiger werden, wäre dann eine weitere Bestellung möglich. Wer dagegen nur noch über geringe Reserven verfügt, riskiert bei einer verspäteten Bestellung längere Lieferzeiten oder weiter steigende Preise.
Die wichtigsten Tipps beim Heizölkauf
- Tankfüllstand prüfen: Bei knappem Vorrat sollte nicht zu lange gewartet werden.
- Teilmenge erwägen: Eine Lieferung von 1.000 bis 1.500 Litern kann kurzfristig Reichweite schaffen.
- Preise vergleichen: Regionale Unterschiede und Lieferkosten können den Endpreis beeinflussen.
- Nicht nur auf den Literpreis achten: Auch Lieferzeit, Verbrauch und Tankgröße sind entscheidend.
- Flexibel bleiben: Wer ausreichend Heizöl vorrätig hat, kann eine spätere Preisentwicklung abwarten.
Streit über die Zukunft der Ölheizung
Bei der Zukunft der Ölheizung vertreten HeizOel24 und die Verbraucherzentrale unterschiedliche Positionen. Klapschus begrüßt die Technologieoffenheit der Bundesregierung. Verbraucher sollten abhängig von Immobilie und persönlicher Situation zwischen Öl, Gas, Holzpellets und Wärmepumpe wählen können. Potenzial sieht er unter anderem in biogenem Heizöl und effizienteren Heizsystemen.
Die Verbraucherzentrale verweist dagegen auf die Risiken der Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas. Die vergangenen Krisen hätten gezeigt, wie stark internationale Konflikte die Energiepreise beeinflussen können. Ein Umstieg auf erneuerbare Energien und klimafreundliche Heizungen könne Haushalte langfristig unabhängiger machen.
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Wer eine neue Öl- oder Gasheizung plant, muss zudem berücksichtigen, dass künftig ein wachsender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe vorgeschrieben sein kann. Wie verfügbar diese Brennstoffe sein werden und wie hoch ihre Preise ausfallen, ist derzeit noch offen.
Welche Unterstützung gibt es bei hohen Heizkosten?
Bei finanziellen Problemen können Haushalte unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung beantragen. Auch Menschen, die normalerweise keine Sozialleistungen beziehen, können sich an das Jobcenter oder Sozialamt wenden. In bestimmten Fällen ist eine Übernahme einer Heizölrechnung oder einer Heizkostennachzahlung möglich. lai