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Heizölpreise im Herbst: Warten oder jetzt kaufen? - Das sagen Experten


Autor: Redaktion

Deutschland, Dienstag, 01. Sept. 2026

Haushalte müssen 2026 beim Heizöl tief in die Tasche greifen. Viele Besitzer von Ölheizungen stehen deshalb im Herbst vor einer schwierigen Entscheidung: Bestellen oder warten?
Heizölpreise in Bayern liegen derzeit unter dem Bundesdurchschnitt, doch Experten sind uneinig, ob Haushalte lieber jetzt tanken oder auf mögliche Preissenkungen im Herbst 2026 warten sollten.


Im Sommer 2026 haben sich die Preise für Heizöl erneut spürbar erhöht. Fachleute gehen davon aus, dass nach den Sommerferien der Preisdruck weiter zunehmen könnte – eben weil viele Haushalte aus Kostengründen bei größeren Bestellungen zogen oder ihre Heizöltanks nur teilweise auffüllten.

Deshalb stehen viele Besitzer einer Ölheizung gerade vor der großen Frage: Auf günstige Ölpreise in den kommenden Wochen und Monaten spekulieren oder lieber gleich in den sauren Apfel beißen und den Tank jetzt vergleichsweise teuer füllen lassen? Eine eindeutige Expertenempfehlung gibt es nicht. Sicher ist allerdings: Wer aktuell nur noch einen geringen Vorrat hat, sollte sich besser nicht auf sinkende Preise verlassen. 

Heizölpreise in Bayern derzeit unter dem Bundesdurchschnitt

Wie das Vergleichsportal HeizOel24 berichtet, kostet ein Liter Heizöl in Deutschland durchschnittlich rund 1,34 Euro. In Bayern liegt der Preis aktuell bei etwa 1,29 Euro pro Liter. Die Preisberechnung gilt jeweils für Lieferungen von 3.000 Litern und beinhaltet Mehrwertsteuer sowie Lieferkosten. 

Eine Bestellung in dieser Größenordnung würde in Bayern damit rund 3.870 Euro kosten. Im Bundesdurchschnitt wären es etwa 4.020 Euro.

Die Preisentwicklung bleibt allerdings schwer vorhersehbar. Als Gründe für die zuletzt höheren Heizölpreise gelten unter anderem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, Probleme rund um die Straße von Hormus, Streiks, Brände in Tanklagern, Angriffe auf russische Raffinerien und Niedrigwasser auf wichtigen Transportwegen.

Rohölpreise und steigende Nachfrage: Wird Heizöl im Herbst noch teurer?

Die Verbraucherzentrale erklärt auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern: „Die Preise entwickeln sich sehr volatil und hängen stark von der geopolitischen Entwicklung ab.“ Eine verlässliche Prognose sei derzeit kaum möglich. Die weitere Entwicklung gleiche einem „Blick in die Glaskugel“. Mehr zum Thema: Teurer Winter wegen niedriger Gasspeicher? Was Verbraucher jetzt prüfen sollten.

Viele Verbraucher müssen in den nächsten Wochen handeln, denn der Winter rückt näher und die meisten Tanks sind außergewöhnlich leer.

Oliver Klapschus, Sprecher von HeizOel24

Neben dem Rohölpreis könnte im Herbst auch die steigende Nachfrage die Kosten für Heizöl beeinflussen. Nach Einschätzung von Oliver Klapschus, Sprecher von HeizOel24, haben viele Verbraucher wegen der hohen Preise mit dem Nachtanken gewartet. „Viele Verbraucher müssen in den nächsten Wochen handeln, denn der Winter rückt näher und die meisten Tanks sind außergewöhnlich leer“, sagt Klapschus gegenüber der Mediengruppe Bayern.

Nach den Sommerferien könnte daher eine größere Bestellwelle einsetzen. Wenn gleichzeitig Lieferzeiten und Logistikkosten steigen, könnten die Heizölpreise zeitweise stärker zulegen als der Rohölpreis allein erwarten ließe.

Wann Verbraucher Heizöl kaufen sollten – Experte rechnet mit "Bestellwelle" ab September

Eine pauschale Empfehlung gibt die Verbraucherzentrale nicht. Sie rät Haushalten, die Heizölpreisentwicklung aufmerksam zu verfolgen und die eigene finanzielle Situation sowie den Tankfüllstand zu berücksichtigen.

Klapschus bewertet die Lage konkreter. Haushalte mit wenig Heizöl im Tank sollten seiner Ansicht nach nicht länger auf einen deutlichen Preissturz warten. Als Zwischenlösung empfiehlt er, zunächst eine Teilmenge von etwa 1.000 bis 1.500 Litern zu bestellen. „Jetzt gilt es, sich Reichweite zu schaffen und vor die Bestellwelle zu kommen, die ab September über den Markt rollen wird“, erklärt der HeizOel24-Sprecher.

Mit einem halb gefüllten Tank könnten Verbraucher flexibler bleiben. Sollte Heizöl im Dezember oder Januar günstiger werden, wäre dann eine weitere Bestellung möglich. Wer dagegen nur noch über geringe Reserven verfügt, riskiert bei einer verspäteten Bestellung längere Lieferzeiten oder weiter steigende Preise.

Die wichtigsten Tipps beim Heizölkauf

  • Tankfüllstand prüfen: Bei knappem Vorrat sollte nicht zu lange gewartet werden.
  • Teilmenge erwägen: Eine Lieferung von 1.000 bis 1.500 Litern kann kurzfristig Reichweite schaffen.
  • Preise vergleichen: Regionale Unterschiede und Lieferkosten können den Endpreis beeinflussen.
  • Nicht nur auf den Literpreis achten: Auch Lieferzeit, Verbrauch und Tankgröße sind entscheidend.
  • Flexibel bleiben: Wer ausreichend Heizöl vorrätig hat, kann eine spätere Preisentwicklung abwarten.

Streit über die Zukunft der Ölheizung

Bei der Zukunft der Ölheizung vertreten HeizOel24 und die Verbraucherzentrale unterschiedliche Positionen. Klapschus begrüßt die Technologieoffenheit der Bundesregierung. Verbraucher sollten abhängig von Immobilie und persönlicher Situation zwischen Öl, Gas, Holzpellets und Wärmepumpe wählen können. Potenzial sieht er unter anderem in biogenem Heizöl und effizienteren Heizsystemen.

Die Verbraucherzentrale verweist dagegen auf die Risiken der Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas. Die vergangenen Krisen hätten gezeigt, wie stark internationale Konflikte die Energiepreise beeinflussen können. Ein Umstieg auf erneuerbare Energien und klimafreundliche Heizungen könne Haushalte langfristig unabhängiger machen.

Wer eine neue Öl- oder Gasheizung plant, muss zudem berücksichtigen, dass künftig ein wachsender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe vorgeschrieben sein kann. Wie verfügbar diese Brennstoffe sein werden und wie hoch ihre Preise ausfallen, ist derzeit noch offen.

Welche Unterstützung gibt es bei hohen Heizkosten?

Bei finanziellen Problemen können Haushalte unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung beantragen. Auch Menschen, die normalerweise keine Sozialleistungen beziehen, können sich an das Jobcenter oder Sozialamt wenden. In bestimmten Fällen ist eine Übernahme einer Heizölrechnung oder einer Heizkostennachzahlung möglich. Auch spannend: Hunderte Euro in ein paar Minuten sparen: So funktioniert es. lai