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Gkv-Chef will "Menschen erst gar nicht krank werden lassen"


Autor: Ellen Schneider

Deutschland, Donnerstag, 26. März 2026

Wie lässt sich die Krankenkassenkrise bekämpfen? Laut dem Gkv-Chef muss der Fokus vor allem auf den Ausgaben liegen. Prävention hält er zudem für besonders wichtig.
Wie lässt sich die Krankenkassenkrise bekämpfen? Laut dem Gkv-Chef muss der Fokus vor allem auf den Ausgaben liegen. (Archivbild)


Die Krise der Krankenkassen beschäftigt auch den Gkv-Spitzenverband intensiv. Es fehlen Milliarden - ebenso wie konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der finanziellen Schieflage. Zwar sickerten nun laut dem Handelsblatt Pläne zur Abschaffung der kostenfreien Mitversicherung von Ehepartnern durch - eine angemessene Maßnahme ist das aus Sicht des Verbands jedoch nicht.

Ein Jahr nach seinem Amtsantritt sprach Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender, jetzt über die aktuellen Herausforderungen. "Mein erster Gedanke war, die finanzielle Schieflage erst mal vom Tisch zu bekommen, um wieder Gestaltungsräume erschließen zu können", wird Blatt aus dem Podcast G+G-Kassentreffen in einer Mitteilung des Verbands zitiert. Er wolle den Versicherten am Ende sagen können, dass nicht immer alles teurer werde.

Krise der Krankenkassen: Gkv-Chef Blatt lenkt Blick auf Ausgaben - und setzt auf Prävention

Potenzial sehe er im aktuellen Gesundheitssystem durchaus, immerhin stünden im laufenden Jahr 369,5 Milliarden Euro für die Versorgung und Gesundheit der Menschen zur Verfügung. Jetzt gelte es, "das vorhandene Geld, was wir haben, besser einzusetzen" und gemeinsame Lösungen für Reformen zu finden - ohne Rücksicht auf die Einzelinteressen der jeweiligen Akteure. "Wir müssen jetzt den Hintern hochkriegen", betont er.

Obwohl die vorläufigen Finanzergebnisse der GKV einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro vorweisen, würden sie auch die Notwendigkeit von Strukturreformen zeigen. Denn: Der Trend, dass die Ausgaben stärker steigen als die Einnahmen, setze sich fort. 3,5 Milliarden Euro seien zwar viel Geld, aber dennoch seien die Kassen auch 2025 noch nicht in der Lage gewesen, ihre Finanzreserven, die sie in den vergangenen Jahren wie gesetzlich verordnet abschmelzen mussten, wieder auf das vorgeschriebene Niveau zu bringen.

Ein besonderes Anliegen sei Blatt das Thema Prävention. Schließlich würden der Konsum von Alkohol, Tabak und falsche Ernährung Folgekosten in Höhe von Milliarden von Euros verursachen. "Der Gedanke, dass wir mehr hinschauen müssen, wie wir bei uns in Deutschland Menschen erst gar nicht krank werden lassen, lohnt sich schon", bekräftigt er. "Wenn wir da besser würden, hätten wir einen Riesen-Effizienzgewinn auch für das Gesundheitssystem." Daher gelte es, die Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben zu erleichtern und Menschen so zu befähigen.