Benzin und Diesel sind trotz Tankrabatts immer noch teuer – da stellt sich für viele Autofahrer die Frage nach einem Wechsel zum E-Auto. Ein Energieberater der Verbraucherzentrale erklärt, warum sich der Umstieg teilweise schon ab dem ersten Tag rechnen kann. Doch gerade für eine bestimmte Gruppe von Autofahrern gibt es bislang kaum günstige Alternativen.
Mitte September war der Preis für Superbenzin der Sorte E10 auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Inzwischen ist zwar der Tankrabatt beschlossene Sache - aber selbst mit diesem bleibt der Literpreis wohl bei über 2 Euro. Daher überlegt so mancher Bürger, ob er nicht dem teuren Benzin und Diesel einfach im wahrsten Sinne des Wortes "davonfährt" und sich ein Elektroauto anschafft.
E-Auto oder Verbrenner: Wann sich der Wechsel sofort rechnen kann
"Wenn der Neuwagen zum selben Preis wie ein vergleichbarer Verbrenner angeschafft werden kann, lohnt sich dies ab dem ersten Tag", sagt Daniel F. Eisel aus dem niederbayerischen Straubing im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Er ist Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern und nach eigenen Angaben langjähriger E‑Mobilist. Als solcher weiß er auch zu berichten, dass ein Elektroauto inzwischen oft nicht mehr kostet als ein ähnliches Benziner- oder Diesel-Modell.
Mittlerweile gebe es für fast jeden ein passendes Elektroauto – "von klein bis groß, familientauglich bis Sportwagen alles als E-Variante und oft auch schon gebraucht", sagt er.
Gebrauchte E-Autos: Für diese Autofahrer wird die Suche schwierig
Lediglich in einer Fahrzeugkategorie beziehungsweise bei einem speziellen Nutzungsprofil sei es aktuell noch schwierig – und die entsprechenden Autofahrer schauen in die sprichwörtliche (Auspuff-)Röhre: Bei "alten" und günstigen Fahrzeugen mit hoher Anhängelast – zum Beispiel in der Größe eines VW T5 oder T6.
"Also der konkrete Fall: schwerer Pferdeanhänger, aber zehn bis 15 Jahre altes dieselbetriebenes Zugfahrzeug, und das für wenig Geld – da wird es schwer, ein entsprechendes E-Auto zu finden", erklärt der Energieberater.
Das liege aber nicht ausschließlich am "E" des entsprechenden Autos: In diesem Fahrzeugsegment seien die Anschaffungspreise für Neuwagen – egal ob Verbrenner oder Elektroauto – generell sehr hoch. Ein Umstieg auf Elektro erfordert hier also mehrere Zehntausend Euro.
Neue Modelle mischen auch den Markt der Großraum-Vans langsam auf
Dafür mischen auch neue Modelle vor allem asiatischer Hersteller langsam den Markt für Großraum-Vans auf: Mit dem Kia-PV5-Siebensitzer und dem Hyundai Staria Elektro gebe es nun auch deutlich günstigere Neuwagen-Alternativen für Großfamilien zu VW, Ford, Mercedes und dem Stellantis-Konzern (Fiat, Opel, Citroen, Peugeot - und beim Pro Ace Electric auch in Kooperation mit Toyota). Weitere Hersteller möchten entsprechende Modelle in diesem Segment herausbringen, sagt Eisel. Am Gebrauchtwagenmarkt werde sich ihm zufolge daher in den nächsten Jahren ebenfalls einiges tun.