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E-Auto oder Verbrenner: Wann sich der Umstieg wirklich lohnt


Autor: Christoph Eberle

Straubing, Freitag, 30. Oktober 2026

Steigende Spritpreise machen Elektroautos attraktiver. Ein Experte erklärt, wann E-Autos sofort günstiger sind und wo es noch Hürden gibt.
Derzeit greift für die Spritpreise ein Tankrabatt - trotzdem kosten die meisten Sorten deutlich über 2 Euro. (Archivbild)


Mitte September war der Preis für Superbenzin der Sorte E10 auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Inzwischen ist zwar der Tankrabatt seit fast einem Monat - aber selbst mit diesem bleibt vor allem der Literpreis bei Diesel über 2 Euro, bei Benzin je nach Tageszeit. Daher  überlegt so mancher Bürger, ob er nicht dem teuren Sprit einfach im wahrsten Sinne des Wortes "davonfährt" und sich ein Elektroauto anschafft.

Immer mehr Modelle, neue Förderungen und ein wachsender Gebrauchtwagenmarkt machen den Wechsel zunehmend attraktiver. Experten geben Tipps, welche Faktoren beim Umstieg zu beachten sind und für wen sich ein Elektroauto besonders lohnt.
 
Aber Augen auf vor dem Autokauf: Vor allem chinesische Autohersteller wie BYD, Xpeng, Leapmotor, Zeekr und MG/SAIC Motor locken mit niedrigen Neuwagenpreisen - oft mit hohen Rabatten. Doch laut Stiftung Warentest wartet bei der Kfz-Versicherung dann nicht selten eine böse Überraschung.  Was man in diesem Fall tun sollte, haben wir in diesem Ratgeber-Artikel zusammengefasst.
 

E-Auto oder Verbrenner: Wann sich der Umstieg sofort bezahlt macht

"Wenn der Neuwagen zum selben Preis wie ein vergleichbarer Verbrenner angeschafft werden kann, lohnt sich dies ab dem ersten Tag", sagt Daniel F. Eisel aus dem niederbayerischen Straubing im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Er ist Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern und nach eigenen Angaben langjähriger E‑Mobilist. Als solcher weiß er auch zu berichten, dass ein Elektroauto inzwischen oft nicht mehr kostet als ein ähnliches Benziner- oder Diesel-Modell.

Mittlerweile gebe es für fast jeden ein passendes Elektroauto – "von klein bis groß, familientauglich bis Sportwagen alles als E-Variante und oft auch schon gebraucht", sagt er. 

Gebrauchte Elektroautos: Für wen das Angebot noch immer begrenzt ist

Lediglich in einer Fahrzeugkategorie beziehungsweise bei einem speziellen Nutzungsprofil sei es aktuell noch schwierig – und die entsprechenden Autofahrer schauen in die sprichwörtliche (Auspuff-)Röhre: Bei "alten" und günstigen Fahrzeugen mit hoher Anhängelast – zum Beispiel in der Größe eines VW T5 oder T6.

"Also der konkrete Fall: schwerer Pferdeanhänger, aber zehn bis 15 Jahre altes dieselbetriebenes Zugfahrzeug, und das für wenig Geld – da wird es schwer, ein entsprechendes E-Auto zu finden", erklärt der Energieberater.

Das liege aber nicht ausschließlich am "E" des entsprechenden Autos: In diesem Fahrzeugsegment seien die Anschaffungspreise für Neuwagen – egal ob Verbrenner oder Elektroauto – generell sehr hoch. Ein Umstieg auf Elektro erfordert hier also mehrere Zehntausend Euro.

Elektroautos für Großfamilien: Neue Modelle erweitern das Angebot

Dafür mischen auch neue Modelle vor allem asiatischer Hersteller langsam den Markt für Großraum-Vans auf: Mit dem Kia-PV5-Siebensitzer und dem Hyundai Staria Elektro gebe es nun auch deutlich günstigere Neuwagen-Alternativen für Großfamilien zu VW, Ford, Mercedes und dem Stellantis-Konzern (Fiat, Opel, Citroen, Peugeot - und beim Pro Ace Electric auch in Kooperation mit Toyota). Weitere Hersteller möchten entsprechende Modelle in diesem Segment herausbringen, sagt Eisel. Am Gebrauchtwagenmarkt werde sich ihm zufolge daher in den nächsten Jahren ebenfalls einiges tun.

Aktuell werden Familien mit zwei oder mehr Kindern bei der Elektroautoförderung besonders gut unterstützt. Doch bezüglich der Kinderfreibeträge gibt es einen häufigen Irrtum von Eltern - das BAFA brachte auf Anfrage der Mediengruppe Bayern hier mehr Klarheit.

Mit dem E-Auto in den Urlaub: Warum lange Strecken kein Ausschlusskriterium sein müssen

Für manche Eltern mit kleinen Kindern ist ein Szenario unterdessen noch unvorstellbar: Mit einem gebrauchten Elektro-Großraum-Van 800 bis 1000 Kilometer in den Sommerurlaub fahren und dafür mehrmals einen Ladestopp einlegen. Das Diesel-Pendant würde dieselbe Strecke schließlich mit maximal einem Tankstellenbesuch schaffen.

"Da muss man wohl in Zukunft etwas umdenken", sagt Energieberater Daniel Eisel. Möglich ist es. Wie der Experte erzählt, ist er selbst Ende 30 und Vater von zwei kleinen Kindern und er sei schon mit einem Renault Zoe – also sogar einem für längere Reisen eher untypischen elektrischen Kleinwagen – bis nach Ungarn in den Sommerurlaub gefahren. 

Dass man Hunderte Kilometer am Stück fährt, sei wohl ohnehin die Ausnahme. Gerade mit Kindern  an Bord seien ohnehin mehrere Stopps für kleine und große Geschäfte sowie zum Essen und Toben nötig. "Das kann man dann gut mit einer Ladepause kombinieren", sagt er. Selbst suche er dann beispielsweise nach Ladesäulen, bei denen es in der Nähe einen Spielplatz gibt. Danach ist der Akku des Autos wieder gut gefüllt – und der der Kinder gut "ausgeleert" und ebenfalls bereit für die Weiterfahrt.