Ab 2026 bringt Deutschland viele Änderungen für Beschäftigte: Mehr Mindestlohn, neue Rentenregeln und mehr Transparenz bei Gehältern.
- Mindestlohn wird erneut erhöht und bringt mehr Netto für Millionen Beschäftigte
- Neue Transparenzregeln verpflichten Arbeitgeber zu offener Gehaltsangabe
- Änderungen bei Minijob- und Midijob-Grenzen erleichtern Teilzeit-Arbeit
Ab dem 1. Januar 2026 treten für Arbeitnehmer in Deutschland zahlreiche neue Regelungen in Kraft. Neben einer erneuten Erhöhung des Mindestlohns profitieren viele Beschäftigte von geänderten Grenzwerten bei Minijob und Midijob. Im Rentensystem sorgt die Einführung der Aktivrente für weitere Anpassungen und neue Anreize, länger zu arbeiten. Durch das Entgelttransparenzgesetz müssen gerade größere Betriebe künftig ihre Gehaltsstrukturen offenlegen. Für Arbeitnehmer bedeutet das mehr Transparenz und bessere Vergleichsmöglichkeiten bei der Jobsuche. Auch bei Sozialversicherungsbeiträgen gibt es wichtige Veränderungen, die sich direkt auf das monatliche Einkommen auswirken.
Mehr Netto für Niedrigverdiener mit Nebeneffekt: Was ändert sich beim Mindestlohn?
Für Arbeitnehmer im Mini- oder Midijob gibt es im neuen Jahr mehr Geld. Mit dem 1. Januar 2026 stieg der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Damit gewinnen insbesondere Beschäftigte in Niedriglohnbranchen, sowie viele Auszubildende oder Teilzeitkräfte, an Kaufkraft hinzu. Parallel wurde auch die Verdienstgrenze für Minijobs angehoben. Sie stieg von bislang 556 Euro auf 603 Euro pro Monat.
Für Menschen im sogenannten Übergangsbereich, der auch als Midijob bekannten Regelung, gelten 2026 ebenfalls neue Schwellenwerte. Der Übergang beginnt ab 603,01 Euro monatlich. Mit Blick auf Sozialversicherungsschutz kann das für Beschäftigte mit schwankenden Einkommen wichtig sein.
Ein praktischer Effekt ist: Wer bislang haupt- oder nebenberuflich geringfügig gearbeitet hat, kann durch die Anpassungen mehr Netto vom Brutto behalten. Für viele dürfte das fast 50 Euro mehr monatlich bringen, je nach Arbeitsumfang und Steuerklasse. Es lohnt sich, deine persönliche Einkommens- und Abgabenstruktur neu zu berechnen.
Rentner profitieren von dieser neuen Regelung - andere Gruppe muss aufmerksam sein
Ein zentraler Baustein bei der Sozialversicherung betrifft die Neuerung der Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenzen. 2026 wird die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze auf 77.400 Euro angehoben. Für Gutverdiener könnte das bedeuten, dass sie künftig weniger oder gar nicht mehr gesetzlich krankenversichert sind. Das ist abhängig vom Einkommen und der Krankenversicherung.
Zugleich wird die sogenannte Aktivrente eingeführt: Das bedeutet, Rentner dürfen ab 2026 bis zu 2000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen, wenn sie über die Regelaltersgrenze hinaus weiterarbeiten möchten. Außerdem entfällt das bisherige Anschlussverbot bei sachgrundloser Befristung für Personen, die bereits beim selben Arbeitgeber beschäftigt waren. Das erleichtert für ältere Arbeitnehmer den Wiedereinstieg oder Verbleib im Job. Im Juli 2026 kommt es zudem zu einer Rentenerhöhung - die hat allerdings einen Haken.