Deutsche Bundesbank mit Spar-Konzept: Diese Rente soll abgeschafft werden
Autor: Ellen Schneider
Deutschland, Donnerstag, 30. April 2026
Die Deutsche Bundesbank hat Vorschläge für eine Rentenreform vorgelegt. Vor allem das Renteneintrittsalter steht im Fokus.
Wie wird unser Rentensystem zukunftsfähig? Diese Frage beschäftigt Politik und Gesellschaft aktuell intensiv. Bundeskanzler Merz kündigte bereits an: Noch in diesem Jahr soll eine umfassende Renten-Reform auf den Weg gebracht werden. Die Alterssicherungskommission arbeitet bereits an einem Konzept. Auch die Bundesbank war in diesem Rahmen eingeladen, sich mit Vorschlägen einzubringen - und stellt klare Forderungen.
Neben anderen Themen steht dabei vor allem das Renteneintrittsalter im Fokus. So schlägt die Bundesbank vor, die vorgezogene, abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen. Zudem solle das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden, wie aus der schriftlichen Stellungnahme der Bundesbank an die Kommission hervorgeht.
Schluss mit Rente ab 63? Deutsche Bundesbank legt Spar-Plan vor
Aktuell gilt: Wer 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann auch schon früher in Rente gehen - und zwar ohne Abschläge. Wann genau, hängt vom Geburtsjahr ab. Die Bundesbank argumentiert: Fair sei das nicht.
Immerhin gelte eigentlich das Äquivalenzprinzip: Was man einzahlt, bestimmt, wie hoch die Rente später ist. Durch die abschlagsfreie Rente würden jedoch gleiche Einzahlungen zu ungleichen Auszahlungen führen.
Zudem handle es sich bei einem "erheblichen Teil" der Rentner, die diese Option nutzen, um Menschen aus Berufen mit geringer körperlicher oder psychischer Belastung.
Bundesbank will Rente an Lebenserwartung koppeln: Das steckt dahinter
Die Bundesbank schlägt außerdem vor, das gesetzliche Rentenalter nach 2031 an die Lebenserwartung zu koppeln. Der Grund: Die Lebenserwartung steige kontinuierlich an. Passe man das Rentenalter nicht an, gehe das Verhältnis von Erwerbs- zu Rentenjahren der Versicherten kontinuierlich zurück. Dadurch steige der finanzielle Druck, die länger andauernden Renten finanzieren zu können. Bis 2031 sei zudem die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre abgeschlossen.
Ein möglicher Ansatz dafür sei laut der Bundesbank, die relative Rentenbezugsdauer nach 2031 auf dem dann erreichten Niveau weitgehend stabil zu halten. Die Anzahl der Jahre, in denen es möglich ist, Rente zu beziehen, soll also trotz höherer Lebenserwartung nicht steigen. Auch die Grenze für den frühestmöglichen Renteneintritt mit Abschlägen solle an die Lebenserwartung gekoppelt werden.