Druckartikel: Altersvorsorge: Rekordjahr für ETFs und Fonds - Merz plant Reform

Altersvorsorge: Rekordjahr für ETFs und Fonds - Merz plant Reform


Autor: Nadine Wüste

Deutschland, Donnerstag, 19. Februar 2026

Viele Menschen in Deutschland investieren zunehmend in Fonds und ETFs. Neue Entwicklungen in der privaten Altersvorsorge stehen bevor.
Rekordjahr für ETFs und Fonds in Deutschland: Kapitalzuflüsse und geplante Reformen stärken die private Altersvorsorge.


Investoren haben im dritten Jahr in Folge mehr Kapital in Fonds investiert und der Branche in Deutschland ein weiteres Rekordjahr ermöglicht. 4.851 Milliarden Euro verwalteten Fondsgesellschaften hierzulande Ende 2025.

Das waren - auch dank Kursgewinnen - rund 8,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Branchenverband BVI mitteilte. Fast die Hälfte der enormen Summe steckt in Spezialfonds, in die institutionelle Anleger wie Versicherer und Pensionskassen investieren. Aber auch Privatpersonen legten frisches Kapital in Aktienfonds und ETFs an.

Altersvorsorge: Immer mehr Menschen setzen bereits jetzt auf ETFs und Fonds

"Die Fondsbranche verbuchte bei Publikumsfonds das beste Neugeschäft seit 2021", bilanzierte der Präsident des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI), Matthias Liermann. Publikumsfonds, die sich an breitere Anlegerschichten richten, sammelten unter dem Strich 86 Milliarden Euro neue Gelder ein. 2026 habe sich dieser Trend mit einem positiven Jahresbeginn fortgesetzt, schilderte der Verband mit Sitz in Frankfurt.

Liermanns Fazit: "Immer mehr Menschen erkennen, dass Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind." Auch bei der Reform des Rentensystems fordert die Branche mehr Offenheit für die Finanzmärkte. BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter sagt: "In der gesetzlichen Rente ist der Einstieg in die Kapitaldeckung notwendig, um die wachsende Abhängigkeit des Rentensystems von Steuerzuschüssen mittelfristig zu verringern."

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte jüngst beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse einen "Paradigmenwechsel" in der deutschen Rentenpolitik angekündigt: "Die gesetzliche Rentenversicherung wird bleiben. Aber sie wird eben nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus werden, in dem die private Altersvorsorge und die betriebliche Altersversorgung eine wesentlich größere Rolle spielen werden als bisher", sagte der CDU-Chef.

Fonds und ETFs als private Altersvorsorge: Wie soll das funktionieren?

"Wir haben es im Koalitionsvertrag bereits beschlossen und wir werden daraus eine vernünftige Reform im Laufe des Jahres machen, die genau an dieser Stelle ansetzt, nämlich eine Stärkung der kapitalgedeckten privaten und betrieblichen Altersversorgung", hatte Merz gesagt. In Schweden hat man bereits seit einigen Jahren den Weg der "Prämienrente" gewählt.

Von jedem Einkommen werden 2,5 Prozent unmittelbar in Fonds angelegt. Dabei haben Sparer die Wahl zwischen 450 verschiedenen Fonds. Wer sich nicht aktiv für einen Fonds entscheidet, wird automatisch in den staatlichen schwedischen Standardfonds "AP7 Såfa" investiert. Schwankungen werden durch zwei weiteren Säulen des dortigen Renten-Modells ausgeglichen. 

Die Abkürzung "ETF" bedeutet "Exchange Traded Funds". Anders als bei einzelnen Aktien oder klassischen Fonds bildet ein ETF die Wertentwicklung eines kompletten Index nach. So investierst du mit einem einzigen Produkt in eine Art Sammlung an Unternehmen rund um den Globus. Einen ETF besparen kannst du bei deiner Hausbank. Viele Banken haben eine breite Auswahl in ihrem Portfolio. Ab 25 Euro monatlicher Sparrate kannst du in einen ETF deiner Wahl investieren. Die Renditen sind meist deutlich besser als bei Tagesgeld oder Bausparverträgen.

mit dpa