Silberfische in Wohnung können Warnsignal sein - so wirst du sie los
Autor: Agnes Wilms, Jessica Helbig, Nadine Wüste
Deutschland, Dienstag, 13. Januar 2026
Nicht selten tauchen Silberfische im Haus oder in der Wohnung auf. Finden sich immer mehr Fischchen, könnte das ein Warnsignal sein.
Silberfische (Zygentoma) sind flügellos und lichtscheu. Ihr silbergrauer, schuppiger, stromlinienförmiger Körper gab ihnen ihren Namen. Silberfische kriechen meist in der Nacht oder im Dunkeln aus ihren Verstecken. Die Fischchenarten zu unterscheiden, ist jedoch schon etwas schwieriger.
Der Unterschied zwischen Silberfischen und anderen Fischchenarten wie Ofenfischen, Papierfischen, Geister- und Kammfischen zeigt sich in der Länge der Fühler- und der Schwanzanhänge. Diese sind bei Silberfischen kürzer als bei anderen Arten. Neben unseren mitteleuropäischen Fischchenarten kommen mittlerweile noch diverse eingeschleppte Arten hinzu. Die Tierchen sind zwar ungefährlich, allerdings empfinden sie viele Menschen als eklig. Mit diversen Methoden kannst du sie wieder loswerden.
Warm und feucht: Hier fühlen sich Silberfische richtig wohl
Mitteleuropäische Silberfische leben, im Gegensatz zu ihren tropischen und subtropischen Verwandten, ausschließlich in menschlichen Behausungen. Meistens findet man sie in der Küche, im Bad, in der Toilette, der Waschküche oder im Keller, denn sie lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme. Bevorzugt werden von den Tieren zudem Raumtemperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Die Silberfische sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in dunklen Ritzen, Fugen, Spalten und Löchern. Das kann beispielsweise in Tapeten, Fußböden, Sockel- und Scheuerleisten sein.
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In der Dunkelheit gehen die Silberfische in der Wohnung auf Nahrungssuche. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Kohlenhydraten, etwa aus Haaren, Hautschuppen, Hausstaubmilben, Mehl, Getreideflocken, Backwaren, stärkehaltigem Leim oder Tapetenkleister, Baumwolle, Leinen, Seide, Schimmelpilzen, Papier und Kunstfasern, toten Insekten und Zucker. Silberfische sind zudem in der Lage, mehrere Monate ohne Nahrung auszukommen. Als natürliche Fressfeinde der Silberfische sind Ohrwürmer und Spinnen bekannt. Stimmen die Bedingungen in deiner Wohnung, vermehren sich die Silberfische rasant. Jedes Weibchen legt bis zu 100 Eier. Etwa 30 Tage später schlüpfen die Nachkommen, die nach circa vier Monaten ihre vollständige Größe erreicht haben. Silberfische werden etwa mit einem Jahr geschlechtsreif und können bis zu acht Jahre alt werden, wenn die Lebensbedingungen günstig sind. Bei Trockenheit und Kälte kann keine Vermehrung stattfinden.
Silberfische gelten zwar oft als lästige Schädlinge, einzeln auftretende Silberfische können in deiner Wohnung aber sogar als Nützlinge gesehen werden. Ihr Speiseplan ist breit gefächert: Sie fressen unter anderem allergieauslösende Hausstaubmilben, abgestorbene Insekten, Schimmel oder Pilzsporen. Besonders für Menschen mit Allergien kann dieser Umstand von Vorteil sein. Die kleinen Tiere nehmen auch eine Funktion im Ökosystem ein. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für "kleine Raubtiere" wie Spinnen, Ameisen, Käfer und andere Insekten. Damit leisten sie einen Beitrag zur Ernährung dieser Tiere und bleiben so ein unverzichtbarer Teil des Kreislaufs. Silberfische stellen keine Gefahr für die Gesundheit des Menschen dar. Dass sie Krankheiten übertragen, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Aus diesen Gründen müssen einzelne Tiere nicht bekämpft werden. Treten Silberfische jedoch in größerer Anzahl auf, kann das ein Hinweis auf ein Schimmelproblem in deiner Wohnung sein.
Silberfische-Befall kann auf Problem in deiner Wohnung hindeuten
Besteht der Verdacht auf eine zu hohe Feuchtigkeit in der Wohnung, wirst du das an der Population der Silberfische sehen. Fällt dir auf, dass extrem viele Silberfische in deiner Küche, deinem Bad oder im Keller sind, ist es sinnvoll, einen Schimmelexperten zurate zu ziehen.
Eine Auswahl an Silberfisch-Fallen findest du hierMöchtest du einem Silberfische-Befall vorbeugen, hilft es, regelmäßig ausgiebig zu lüften und in feuchten Räumen zusätzlich zu heizen. Außerdem kannst du Folgendes gegen die Plagegeister unternehmen: