• Arterieller Gefäßverschluss: Arm und Bein besonders betroffen
  • Man unterscheidet vollständige und unvollständige arterielle Verschlüsse
  • Diese Symptome weisen auf einen akuten Arterienverschluss hin
  • Erste Hilfe: So reagierst du richtig

Mit jedem Herzschlag wird Blut durch unseren Körper gepumpt: Durch die Arterien fließt es zu den Organen hin, durch die Venen wird es zurück zum Herzen geleitet. Das menschliche Gefäßsystem, unser Blutkreislauf, ist extrem wichtig für das Funktionieren unserer Organe. Es stellt sicher, dass sie mit Sauerstoff und lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt werden und sorgt gleichzeitig dafür, dass Stoffwechsel- und Abbauprodukte abtransportiert werden können. 

Um das zu gewährleisten, ist das Gefäßsystem sehr ausdifferenziert. Von der Hauptschlagader (Aorta) ausgehend werden die Blutgefäße immer kleiner und feiner. Verschließt sich eines dieser Gefäße, kommt es also zu einem arteriellen Gefäßverschluss, wird es schnell gefährlich. Wir erklären, woran du einen arteriellen Gefäßverschluss erkennst und wie du dich richtig verhältst, wenn du bei dir oder einer anderen Person Symptome erkennst.

Arterieller Gefäßverschluss: Symptome und Ursachen

Ein arterieller Gefäßverschluss entsteht vor allem da, wo die Gefäße besonders stark verzweigt und eng sind - beispielsweise im Gehirn oder den Beinen. Die häufigste Ursache ist ein Blutgerinnsel, das aus verschiedenen anderen Herz-Krankheiten resultieren kann, etwa Vorhofflimmern, einer defekten Herzklappe oder einer entzündeten Herzinnenhaut. Auch wer an degenerativen Gefäßerkrankungen wie Atherosklerose leidet, hat ein erhöhtes Risiko für arterielle Gefäßverschlüsse. Besonders oft trifft es auch Raucher*innen sowie Menschen, die an Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes mellitus leiden.

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Lebensweise auf das Risiko, einen arteriellen Verschluss zu erleiden. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel leisten der Verengung der Arterien Vorschub. Aber natürlich spielen auch die Gene eine Rolle.

Mit Blick auf die Symptome muss zwischen einem vollständigen und einem nicht vollständigen arteriellen Gefäßverschluss unterschieden werden. Ein akuter Verschluss von Arm- oder Beinarterien macht sich durch einen starken, peitschenhiebartigen Schmerz in der betroffenen Extremität bemerkbar. Außerdem wird das Bein oder Arm taub. Da der Blutfluss unterbrochen ist, kann kein Puls in dem entsprechenden Körperteil mehr ertastet werden. Betrifft der Verschluss eine größere Arterie, kann auch ein Schockzustand eintreten.

Anzeichen für einen Gefäßverschluss in Arm oder Bein

die Anzeichen eines akuten Arterienverschlusses werden auch als die "Sechs P's" bezeichnet. Dazu zählen:

  • Pain: Schmerz im betroffenen Arm/Bein
  • Pulslessness: Der Puls ist jenseits des Verschlusses nicht mehr spürbar, z.B. in der Leiste oder am Fußknöchel
  • Paleness: Die Haut an den betroffenen Gliedmaßen ist blass oder bläulich verfärbt
  • Paraesthesia : Die betroffene Extremität fühlt sich taub an
  • Paralysis : Die Gliedmaße lässt sich nicht mehr richtig bewegen
  • Prostration: Betroffene verfallen in einen Schockzustand

Nicht immer treten alle Symptome gleichermaßen auf und nicht immer sind sie stark ausgeprägt. Die Intensität der Beschwerden hängt davon ab, wie stark die Arterie verschlossen ist. Bei einem nicht vollständigen arteriellen Verschluss treten manche Anzeichen besonders stark auf, andere hingegen eher weniger. Besonders oft treten in einem solchen Fall auf: Schmerzen in Ruhe oder nach wenigen Metern Gehen, das Fehlen des arteriellen Pulses, Blässe und eine kühlere Hauttemperatur verglichen mit der gegenüberliegenden Gliedmaße.

Akuter arterieller Gefäßverschluss: Was tun?

Ob vollständig oder nicht: Treten einige oder gar alle der genannten Symptome auf, ist Eile geboten - denn ein akuter Gefäßverschluss kann lebensbedrohliche Folgen haben. Da nicht nur die Arterien der Beine und Arme, sondern auch die herz- und hirnversorgenden Schlagadern betroffen sein können, haben Betroffene ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

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Bei vollständigen Verschlüssen beziehungsweise intensiven Beschwerden sollte umgehend der Notarzt gerufen werden. Versuche dich (wenn du selbst betroffen bist) oder den*die Betroffene*n zu beruhigen und die schmerzende Gliedmaße tiefzulagern. So wird die Durchblutung verbessert und der Schmerz reduziert. Auf Wärmflaschen oder Coolpacks solltest du verzichten. Polstere stattdessen lieber den Arm oder das Bein etwas ab. Bemerkst du, dass der betroffene Mensch bewusstlos wird oder Anzeichen eines Schocks zeigt, solltest du ihn in die stabile Seitenlage bringen. 

Im Krankenhaus angekommen, wird der Gefäßverschluss mittels bildgebender Verfahren sichtbar gemacht. Anschließend kann er medikamentös oder operativ aufgelöst werden.

Gefäßverschluss: Nicht nur Arterien, auch Venen können betroffen sein

Gefäßverschlüsse können auch in Venen vorkommen. Doch sind die Bedingungen in den Gefäßen, die das Blut zurück zum Herzen transportieren, ganz anders als in den Arterien. Auch die Folgen sind andere. So kann ein Venenverschluss beispielsweise eine Thrombose im Bein oder eine lebensgefährliche Lungenembolie verursachen. Das passiert, wenn sich ein Blutgerinnsel löst und in die Lunge wandert.

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