• Welche Schutzimpfungen für Kinder sind empfohlen?
  • Welche sind Pflicht?
  • Können Eltern Pflichtimpfungen umgehen?
  • Warum sind manche Impfungen besonders wichtig?

Impfungen sind eine wichtige Prävention gegen einige Krankheiten. Viele Impfungen finden im Kindesalter statt. Auch wenn sich die meisten Eltern für eine Impfung ihrer Kleinen entscheiden, gibt es oftmals Unsicherheiten. Da die Immunisierung durch Impfungen gut funktioniert, treten viele Krankheiten in den Hintergrund oder werden vergessen. Das hat zur Folge, dass ein großes Augenmerk auf die eventuellen Nebenwirkungen der Impfungen gelegt wird. Die Krankheiten, vor denen die Kinder geschützt werden sollen, bergen ohne diesen Schutz allerdings ein hohes Risiko für sie. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einige Impfungen.

Welche empfohlenen Schutzimpfungen gibt es für Kinder?

Diese Impfstoffe werden von der Ständigen Impfkommission für Kinder von 0-12 Jahren empfohlen:

  • Diphtherie: Eine bakterielle Infektionskrankheit.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Wird durch Zeckenstiche übertragen.
  • Grippe (Influenza): Ist sehr ansteckend.
  • Hepatitis B: Hat ein besonders hohes Risiko für eine chronische Verlaufsform.
  • Hib (Haemophilus influenzae Typ b): Eine eher unbekannte Krankheit, die aber schwer verlaufen kann.
  • HPV: Eine Infektion kann langfristig zu Krebs führen.
  • Keuchhusten: Für Erwachsene nicht besonders gefährlich, für Säuglinge kann der Husten aber eine große Bedrohung sein.
  • Masern: Eine sehr ansteckende Krankheit, die vor allem für Kinder gefährlich werden kann.
  • Meningokokken: Können eine bakterielle Hirnhautentzündung auslösen.
  • Mumps: Kann auch übertragen werden, wenn das infizierte Kind keine Symptome zeigt.
  • Pneumokokken: Können schwere Langzeitfolgen haben und im schlimmsten Fall tödlich enden.
  • Polio (Kinderlähmung): Kommt in Europa aktuell nicht mehr vor, kann aber jederzeit aus anderen Regionen zurückkommen.
  • Rotaviren: Sind besonders ansteckend und können für Neugeborene sehr gefährlich werden.
  • Röteln: Stellen ein erhöhtes Risiko für ungeborene Kinder dar.
  • Tetanus: Der Erreger ist weltweit verbreitet.
  • Windpocken: Sind hoch ansteckend.

Mittlerweile gibt es einige Kombinationsimpfstoffe, die einen Schutz für mehrere dieser Krankheiten gleichzeitig ermöglichen. Das hat den großen Vorteil, dass nicht für jede einzelne Krankheit eine eigene Impfung nötig ist. 

Welche Impfungen sind Pflicht?

In Deutschland gibt es bisher nur die Pflicht, sich gegen Masern impfen zu lassen. Diese Impfpflicht ist allerdings erst am 1. März 2020 in Kraft getreten. Für andere Krankheiten gibt es diese Regelung noch nicht. Die erste Impfung wird für Kinder im Alter von ca. 11 Monaten empfohlen. Die Kontrollen werden dabei von Gemeinschaftseinrichtungen, wie zum Beispiel Kindergärten oder Schulen, übernommen. Bei der Anmeldung des Kindes in einer solchen Einrichtung muss die Impfung oder Immunität des Kindes nachgewiesen werden.

Die Impfpflicht gegen Masern wurde eingeführt, da Masern sehr ansteckend sind und es in den letzten Jahren immer wieder zu großen Ausbrüchen der Krankheit gekommen ist. Anders als oft vermutet wird, sind die Masern aber keine Kinderkrankheit, sondern können auch für Erwachsene gefährlich sein. Außerdem können nach einer Infizierung schwere Spätfolgen und Komplikationen auftreten.

Aktuell wird in Deutschland darüber diskutiert, ob eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus sinnvoll wäre. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint es allerdings so, als würde sich das nicht durchsetzen können. Somit ist die Pflicht, sich gegen Masern impfen zu lassen, bisher die einzige derartige Vorschrift, die es hierzulande gibt. Seit dem 16.03.2022 ist allerdings eine Teil-Impfpflicht in Kraft getreten, die für den Pflegebereich gilt. Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, müssen nun nachweisen, dass sie gegen das Coronavirus geimpft sind.

Können Pflichtimpfungen umgangen werden?

Die Änderung des Infektionsschutzgesetztes (IfSG) und die darauffolgende Einführung der Impfpflicht für Masern im März 2020, betrifft alle Menschen, die nach 1970 geboren wurden und Beschäftigte in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen sind. Sie sind dazu verpflichtet, eine Immunität gegen die Krankheit vorweisen zu können. Das kann entweder durch eine Impfbestätigung oder den Nachweis einer Immunisierung durch die Krankheit selbst erfolgen. Beides muss von einem Arzt oder einer Ärztin bestätigt werden. 

Umgangen werden kann diese Impfpflicht grundsätzlich nicht. Wenn keiner der geforderten Nachweise erbracht werden kann, müssen die Einrichtungen das zuständige Gesundheitsamt benachrichtigen. Das kann sowohl ein Tätigkeitsverbot als auch ein Betretungsverbot in den jeweiligen Einrichtungen nach sich ziehen. Bei nicht geimpften Kindern müssen Eltern mit Bußgeldern rechnen. Ein Ausschluss aus der Schule folgt wegen der Schulpflicht nicht. Auch Situationen, die zu einer Zwangsimpfung führen würden, bestehen nicht.

Allerdings gibt es auch Menschen, die von dieser Pflicht ausgenommen sind. Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Disposition nicht geimpft werden können, haben die Möglichkeit, durch eine ärztliche Bestätigung von der Impfpflicht befreit zu werden.

Warum sind manche Impfungen so wichtig für Kinder?

Impfen kann durchaus für alle Altersgruppen sehr sinnvoll sein, aber vor allem Kinder können durch Impfungen gut geschützt werden. Ihr Schutz durch das körpereigene Immunsystem ist nämlich noch nicht so weit gestärkt, dass es sie vor den Folgen und Auswirkungen schlimmer Krankheiten bewahren kann. 

Neben dem schützenden Effekt für das Kind selbst haben Impfungen auch eine positive Auswirkung auf den Schutz anderer Kinder. Eine Impfung kann sie nicht nur vor möglichen schweren Verläufen bewahren, sondern auch die Übertragung von Krankheiten verringert oder unterbinden. Dadurch können auch nicht geimpfte Kinder geschützt werden. 

Es ist außerdem sinnvoll, wenn erwachsene Bezugspersonen geimpft sind, da auch sie Überträger*innen sein können. Einige Krankheiten, die für Erwachsene ungefährlich sind, können für Babys und Kinder tödliche Folgen haben. Durch eine Impfung der Eltern kann das Risiko für eine Übertragung verringert werden. Die Impfung ermöglicht dem Immunsystem, das Kind auf die gefährlichen Viren vorzubereiten.