Kapseln-Schlucken als Sonnenschutz? Der Sommer ist da, Sonne-Tanken ist angesagt. Doch der richtige Sonnenschutz ist dabei unerlässlich, denn die UV-Strahlung schadet der Haut. Da hilft auch Vorbräunen nicht. Aber sich jedes Mal einzucremen, scheint lästig. Zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin werben nun mit dem Schutz vor schädlicher UV-Strahlung. Die Verbraucherzentrale Bremen rät in einer Mitteilung jedoch davon ab.

Kapseln mit Beta-Carotin können Sonnencreme nicht ersetzen

Beta-Carotin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, daher wird es auch Provitamin A genannt. Zusätzlich hat es eine anti-oxidative Wirkung: Durch die Zufuhr von Beta-Carotin erhöht sich dessen Gehalt in der Haut und führt zu einer braun-orangen Tönung - erklärt die Verbraucherzentrale.

"Doch es ist wissenschaftlich nicht erwiesen, dass Beta-Carotin einen wirksamen Schutz gegen schädliche UV-Strahlen bietet," sagt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bremen. "Kapseln können das Eincremen mit einem Sonnenschutzmittel mit geeignetem Lichtschutzfaktor auf keinen Fall ersetzen."

Hohe Mengen Beta-Carotin können Nebenwirkungen haben

Nur bei einer stark erhöhten Aufnahmemenge zeigte sich ein geringer positiver Effekt. Allerdings können solch hohe Mengen auch Nebenwirkungen haben. "Studien zeigen, dass bei Rauchern, im Zusammenhang mit der Einnahme von Beta-Carotin, ein Anstieg der Lungenkrebsrate sowie erhöhte Risiken bei bestehender Herz-Kreislauf-Problematik auftreten," erklärt Pannenbecker.

Bisher ist allerdings nicht ausreichend untersucht, ob die erhöhte Zufuhr von Beta-Carotin auch für Nichtraucher oder andere mögliche Risikogruppen wie Asthmatiker problematisch ist.

Institut für Risikobewertung rät von zusätzlicher Aufnahme von Beta-Carotin ab

Beta-Carotin ist zum Beispiel in Möhren, Spinat und Aprikosen enthalten und wird außerdem vielen Lebensmitteln zugesetzt. So wird es als Farbstoff oder zur Anreicherung mit Vitamin A zum Beispiel in Getränken, Milchprodukten, Süßwaren und Cerealien eingesetzt. Von einer zusätzlichen Aufnahme in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung deshalb ab. Die empfohlene Zufuhr gilt für alle als ausreichend gedeckt.