• Akupunktur als Therapieform der Traditionellen Chinesischen Medizin
  • Die Wirkung der Nadeln auf den Körper
  • Wann Akupunktur tatsächlich helfen kann
  • Wie die Behandlung abläuft und wer die Kosten übernimmt
  • Mögliche Nebenwirkungen der Therapie

Ursprünglich stammt die Idee der Akupunktur aus China und gilt als wesentlicher Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dieser Sammelbegriff fasst alle traditionellen, alternativen Therapiemethoden zusammen, die in den letzten Jahrtausenden in Asien entstanden sind und sich bewusst von der klassischen Schulmedizin abgrenzen. Denn TCM-Behandlungen sollen nicht nur Erkrankte heilen, sondern Krankheiten ebenso aktiv vorbeugen.

Akupunktur: Das Konzept hinter den Nadelstichen

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Akupunktur auch in Europa verbreitet und wird - meist in Kombination mit der klassischen Schulmedizin - zur Schmerztherapie angewandt. Darüber hinaus fanden weitere Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin, wie Yoga oder Qigong, ihren Weg nach Europa und stoßen auf immer größere Begeisterung.

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Akupunktur basiert auf der traditionellen asiatischen Vorstellung des menschlichen Körpers. Diese geht davon aus, dass durch jeden Menschen ständig Lebensenergie, das sogenannte Qi, strömt. Für dieses gibt es spezielle Leitbahnen (Meridiane), die durch den gesamten Körper verlaufen.

Fließt die Lebensenergie harmonisch und gleichmäßig im Menschen, gilt dieser als gesund. Wird der Energiefluss jedoch unterbrochen, können gemäß der asiatischen Vorstellung Schmerzen oder gar Krankheiten auftreten. Grund dafür können verschiedenste Faktoren, wie etwa Kälte, Stress oder andere psychische Belastungen sein. Mit den feinen Nadelstichen der Akupunktur sollen Blockaden wie diese gelöst werden, damit die Qi-Energie wieder frei durch den Körper fließen kann.

Wie wirkt Akupunktur auf den Körper?

Laut dem Berufsverband Deutscher Internisten reizen die kleinen Nadelstiche die Nervenbahnen und lösen somit biochemische Prozesse aus, die Schmerzen lindern können. Außerdem wirkt der Einstich in die Haut wie ein Entzündungsreiz, der die Durchblutung anregt und dadurch auch Muskelspannungen lösen kann.

Ebenso stimuliert eine Akupunktur das Nervensystem und ruft Reaktionen in den verschiedensten Organen hervor. Über das Rückenmark werden die Reize bis ins Gehirn transportiert. Dort werden als unmittelbare Folge eines Einstichs schmerzlindernde sowie stimmungsaufhellende Glückshormone ausgeschüttet, beispielsweise Endorphine und Serotonin.

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Bei diesen Beschwerden können die Nadeln helfen

  • Chronische Schmerzen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Übelkeit
  • Allergien, allergisches Asthma
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Magen-Darm-Probleme (Gastritis, Koliken)
  • Menstruationsbeschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Gelenkprobleme, Arthrose
  • Rheuma
  • Hormon- und Durchblutungsstörungen
  • Psychische Belastungen (Stress, Schlafstörungen, Nervosität, depressive Verstimmungen)

Dank Akupunktur schneller abnehmen?

Mit den feinen Nadelstichen lästige Pfunde verlieren? Klingt verlockend - doch kann das wirklich funktionieren? Um hierauf eine zuverlässige Antwort zu geben, müssen zunächst die genauen Ursachen des Übergewichts analysiert werden. Stecken gesundheitliche Beschwerden oder gar psychische Belastungen dahinter, kann Akupunktur tatsächlich zur Behandlung eingesetzt werden und zum Wunschgewicht verhelfen. Ungesunde Ernährung oder mangelnde Bewegung können durch den alternativen Therapieansatz aus Asien jedoch nicht ausgeglichen werden.

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Gilt Akupunktur im konkreten Fall als geeignete Hilfe zum Abnehmen, wird in der Regel eine Ohrakupunktur durchgeführt. Denn gemäß der chinesischen Vorstellung gibt es dort unterschiedliche Punkte, die alle Organe des Menschen stimulieren können. Außerdem ist der Weg zum Gehirn sehr kurz. Daher soll durch die Nadelstiche am Ohr beispielsweise das Hungergefühl gestoppt, der Stoffwechsel angekurbelt sowie die Fettverbrennung beschleunigt werden.

Nikotinabhängigkeit: Nadelstiche gegen die Sucht

Oftmals versuchen Raucher ihre Zigarettensucht mit Akupunktur zu bekämpfen. Bei manchen Menschen scheint die alternative Therapiemethode tatsächlich anzuschlagen. Internationale Forscher der Cochrane Collaboration konnten die Wirkung in ihren wissenschaftlichen Untersuchungen bisher jedoch nicht eindeutig nachweisen. In mehreren Sitzungen wird in der Regel das Ohr der Betroffenen punktiert. Anders als bei regulären Akupunkturbehandlungen verbleiben die Nadeln dort für mehrere Tage, um so das Suchtverhalten über einen längeren Zeitraum zu beeinflussen. Ebenso sollen dadurch Rückfalle verhindert werden. Erste Erfolge zeigen sich meist jedoch erst nach rund fünf Behandlungen.

Akupunktur während der Schwangerschaft?

Mithilfe von Akupunktur versuchen werdende Mütter oft unangenehme Beschwerden, wie Übelkeit oder Rückenschmerzen, sanft zu behandeln. Denn Medikamente und Schmerzmittel sollten in der Schwangerschaft nur so selten wie möglich eingenommen werden. Auch in der Stillzeit ist das alternative Heilverfahren sehr beliebt.

Darüber hinaus werden die feinen Nadeln auch zur Geburtsvorbereitung verwendet. Ab der 36. Schwangerschaftswoche, also rund ein Monat vor dem errechneten Geburtstermin, können dann wöchentlich gezielte Akupunkturbehandlungen stattfinden. Punktiert wird dabei unter dem Knie, an der Wade, am Knöchel sowie am kleinen Zeh. Dort sollen die Nadelstiche unter anderem das Gewebe der Frau lockern, Verkrampfungen lösen und die Wehen anregen.

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So läuft die Akupunkturbehandlung ab

Grundsätzlich wird Akupunktur von Heilpraktikern und naturheilkundlichen Ärzten praktiziert. Je nachdem, welche Beschwerden behandelt werden sollen, werden sterile Einwegnadeln an den jeweiligen Körperstellen beziehungsweise Akupunkturpunkten gestochen. Dort verbleiben sie circa 20 bis 30 Minuten. In der Regel besteht die alternative Therapieform aus mehreren Sitzungen, meist rund sechs bis zwölf. Bei akuten Beschwerden erachtet die Bamberger Internistin Dr. med. Andrea Langhorst jedoch auch einmalige Behandlungen als sinnvoll.

Da Akupunkturnadeln deutlich dünner als gewöhnliche Nadeln sind, spüren Patienten beim Einstich normalerweise kaum einen Schmerz. Stattdessen kann ein leichtes Kribbeln, Taubheits- oder Wärmegefühl auftreten, sobald die Nadeln gesetzt wurden.

Zahlt die Krankenkasse die Therapiekosten?

Gemäß der Verbraucherzentrale haben sich die gesetzlichen Krankenkassen seit 2017 dazu bereit erklärt, die Kosten von Akupunkturbehandlungen zu übernehmen. Allerdings nur, wenn dadurch chronische Beschwerden der Lendenwirbelsäule oder Arthrose im Kniegelenk therapiert werden, die seit mindestens einem halben Jahr andauern. Außerdem dürfen die Nadeln nur von einem speziell ausgebildeten Arzt gesetzt werden. Akupunktursitzungen bei Heilpraktikern gelten derzeit nicht als Kassenleistung und müssen von den Patienten selbst gezahlt werden.

Diese Nebenwirkungen können bei Akupunktur auftreten

Bei den ersten Akupunktursitzungen kann es zu sogenannten Erstreaktionen kommen. Das bedeutet, dass sich die zu behandelnden Symptome zunächst etwas verschlechtern, bevor eine Besserung eintritt. Außerdem können sich an den Einstichstellen leichte Blutergüsse oder Rötungen bilden. Manche Patienten leiden während der Behandlung auch unter Kreislaufproblemen und Schwindelanfällen.

Vorsicht bei akut lebensbedrohlichem Gesundheitszustand

Die Behandlung mit den feinen Nadeln ist jedoch nicht bei allen Erkrankungen sinnvoll! So wird bei Blutgerinnungsstörungen und schweren psychischen Beschwerden von einer Akupunktur abgeraten. Dasselbe gilt für Patienten in einer akut lebensbedrohlichen Gesundheitsverfassung. Doch auch bei noch unklaren Befunden ist die alternative Therapieform aus Asien nicht direkt die beste Lösung. Denn vor dem Einsatz der Nadeln müssen die genauen Auslöser der gesundheitlichen Beschwerden immer gründlich untersucht werden. Bei akuten Erkrankungen erzielen Behandlungsformen der klassischen Schulmedizin meist schnellere Verbesserungen.

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