Als Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird eine psychische Auffälligkeit beschrieben, die häufig bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird. Da von dem Bewegungsdrang, der durch das ADHS oftmals hervorgerufen wird, vor allem Kinder betroffen sind, wird die krankhafte Störung im Volksmund auch "Zappelphillip-Syndrom" genannt. Doch ADHS kann in allen Altersstufen auftreten und sich je nach Geschlecht unterschiedlich auswirken.

Patricia Quinn, Direktorin am National Center for Issues and ADHD in Washington (DC), erklärt im Ärzteblatt, dass sich das ADHS bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Formen zeigt. Während Männer eher "nach außen" agieren und durch aggressives, unkonzentriertes Verhalten auffallen, richtet sich die Symptome von Frauen "nach innen".

ADHS bei Frauen: Diese Symptome deuten auf die krankhafte Störung hin

Als Folge der krankhaften Störung würden sich Frauen unterordnen, anpassen und stets die Schuld auf sich nehmen. Dies würde dann oftmals zu depressiven Verstimmungen, Schamgefühlen und Selbstvorwürfen führen. Außerdem würde es Frauen, häufig besser als Männern, gelingen, ihre Symptome geheim zu halten und über lange Zeit relativ unauffällig zu "funktionieren". Sie leiden in sich hinein, anstatt es der Umwelt kund zu tun.

Das ADHS kann bei Frauen auch in Konzentrationsstörungen und einem schlechten Selbstbewusstsein münden. Ohne Behandlung führt die Störung dazu, dass die Frauen möglicherweise langsam, umständlich, gereizt oder überempfindlich reagieren oder Schwierigkeiten haben, Entscheidungen zu treffen. Wie focus online erklärt, kann die Verdrängung  von ADHS-Symptomen bei den Betroffenen auch zu einer Sucht führen. Demnach würden Frauen mit ADHS zum übermäßigen Konsum von Nikotin, Alkohol, Marihuana und anderen Drogen neigen.

Merkmale für ADHS bei Frauen können sein:

  • verminderte Aufmerksamkeit
  • Schwierigkeiten bei Routine-Aufgaben
  • Ruhelosigkeit und Getriebenheit
  • Impulsivität
  • Schwierigkeiten bei dem Erreichen von gesteckten Zielen im Berufs- oder Privatleben
  • Erhöhte Unfallneigung
  • Missachtung von Regeln, Gesetzen und Vorschriften

Behandlungsmöglichkeiten von ADHS bei Frauen

Ein möglicher Grund für die Vielzahl von unentdecktem ADHS-Erkrankungen bei Frauen liegt an der unausgeglichenen Forschung. Diese führt dazu, dass Mädchen und Frauen möglicherweise von ADHS betroffen sind, dies aber oftmals nicht diagnostiziert wird. Wissenschaftlerin Quinn erklärt, dass Symptome, Diagnostik und Therapien für ADHS in der Fachliteratur überwiegend anhand von jungen, männlichen Patienten beschrieben werden. Die Rolle von Frauen und Mädchen ist in dieser Forschung ist untergeordnet.

Bei der Behandlung von ADHS gibt es keine geschlechtlichen Unterschiede. Neben einer Psychotherapie oder Verhaltenstherapie kann auch mit Medikamente gegen das ADHS vorgegangen werden. Dabei können auch spezialisierte ADHS-Psychotherapeuten aufgesucht werden, die Expertinnen und Experten in ihrem Gebiet sind und jede Ursache oder diffuse Symptome für ADHS kennen.

Der Psychologe und ADHS-Therapeut Michael Kopper beschreibt in der Women`s Health mögliche weitere Schritte, nachdem das ADHS diagnostiziert wurde. Individuell angeordnete Medikamente können den Patienten helfen, für mehrere Stunden die Gedanken zu strukturieren und Impulse kontrollieren zu können. Kopper warnt jedoch, dass die Symptome oft stärker wieder da sind, wenn die Wirkung der Medikamente nachlässt.

Gehirntraining gegen ADHS

Neben Medikamenten können auch Gehirntrainings helfen. Durch diese kann der Patient oder die Patientin nachhaltige Strukturen im Gehirn aufbauen, um sich besser konzentrieren zu können. Neurofeedback, Achtsamkeitstraining oder emotionales Regulationstraining dienen dabei als mögliche Trainingsmethoden.

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