Schlürfen statt Schlemmen: Was es mit dem Detox-Trend auf sich hat

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Ein Entsafter lohnt sich besonders, wenn du planst, regelmäßig frische Säfte zuzubereiten. Foto: Adobe Stock | wattana
Bei einer Saftkur verzichtest du für mehrere Tage vollständig auf feste Nahrung und ernährst dich ausschließlich von Säften. Foto: Adobe Stock | Daniel
 
Abgepackte Saftkur-Sets mit ausreichend Säften kannst du auch ganz bequem online bestellen. So sparst du Zeit und musst die Säfte nicht selbst zubereiten. Foto: Adobe Stock | rh2010
 
Bevor du dir direkt einen Entsafter zulegst, kannst du deine Säfte zunächst auch ganz unkompliziert mit einem Pürierstab selbst herstellen. Foto: Adobe Stock | Sergey
 
Auch wenn viele Menschen von ihren positiven Erfahrungen mit Saftkuren berichten, ist deren Wirkung wissenschaftlich bislang nicht belegt. Sei dir daher der möglichen Risiken bewusst ...
 

Saftkuren sind ein beliebter Trend zum Jahresanfang und sollen Erholung für Körper und Wohlbefinden versprechen. Doch hinter der Detox-Diät verstecken sich einige Mythen und Risiken.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, wächst bei vielen der Wunsch, Ballast abzuwerfen und dem Körper etwas Gutes zu tun. Während überall von Detox die Rede ist, erlebt ein Trend immer wieder ein Comeback: die Saftkur. Zwischen bunten Flaschen, frischen Zutaten und vielversprechenden Online-Rezepten stellt sich schnell die Frage: Was steckt eigentlich hinter dieser flüssigen Auszeit vom Alltag?

Ob als sanfter Einstieg in eine bewusste Ernährung oder als Reset für das eigene Wohlbefinden – Säfte trinken statt Essen klingt simpel, ist aber gar nicht so eindimensional, wie es zunächst scheint. Bevor du also zur Flasche oder zum Entsafter greifst, lohnt sich ein genauerer Blick auf Idee, Ablauf und Wirkung einer Saftkur.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

Ein frischer Start für deinen Körper: die Idee der Saftkur

Das Grundprinzip einer Saftkur lautet "Trinken statt Essen". Innerhalb eines selbstgewählten Zeitraums, meist drei, fünf oder sieben Tage, verzichtest du auf feste Nahrung und genießt stattdessen erfrischende Säfte. Diese bestehen hauptsächlich aus Obst und Gemüse, die du ganz einfach selbst pressen oder entsaften kannst. Zusätzlich zu den Säften trinkst du viel Wasser, ungesüßten Tee und leichte Brühen, um deinem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen.

Das Ziel einer Saftkur ist es, den Körper von Schadstoffen und Chemikalien zu befreien. Viele Saftkur-Fans sind überzeugt, dass wir im Alltag Stoffe aufnehmen, die unser Körper nicht vollständig ausscheiden kann. Eine Saftkur soll dabei helfen, diese Rückstände loszuwerden. Als Beweggründe für eine Saftkur geben Menschen unterschiedliche Gründe an:

  • Ungesunde Ernährung mit zu viel Fett und Zucker
  • Nikotinkonsum
  • Alkoholkonsum
  • Umweltgifte
  • Stress

So funktioniert das Entgiften mit der Saftkur

Bevor du mit der Saftkur startest, ist eine Vorbereitungszeit von ein bis zwei Wochen sinnvoll. Reduziere nach und nach deine Portionsgrößen und setze auf leichte, ausgewogene Mahlzeiten. Verzichte möglichst auf Alkohol, Nikotin und Koffein, denn so minimierst du das Risiko von Entzugssymptomen während der Kur. Falls du deine Säfte selbst zubereiten möchtest, besorge dir rechtzeitig ausreichend frisches Obst und Gemüse, damit dein Körper während der Kur optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist.

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Zu Beginn vieler Detox-Diäten wird der Darm mithilfe spezieller Tabletten sanft entleert. Wer möchte, kann ergänzend Produkte einnehmen, die entgiftende Inhaltsstoffe enthalten und das Darmmilieu unterstützen. Während der eigentlichen Safttage ist es besonders wichtig, neben 4 bis 6 Säften täglich zusätzlich viel Wasser und Tee zu trinken. Die frisch gepressten Obst- und Gemüsesäfte sollen den Stoffwechsel ankurbeln und die Verdauung fördern. Nach Abschluss der Saftkur empfiehlt sich eine leichte ballaststoffreiche Ernährung. Feste Nahrung sollte nach und nach langsam wieder eingeführt werden, damit der Körper sich sanft umstellen kann.

Die Säfte für deine Kur kannst du ganz einfach selbst frisch pressen. So behältst du die volle Kontrolle über die Zutaten und den Geschmack. Falls dir das zu aufwendig ist, gibt es auch praktische Saftkur-Sets, die bereits fertig zusammengestellt sind und bequem online bestellt werden können.

Mythen & Fakten: Das kann eine Saftkur tatsächlich bewirken

Viele nutzen eine Saftkur in der Hoffnung auf einen Detox: Dem Körper sollen Giftstoffe entzogen und gleichzeitig reichlich Nährstoffe sowie Vitamine zugeführt werden. Manche sehen die Saftkur jedoch auch als schnelle Diät an, was ein verbreiteter Irrglaube ist. Zwar zeigt die Waage häufig einen kurzfristigen Gewichtsverlust, doch dieser ist meist auf Wasser und einen möglichen Abbau von Muskelmasse zurückzuführen. Es kommt zum Jojo-Effekt: Sobald du wieder feste Nahrung zu dir nimmst, pendelt sich dein Körpergewicht in der Regel wieder ein.

Ob Detox-Diäten wirklich wirken, ist bislang wissenschaftlich nicht belegt. Auch ob und wie sie den Stoffwechsel tatsächlich ankurbeln, bleibt laut Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. fraglich. Natürlich gilt auch hier wie bei jeder Diät: Verbraucht dein Körper über einen gewissen Zeitraum hinweg mehr Energie, als ihm zugeführt wird, verlierst du Gewicht. 

Eine Saftkur kann der Startschuss für eine nachhaltige Ernährungsumstellung sein. Denn eine ausgewogene Ernährung ist das A und O für einen energiegeladenen, gesunden Alltag. Mit den richtigen Lebensmitteln kannst du nicht nur dein Wohlbefinden steigern, sondern auch langfristig mehr Energie, Konzentration und Lebensfreude aus deiner Ernährung schöpfen.

Für wen lohnt sich die Saftkur wirklich?

Wer eine Saftkur plant, sollte einige Voraussetzungen mitbringen. Du solltest volljährig und körperlich gesund sein. Bevor du mit einer Saftkur beginnst, empfiehlt sich ein Gespräch mit deinem Hausarzt. Das ist besonders wichtig, wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst. Es ist völlig in Ordnung, die Saftkur abzubrechen, falls du dich währenddessen unwohl fühlst. Die eigene Gesundheit steht immer an erster Stelle!

Auf eine Saftkur verzichten sollten außerdem Kinder, Schwangere, Stillende und Kranke.

Das solltest du beachten: mögliche Risiken einer Saftkur

Bevor du direkt zur Saftkur greifst, solltest du wissen, dass in dem bunten Detox-Trend auch Risiken lauern können. Durch das Entsaften von Obst und Gemüse gehen oftmals wichtige Ballaststoffe verloren, die für eine gesunde Darmflora unerlässlich sind. Ballaststoffe wirken entzündungshemmend und fördern die Stabilität unseres Mikrobioms.

Wird auf sie verzichtet, kann das Auswirkungen auf unser Mund- und Darmmikrobiom haben. In einer Studie, veröffentlicht im Fachjournal "Nutrients", wurden drei Gruppen miteinander verglichen: Eine Gruppe konsumierte ausschließlich Säfte, die zweite kombinierte Säfte mit fester Nahrung und die dritte ernährte sich von ballaststoffreichen, pflanzenbasierten Lebensmitteln.

Das Ergebnis: Bei der reinen Saftkur kam es bereits nach kurzer Zeit zu Entzündungsreaktionen im Mundmikrobiom. Das Darmmikrobiom zeigte zwar weniger starke Veränderungen, jedoch traten auch hier Bakterien auf, die typischerweise auf Entzündungen hinweisen.

Frische Säfte selbst gemacht: So einfach geht’s zu Hause

Wenn du Geld sparen möchtest, kannst du deine Säfte auch ganz einfach zu Hause selbst zubereiten. Ein Entsafter ist dabei zwar praktisch, aber kein Muss. Besonders für den Anfang oder einen ersten Versuch reicht es völlig aus, das Obst und Gemüse kleinzuschneiden und dann im Mixer oder mit einem Pürierstab zu verarbeiten. So kannst du unkompliziert und kostengünstig in deine Saftkur starten.

Folgende Obst- und Gemüsesorten eignen sich besonders gut als Zutaten:

  • Äpfel: Ballaststoffe, Vitamin C, Antioxidantien
  • Blattgemüse: zum Beispiel Spinat, Grünkohl, Mangold oder Petersilie; Vitamin A, Vitamin C, Vitamin K, Folsäure, Eisen, Ballaststoffe
  • Gurken: Kalzium, Zink, Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor; beruhigen den Magen
  • Ingwer: reich an ätherischen Ölen, entzündungshemmend
  • Karotten: Beta-Carotin, Vitamin K, Kalium
  • Rote Bete: Antioxidantien, Eisen, Folsäure; Farbstoff Betanin kann unterstützend auf Leber wirken
  • Sellerie: Antioxidantien, Vitamin K, Ballaststoffe
  • Zitrusfrüchte: zum Beispiel Orangen, Zitronen und Grapefruits; Vitamin C, schützen das Immunsystem

Im Handumdrehen zubereitet: Rezepte für leckere Säfte

Mit den richtigen Zutaten wird die Zubereitung deiner Säfte zum Kinderspiel. Im Internet findest du zahlreiche Rezepte, die sich ganz unkompliziert zu Hause nachmachen lassen. Hier findest du ein Beispiel für einen gesunden Karotten-Orangen-Saft:

  • 500 g Bio-Karotten
  • 1 Bio-Orange
  • 1 TL Leinöl
  • 1 Bio-Zitrone

Und so bereitest du den Saft zu:

  1. Die Karotten gründlich waschen und die Enden abschneiden. Sie müssen nicht geschält werden, bevor sie in den Entsafter kommen.
  2. Solange die Karotten gepresst werden, die Zitrone sowie die Orange auspressen und zum Karottensaft hinzugeben.
  3. Sobald alles gepresst ist, 1 TL Leinöl unterrühren. Anschließend für eine Stunde in den Kühlschrank stellen und danach sofort servieren. Wem der Saft zu intensiv ist, kann ihn mit Wasser weiter verdünnen.

Damit du von möglichst vielen Nährstoffen profitierst und es nicht langweilig wird, empfiehlt es sich, die Säfte regelmäßig zu variieren. Unterschiedliche Kombinationen aus Obst und Gemüse sorgen dafür, dass du eine breite Palette an Vitaminen und Mineralstoffen aufnimmst. Eine bunte Auswahl verschiedener Saft-Rezepte findest du hier.

Wissenswertes vor deiner ersten Saftkur

Für eine wirkungsvolle Saftkur empfiehlt es sich, pro Tag etwa vier bis sechs Säfte zu jeweils rund 400 ml zu trinken. Zwischen den einzelnen Saftportionen sollte stets eine Pause von mindestens zwei Stunden liegen. Während dieser Zeit unterstützt es deinen Körper optimal, wenn du viel stilles Wasser zu dir nimmst.

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Gerade am Abend, wenn sich das Hungergefühl besonders bemerkbar macht, eignen sich Smoothies hervorragend: Durch ihre cremige Konsistenz sättigen sie besser als herkömmliche Säfte und können Heißhunger sanft entgegenwirken. Am Morgen kannst du dir ein größeres Getränk zubereiten und es über den Tag verteilt genießen. Sollte dich tagsüber doch einmal der große Appetit überkommen, sind ein Apfel oder eine leichte Gemüsebrühe vollkommen okay.

Ob sich die Anschaffung eines Entsafters für dich lohnt, hängt von deinen Bedürfnissen ab. Wenn du planst, regelmäßig Säfte zuzubereiten, ist ein Entsafter ideal, da er selbst hartes Gemüse effektiv verarbeitet und die Vitamine beim Pressen erhält. Die Reinigung des Geräts ist zwar etwas aufwendiger als bei einem Mixer, dafür lohnt sich der Aufwand bei häufiger Nutzung. Wer die Saftkur erst einmal ausprobieren möchte, kann anfangs auf einen Mixer zurückgreifen. Sollte das Saftfasten zu deiner neuen Routine werden, zahlt sich ein Entsafter definitiv aus.

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