• "Novavax": neuer Corona-Impfstoff unterscheidet sich von allen bekannten Vakzinen
  • Der Wirkstoff soll noch im September einen Zulassungsantrag in der EU stellen
  • EU hat sich bereits 200 Millionen Dosen bis 2023 gesichert

In der Europäischen Union soll schon bald ein neuer Impfstoff zugelassen werden. Das US-amerikanische Unternehmen Novavax möchte im Laufe des Septembers 2021 einen Antrag auf Zulassung stellen. Schon seit Februar läuft ein beschleunigtes Prüfverfahren. Anfang August hatte sich die EU bereits bis zu 200 Millionen Dosen bis 2023 gesichert. Doch was macht den Impfstoff so besonders?

Corona-Impfstoff "Novavax": So unterscheidet er sich von Biontech und Co.

Bislang sind in Deutschland vier Impfstoffe zugelassen: die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer, sowie die beiden Vektorimpfstoffe von Johnson&Johnson und Astrazeneca. Das Vakzin des US-amerikanischen Unternehmens Novavax ist keines von beiden, sondern könnte in der EU der erste zugelassene Corona-Impfstoff auf Protein-Basis sein. Was bedeutet das?

Wie die Apotheken Umschau erklärt, enthält das Präparat "winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen." Der menschliche Körper muss das Spike-Protein also nicht selbst herstellen, wie es bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna der Fall ist. Diese Phase wird mit einem Protein-Impfstoff "übersprungen".

Um eine Reaktion des Immunsystems zu erzeugen, wird dem künstlichen Spike-Protein ein Wirkverstärker - ein Adjuvans - hinzugefügt. Dieser Stoff sorgt dafür, dass das Immunsystem überhaupt erst aktiviert wird.

Hohe Wirksamkeit: Impf-Studien zeigen gute Ergebnisse

Das Prinzip ist keinesfalls neu und hat sich schon bei  Grippeimpfungen bewährt. Ein weiterer Vorteil des Vakzins "NVX-CoV2373" ist, dass es bei Kühlschranktemperaturen lagerbar ist. Das macht den Transport einfacher und günstiger, weswegen sich der Impfstoff auch gut für einen Einsatz in weniger wohlhabenden Ländern eignet. Auch die Wirksamkeit des Impfstoffes ist ersten Ergebnissen zufolge hoch. Die Phase-3-Studie zur Zulassung des Impfstoffes ergab eine Wirksamkeit von 90,4 Prozent. Vor mittelschweren und schweren Krankheitsverläufen schütze es sogar zu 100 Prozent. Als Impfreaktionen werden teilweise Schmerzen an der Einstichstelle, sowie Müdigkeit oder Kopf- und Muskelschmerzen genannt.

Zudem hat sich das Vakzin, welches zweimal gespritzt werden muss,  auch bereits gegen Corona-Varianten bewährt. Eine Studie aus Großbritannien mit rund 15.000 Probanden zeigte "eine Gesamtwirksamkeit von 89,7 Prozent und eine Wirksamkeit von mehr als 96 Prozent gegen den ursprünglichen Virusstamm", schreibt der Bayerische Rundfunk

Die EU wartet nun auf eine Antragstellung auf Zulassung. Der Hersteller kündigte an, diese noch im vierten Quartal dieses Jahres einzureichen. Anfang August hat sich die Europäische Kommission bereits Zugriff auf bis zu 200 Millionen Impfdosen bis zum Jahr 2023 gesichert. 

Von der Leyen zu Corona-Impfstoff "Novavax": "Absicherung zum Schutz unserer Bevölkerung"

„Da sich neue Coronavirus-Varianten in Europa und weltweit ausbreiten, ist dieser neue Vertrag mit einem Unternehmen, das seinen Impfstoff bereits erfolgreich an diesen Varianten testet, eine weitere Absicherung zum Schutz unserer Bevölkerung", erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und fügt an: "Er stärkt zusätzlich unser breites Impfstoffportfolio zum Nutzen der Menschen in Europa und unserer Partner weltweit.“