Und der Begriff „Zipfel“ war in Franken schon früher eine geläufige Bezeichnung für die länglichen Bratwürste.
Ein Rezept mit Tradition
Viele alte Familienrezepte werden heute leider immer seltener gekocht. Dabei sind es gerade diese Gerichte, die Erinnerungen wecken und Generationen verbinden.
Wer einmal einen Topf Blaue Zipfel auf den Tisch stellt, erlebt oft etwas Schönes: Plötzlich erzählen die Eltern oder Großeltern von früher, von Kirchweihen, Wirtshausbesuchen oder dem Sonntagsessen daheim.
Genau solche Momente machen unsere fränkische Esskultur so wertvoll.
Mein Tipp
Für Blaue Zipfel sollten Sie unbedingt frische rohe Bratwürste verwenden. Die Qualität der Wurst entscheidet am Ende über den Geschmack des gesamten Gerichts.
Außerdem empfehle ich, die Würste nicht sprudelnd zu kochen. Der Sud sollte lediglich leicht ziehen oder, wie man in Franken so schön sagt, „simmern“. So bleiben die Würste besonders saftig und platzen nicht auf.
Dazu passt frisches Bauernbrot oder ein kräftiges Sauerteigbrot. Wer mag, genießt dazu ein Glas Frankenwein oder süffiges Bier.
Mein Rezept für Blaue Zipfel
Zutaten für 4 Personen
• 8 fränkische rohe Bratwürste
• 4 große Zwiebeln
• 750 ml Wasser
• 250 ml Weißweinessig
• 2 Lorbeerblätter
• 10 Pfefferkörner
• 3 Wacholderbeeren
• 1 Teelöffel Salz
• 1 Prise Zucker
Zubereitung
Die Zwiebeln in feine Ringe schneiden.
Wasser, Essig, Lorbeer, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Salz und Zucker in einem großen Topf aufkochen. Die Zwiebeln hinzufügen und etwa fünf Minuten köcheln lassen.
Anschließend die rohen Bratwürste vorsichtig in den Sud legen. Die Hitze reduzieren und die Würste etwa 20 bis 25 Minuten ziehen lassen. Wichtig: Der Sud sollte nicht kochen, nur simmern.
Die Würste zusammen mit den Zwiebeln und reichlich Sud servieren.
Dazu frisches Brot reichen – und genießen.
Manche Gerichte brauchen keine modernen Trends, um beliebt zu bleiben. Blaue Zipfel gehören für mich genau dazu. Sie sind ein Stück fränkische Heimat, das seit Generationen geschätzt wird.
Vielleicht haben Sie jetzt wieder Lust bekommen, diesen Klassiker einmal selbst zuzubereiten.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Nachkochen und einen guten Appetit.
Ihr
Tobias Krause
Vorschaubild: © Nina / fraenkische-rezepte.de