Starke Beine im Alter: Dieses Lebensmittel kann die Mobilität verbessern

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Schon kleine Veränderungen können bei älteren Menschen spürbare Effekte auf Beweglichkeit und Muskelkraft haben. Wie ein Lebensmittel dabei helfen kann.

Mit zunehmendem Alter verlieren unsere Muskeln an Kraft und Reaktionsgeschwindigkeit. Oft bemerken wir das erst, wenn das Aufstehen vom Stuhl mühsamer wird oder ein Stolpern auf der Treppe gefährlich werden kann. Ein überraschender Ansatz könnte helfen, diese Alterserscheinungen abzumildern: eine kleine Portion Erdnussbutter am Tag.

Drei Esslöffel Erdnussbutter täglich: Ein einfacher Test

Forscher haben untersucht, ob drei Esslöffel des Nussaufstrichs die Muskelkraft älterer Menschen verbessern können – und die Ergebnisse sind zumindest teilweise vielversprechend. In einer Studie der Deakin University in Melbourne wurden 120 Erwachsene ab 65 Jahren untersucht, die als sturzgefährdet eingestuft wurden. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt täglich 43 Gramm Peanut Butter – etwa drei Esslöffel – über sechs Monate, die andere Hälfte setzte ihre gewohnte Ernährung fort. Beide Gruppen sollten ihre üblichen Bewegungsgewohnheiten beibehalten.

Nach Ablauf des Experiments zeigten sich klare Unterschiede bei der sogenannten 5-Times-Sit-to-Stand-Übung, bei der Probanden fünfmal hintereinander vom Stuhl aufstehen und sich wieder hinsetzen mussten. Die Erdnussbutter-Gruppe verbesserte sich im Durchschnitt um 1,23 Sekunden, eine Veränderung, die als klinisch bedeutsam gilt. Das zeigt, dass sich die Muskelpower der unteren Extremitäten erhöht hat, ein wichtiger Faktor für Mobilität und Sturzprävention.

Interessant ist: Andere Werte wie die Gehgeschwindigkeit, Handkraft oder Körperzusammensetzung blieben unverändert. Erdnussbutter verbessert also nicht die gesamte Muskelkraft, aber gezielt die Geschwindigkeit beim Bewegen der Beine – genau die Fähigkeit, die im Alltag oft den Unterschied macht.

Muskelpower versus Muskelkraft: Warum der Unterschied zählt

Muskelkraft beschreibt, wie viel Kraft ein Muskel erzeugen kann, Muskelpower hingegen, wie schnell diese Kraft umgesetzt wird. Diese Geschwindigkeit ist entscheidend, um Stürze abzufangen oder schnell aufzustehen.

Studien zeigen, dass Muskelpower im Alter schneller abnimmt als reine Muskelkraft und stärker mit Unabhängigkeit und Mobilität zusammenhängt.

Die Untersuchung verdeutlicht genau diesen Unterschied: Die Teilnehmer bewegten sich beim Sit-to-Stand schneller, ohne dass sich ihre maximalen Kraftwerte signifikant veränderten. Diese Dynamik kann im Alltag entscheidend sein, beim Treppensteigen, Aufstehen oder bei einem Ausweichmanöver im Haushalt.

Kalorien, Gewicht und Nährstoffe: Keine Sorge vor Extra-Pfunden

Eine Sorge vieler älterer Menschen ist, dass zusätzliche Kalorien schnell zu Gewichtszunahme führen. Doch die Studie zeigte: Trotz rund 250 zusätzlicher Kalorien und 13 Gramm Protein täglich, die die Peanut Butter lieferte, nahm niemand signifikant zu.

Experten führen das auf den hohen Anteil an ungesättigten Fetten und die begrenzte Verwertung der Nahrungsenergie zurück.

Ferner liefert Erdnussbutter wichtige Nährstoffe: pflanzliches Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, die sich positiv auf den gesamten Organismus auswirken können. Die weiche Konsistenz macht den Aufstrich zudem besonders für ältere Menschen geeignet, die Schwierigkeiten beim Kauen von Nüssen haben.

Praktische Vorteile und Grenzen der Studie

Die Adhärenz, also die Therapietreue, war hoch: Teilnehmer hielten sich im Schnitt zu 86 Prozent an die tägliche Portion. Die Studie zeigt also, dass Peanut Butter eine einfach umsetzbare, kostengünstige und schmackhafte Ergänzung für ältere Menschen sein kann.

Einschränkungen gibt es jedoch: Die Probanden waren überwiegend gut ernährt und beweglich, sodass die Wirkung bei bereits geschwächten oder unterernährten Menschen möglicherweise stärker ausfällt. Auch andere wichtige Faktoren wie Entzündungsmarker oder langfristige gesundheitliche Folgen wurden nicht gemessen.

Zudem kam die Erdnussbutter von einem Hersteller, und die Studie wurde teilweise von einer Interessensgruppe unterstützt, auch wenn die Forscher betonten, dass die Geldgeber keinen Einfluss auf Design oder Auswertung hatten.

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