Gift in Bio-Kinderkeksen? TV-Doku mit erschreckenden Erkenntnissen
Autor: Strahinja Bućan
Hamburg, Dienstag, 14. April 2026
Gerade Lebensmittel mit dem Label "Bio" sollen besonders gesund sein. Ein Fernsehteam hat nun Kinderkekse untersuchen lassen - und ist dabei auf einen gefährlichen Stoff gestoßen.
Bei Lebensmitteln mit Kindern schaut man gern zweimal, ob sie wirklich sicher und gesund sind. Dabei sollten Label wie "Bio" noch einmal zusätzliches Vertrauen schaffen. Ein Team der Verbraucherredaktion des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hat für die Sendung "Die Tricks mit Bio und Öko" mit Jo Hiller nun Bio-Kekse für Kinder unter die Lupe genommen - teils mit beunruhigenden Ergebnissen.
Das Fernsehteam hat die Kinderkekse in einer Stichprobe in einem akkreditierten Labor untersuchen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass die zulässigen Acrylamid-Werte von 150 µg/kg teilsweise deutlich überschritten wurden. "In den Traffix-Keksen der Bohlsener Mühle stecken 210 µg/kg -in den Karibix-Keksen sogar 270 µg/kg", so der NDR. In den mit Honig gesüßten Butterkeksen von Alnatura würde der Acrylamidgehalt bei 230 µg/kg liegen. Der höchste Wert wurde bei den Butterkeksen von Bisson gemessen - und zwar 440 µg/kg.
Krebserregender Stoff in Bio-Kinderkeksen nachgewiesen - Hersteller versprechen Besserung
Acrylamid ist eine chemische Verbindung, die beim starken Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel entsteht – etwa beim Braten, Backen, Rösten oder Frittieren. Typische Quellen sind Pommes frites, Chips, Kaffee, Brot und Kekse. Studien haben gezeigt, dass Acrylamid im Tierversuch krebserregend wirkt, weshalb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Verbindung als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" einstuft. Übrigens hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz im vergangenen Jahr festgestellt, dass eine beliebte Süßspeise massiv mit Acrylamid belastet ist.
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Besonders tückisch laut der NDR-Reportage: Die Bio-Branche wirbt häufig mit vermeintlich gesünderen Zuckerarten. Auf den Produkten finden sich Hinweise auf Agave, Kokosblüten, Zuckerrohr oder Honig. Bio-Kinderkekse werben zudem mit dem Aufdruck "alternativ gesüßt", "ohne Zuckerzusätze" oder "mit der Süße der Früchte". Problematisch wird das vor allem bei Backwaren, denn bestimmte Zuckerarten reagieren unter Hitze zu Acrylamid. Dr. Britta Schautz von der Verbraucherzentrale erklärt dazu gegenüber dem NDR: "Gerade Honig oder auch Fruchtzutaten, enthalten oft Einfachzucker. Zum Beispiel die Glucose oder die Fructose. Dieser Einfachzucker, der reagiert noch schneller zu Acrylamid, wenn das Ganze erhitzt wird und das kann am Ende dazu führen, dass mehr Acrylamid in diesen Produkten vorliegt."
Einige Hersteller haben dem NDR gegenüber bereits Besserung versprochen, unter anderem Alnatura. "Die Rezeptur wurde vor Kurzem dahingehend optimiert, indem diese keinen Honig mehr enthält", heißt es von dem Unternehmen. Auch Bisson hat angekündigt, seine Produkte zu überprüfen und "umgehend zusätzliche Korrekturmaßnahmen" einzuleiten. Bohlsener Mühle rechtfertigt sich wiederum damit, dass die untersuchten Kekse gar nicht für Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren konzipiert seien, sondern eben für ältere Kinder.