Achtung: "Fake-Schokolade" jetzt in vielen Supermärkten - so erkennst du sie

3 Min

Viele Hersteller ändern derzeit die Rezeptur ihrer Schokoladen-Produkte. Eine neue Zutat soll jetzt auch Kakao ersetzen. Das macht sich beim Geschmack bemerkbar.

Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Man genießt seinen Lieblings-Schokokeks und plötzlich fällt einem auf, dass sie ein kleines bisschen anders schmeckt als gewohnt. Bei einem Blick auf die Verpackung fällt einem tatsächlich auf - bei den Inhaltsstoffen fehlt der Kakao, dafür prangt aber ein Symbol mit der Aufschrift ChoViva auf der Verpackung. 

Darauf hat jetzt auch die Organisation Foodwatch in einem Social-Media-Video aufmerksam gemacht. In vielen Produkten sei "kein Kakao mehr drin. Stattdessen wird immer öfter ChoViva verwendet", so die Foodwatch-Mitarbeiterin in dem Clip. Zum Beispiel hätten Rewe und Penny einige ihre Eigenmarken auf ChoViva umgestellt. Doch was ist ChoViva überhaupt? "Im Grunde ist das Schokolade, nur nicht aus Kakao sondern aus Sonnenblumenkernen", so die Dame von Foodwatch in dem Video. Die würden dann geröstet und fermentiert - dadurch entstehe ein ähnlicher Geschmack wie beim Original mit Kakao. Abgesehen davon gibt es noch weitere Alternativen auf dem Markt - unter anderem mit Hafer.

Hersteller nutzen immer öfter Schoko-Ersatz - Internet-Community gespalten

ChoViva stammt ursprünglich vom Münchner Food-StartUp Planet A Foods, das Produkt selbst wurde im Jahr 2022 vorgestellt. "Eine echte, zukunftsorientierte und kostengünstigere Schokoladenalternative für großartige Massenmarkt-Produkte mit stabiler Lieferkette und deutlich geringerem CO₂ -Fußabdruck", bewirbt das Unternehmen sein Produkt. Tatsächlich konnten die Münchner laut eigener Aussage bereits namhafte Partner mit ins Boot holen - unter anderem Einzelhändler wie Rewe, Penny oder Netto sowie Süßwaren-Hersteller wie Nestlé, De Beukalaer oder Coppenrath. Übrigens hat der Milka-Hersteller Mondelez erneut mit einer versteckten Preiserhöhung für Ärger gesorgt

Beispielsweise Rewe arbeitet bereits seit 2024 mit Planet A Foods zusammen. "ChoViva hat uns sofort überzeugt – hinsichtlich der Qualität als Zutat und ihrer Vorteile für Natur, Klima, Ressourcenschonung und Rohstoffverfügbarkeit", sagte damals Marcel Weber, Geschäftsleiter Ware Eigenmarken national und international bei der Rewe Group. Der Schoko-Ersatz ist vor allem bei den hohen Preisen für Kakao derzeit eine willkommene Alternative für Hersteller und Einzelhändler. Das betont auch Foodwatch: "Kakao ist teuer, braucht viel Fläche und kommt von weit weg. Sonnenblumenkerne wachsen eben auch in Europa", heißt es in dem Video. ChoViva sei deshalb nicht nur klimafreundlicher sondern auch günstiger. Gerade vor Ostern sorgen hohe Preise von Schokoladen-Produkten für Unmut.

Wie ChoViva schmeckt, sollte man am besten selbst probieren. Die Foodwatch-Community bei Tiktok ist gespalten. Einigen schmeckt das Produkt ganz und gar nicht, andere wiederum sind überzeugt. Es steht aber auch die Befürchtung im Raum, dass Hersteller durch ChoViva lediglich die Preise für ihre Erzeugnisse hochschrauben. "Es sollte ordentlich darauf hingewiesen werden und der Preis angepasst", fordert beispielsweise eine Userin.

"Führt in die Irre": "Sun Rice Original 2.0" enthält keine Schokolade mehr

Laut Verbraucherzentrale komme es bei den neuartigen Schoko-Immitaten mitunter zu Irreführungen am Kunden. Die Umstellung auf Choviva im Produkt "Sun Rice Original 2.0" zeigt laut Verbraucherzentrale exemplarisch, wie leicht Konsumenten getäuscht werden können: Zwar wurde die Rezeptur vollständig verändert und Kakao durch eine kakaofreie Alternative auf Basis von Sonnenblumenkernen ersetzt, doch die Verpackung blieb nahezu identisch, sodass viele Käufer weiterhin ein klassisches Schokoladenprodukt erwarteten.  

Entscheidend ist dabei weniger das Fehlen von Hinweisen - diese existieren durchaus ("Neue Rezeptur", "kakaofrei", Choviva-Logo) - sondern deren geringe Sichtbarkeit im Vergleich zum dominanten Produktnamen "Original 2.0", der eher Kontinuität als Bruch signalisiert. Wer ein bekanntes Produkt kauft, rechne nicht damit, dass dessen zentrale Zutat vollständig ersetzt wurde, insbesondere wenn Gestaltung, Farbe und Markenauftritt fast unverändert bleiben, so die Verbraucherzentrale und urteilt: "Der Hinweis "Original 2.0" führt in die Irre."

Der Fall gilt daher als typisches Beispiel für "Skimpflation", bei der hochwertigere Zutaten durch günstigere ersetzt werden, ohne dies auf den ersten Blick klar erkennbar zu machen.  Aus Sicht der Verbraucherschützer wäre eine deutlich sichtbare Kennzeichnung auf der Vorderseite nötig gewesen, die unmissverständlich klarstellt, dass es sich nicht mehr um ein Schokoladenprodukt handelt - alles andere begünstigt Fehlkäufe. 

Aldi, Rewe, Penny & Lidl & Co. : Hier steckt bereits ChoViva drin 

Bei vielen Supermärkten gibt es bereits ChoViva anstelle von Kakao in den Schoko-Produkten. Hier ist eine Auswahl (Stand 3/2026):

REWE

  • Beste Wahl Nussecken
  • Beste Wahl Mandelhörnchen
  • Beste Wahl Peanut Butter Cups
  • Beste Wahl Haselnussröllchen
  • Beste Wahl Waffle Bites
  • Beste Wahl Salted Caramel (Hazelnut Crunch)
  • ja! Mignon Waffeln (vegan)
  • ja! Peanut Snack
  • ja! Caramel Bits
  • ja! Neapolitan Waffeln

Penny

  • COVO Mignon Waffeln (vegan)
  • COVO Haselnussröllchen
  • COVO Neapolitan Waffeln
  • Choco’la Peanut Snacks

Lidl

  • Peanut Caramel Popcorn
  • White Coconut Popcorn  

Aldi Süd

  • CHOCEUR Star Rice Milk
  • Biscotto Waffel-Crisps  

Kaufland

  • K-Classic Waffle Bites  

Rossmann

  • Das Exquisite Waffle Bites
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen 
Vorschaubild: © planet-a-foods.com