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Im Supermarkt und beim Discounter: Wieso werden Eier nicht gekühlt?

Ähnlich wie die Frage was zuerst da war, das Huhn oder das Ei, ranken sich auch einige umstrittene Theorien über eines der meist konsumierten Lebensmittel der Welt. Warum werden Eier im Supermarkt nicht gekühlt, zu Hause aber meist im Kühlschrank gelagert?
 
Eier lagern: Warum werden sie im Supermarkt nicht gekühlt?
Nach dem Einkauf kommen frische Eier in den Kühlschrank. Doch warum eigentlich? Im Einzelhandel werden Eier schließlich ungekühlt angeboten. Was es damit auf sich hat, erklären wir Ihnen hier. Foto: Hans Braxmeier/Pixabay.com

Knapp 20 Milliarden Eier haben allein die Deutschen im Jahr 2020 konsumiert. Das entspricht grob geschätzt etwa dreimal der gesamten Weltbevölkerung. Eine unglaublich große Menge - und doch sind für viele wichtige Fragen rund um das Ei noch gar nicht klar. Zum Beispiel die Frage nach der korrekten Lagerung. Eier landen bei den meisten von uns nach dem Einkauf direkt im Kühlschrank - und das, obwohl sie im Supermarkt, Discounter oder auf dem Wochenmarkt gar nicht gekühlt werden. Warum orientieren wir uns also bei der Ei-Lagerung nicht am Vorbild des Einzelhändlers - die sollten schließlich am besten wissen, wie man Lebensmittel korrekt lagert. Oder etwa nicht?

Eier gehören laut der Verbraucherzentrale Bayern zu "hygienisch empfindlichen Lebensmitteln". Sie verderben daher leicht - was erstmal für eine Kühlung spricht. Außerdem haben Eier von Natur aus eine Schutzschicht, die sie vor gefährlichen Keimen schützt. Diese Schutzschicht heißt Cuticula und sorgt unter anderem dafür, dass Eier überhaupt so lange haltbar sind. Zusätzlich wird das Ei von dem Eiweißbaustein Lysozym geschützt. Dieser macht es besonders widerstandsfähig gegen Erreger und Keime. Im ungekühlten Zustand hat ein Ei eine generelle Haltbarkeit von 18 Tagen nach dem Legen. Auch der Handel darf frische Eier bis zu 18 Tagen nach dem Legedatum ungekühlt anbieten. Im Supermarkt sind die Eier meist noch innerhalb dieser 18 Tage und benötigen daher keine gekühlte Lagerung. 

Darum lagert man Eier zu Hause besser im Kühlschrank 

Im Kühlschrank wird der Reifungsprozess des Eis deutlich verlangsamt. Wenn die Eier zu Hause entsprechend gekühlt werden, kann sich deren Haltbarkeit deutlich verlängern. Deshalb sollte man Eier ab dem Zeitpunkt des Kaufes immer im Kühlschrank aufbewahren. "Wir empfehlen Verbrauchern, Eier immer gleich nach dem Kauf bei maximal sieben Grad zu kühlen", erklärt Andrea Danitschek, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Die kühlen Temperaturen im Kühlschrank seien der beste Schutz gegen das Wachstum von krankheitserregenden Bakterien wie etwa Salmonellen. Generell wird auch davon abgeraten, Eier in der Sonne oder in einem warmen Umfeld zu lagern. 

Wichtig: "Eier sollten im Kühlschrank möglichst getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden", rät Susanne Moritz von der Verbraucherzentrale Bayern. An der Eierschale können sich nämlich Salmonellen oder andere bakterielle Krankheitserreger wie Campylobacter befinden, die andere Lebensmittel befallen könnten. Ein guter Aufbewahrungsort im Kühlschrank ist das bei den meisten Modellen vorhandene Eierfach - meist findet man es oben in der Kühlschranktür. Alternativ kann man die Eier auch einfach im Karton lassen und dadurch von den anderen Lebensmitteln fernhalten.

Auch wird bei dem Umgang mit Eiern immer zur Vorsicht geraten, denn Salmonellen halten sich auch an der Haut und können beim Kochen schnell im Essen landen. Deshalb empfiehlt es sich, immer direkt die Hände zu waschen, nachdem man Eier angefasst hat.

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Hart gekochte Eier (und damit auch gefärbte Ostereier) sind bei Zimmertemperatur übrigens etwa zwei Wochen haltbar. Auch sie können natürlich im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dann erhöht sich die Haltbarkeit laut Verbraucherzentrale Bayern um weitere zwei Wochen. Insgesamt sind hart gekochte Eier also im Kühlschrank mindestens vier Wochen haltbar. 

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