- Kapseln
- Tabletten
- Saft
- lösliches Granulat
Um die Qualität und den Nutzen dieser Erzeugnisse festzustellen, führen unabhängige und gemeinnützige Verbraucherorganisationen regelmäßig einen Nahrungsergänzungsmittel Test durch. In der Regel werden verschiedene Präparate in unterschiedlichen Preisklassen (5- 30 Euro) unter die Lupe genommen. Darunter befinden sich Arzneien, die zum Teil zugesetzte Vitamine sowie Eisensalze in hochkonzentrierter Form enthalten. Diese Produkte werden oft bei einem ärztlich diagnostizieren Mangel verabreicht. Daneben werden freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel untersucht. Hier liegt die Preisspanne zwischen 2 und 29 Euro. Empfehlenswert sind gut verträgliche Kombi-Produkte mit Vitamin C, weil die Aufnahme besser ist. Der wesentliche Unterschied zu den ärztlich verordneten Medikamenten liegt darin, dass die Produkte eine geringere Eisen Dosierung haben. Schließlich werden Arzneimittel dazu eingesetzt, um Krankheiten zu heilen, Nahrungsergänzungsmittel haben – wie der Name bereits aussagt – einen anderen Sinn. Sie sind für Personen ohne Vorerkrankungen geeignet, die ihren Bedarf an wichtigen Mineralien decken wollen.
Wie gefährlich ist ein zu hoher Eisenwert?
Der beste Zeitpunkt für eine Einnahme eisenhaltiger Produkte ist eine Stunde vor dem Frühstück – also möglichst nüchtern. So ist dein Körper in der Lage, das Mineral besonders gut aufzunehmen. Allerdings kann Eisen deine Magenschleimhaut reizen. Kommt es deshalb zu unerwünschten Symptomen (Schmerzen oder Verdauungsbeschwerden), solltest du den Einnahmezeitpunkt verschieben oder deinen Arzt kontaktieren. Bevorzugst du eine andere Tageszeit, solltest du mindestens zwei Stunden vorher nichts essen. Bis zur nächsten Mahlzeit ist eine Pause von etwa einer Stunde ideal. Die Eisensubstitution kann schon bei einer normalen Dosierung zu Bauchschmerzen, Übelkeit oder Verdauungsstörungen führen. Ein schwarz verfärbter Stuhl ist zwar unbedenklich, wird aber ebenfalls häufig beobachtet,
Eine erhöhte Konzentration im Blut kann zu den gleichen Anzeichen führen, was für die Betroffenen zunächst irreführend ist. Halten die Symptome an, sollte eine Labormessung durchgeführt werden, bei der häufig eine erhöhte Anzahl der roten Blutkörperchen festgestellt wird. Sogenannte Erythrozytenkonzentrate können zu einem extremen Anstieg der Eisenkonzentration führen. Das sind Infusionen, die bei krankhaften Blutbildungsstörungen verabreicht werden. Bei Kindern kann eine überhöhte Dosierung zu einer Eisenvergiftung und somit einen medizinischen Notfall hervorrufen. Deshalb solltest du Produkte meiden, die speziell für Kinder bestimmt sind, denn diese haben meist eine viel zu hohe Eisenkonzentration.
Drastisch erhöhte Werte werden häufig aufgrund von Stoffwechselstörungen (Hämochromatose) festgestellt. Für die sogenannte Eisenüberladung ist die Aufnahme durch den Darm verantwortlich und das Eisen sammelt sich schließlich in der Leber, in der Bauchspeicheldrüse oder im Herz. Folglich kann es durch die hohe Konzentration zu einem Organversagen oder chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes, kommen. Deshalb ist in diesen Fällen eine ärztebegleitende Therapie wichtig. Allerdings können Symptome, die für eine Über- oder Unterdosierung typisch sind, durchaus andere Ursachen haben. Deshalb sollte im Zweifelsfall immer ein Arzt konsultiert werden.
Welche Risiken hat eine Selbstmedikation?
Der Wert bei einer Laboruntersuchung wird als "Eisenspiegel im Serum" bezeichnet - also die Menge des Transportproteins Transferrin, das zur Zeit der Messung im Blut vorhanden ist. Doch die Menge kann naturgemäß über den Tag hinweg variieren. Eindeutiger und zuverlässiger ist der Ferritin-Wert, also die Menge des im Körper gespeicherten Eisens (Speichereisen). Die Werte im Serum liegen bei Erwachsenen durchschnittlich bei:
- Urin: ca. bis 100 μg/24 Stunden
- Frauen: 60 - 180 Mikrogramm pro Deziliter (μg/dl)
- Männer: 70 - 180 μg/dl
- Kinder bis 13 Jahren: 30 - 140 μg/dl
- Neugeborene: Erfahrungsgemäß liegen die Werte bis zu einem Alter von 3 Monaten über dem Durchschnittswert.
Hast du den Eindruck, dass ein Eisenmangel der Grund für ungewöhnliche Beschwerden ist, solltest du vorsichtshalber den Wert vom Arzt bestimmen lassen, anstatt irgendwelche Eisentabletten einzunehmen. Schließlich können auch niedrig dosierte Nahrungsergänzungsmittel zu einer Überdosierung führen. Informiere den behandelnden Mediziner darüber, wenn du auch andere Medikamente einnimmst, denn eine mögliche Wechselwirkung kann die Aufnahme von Eisen beeinträchtigen. Dazu zählen unter anderem Antazia (neutralisieren die Magensäure) und Präparate mit zugesetztem Calcium oder Magnesium. Im Zweifel informiere dich beim Arzt oder Apotheker über individuelle Lösungen. Umgekehrt kann Eisen die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen. Unter anderem wird die Effektivität von Schilddrüsenhormonen beeinträchtigt und das Antibiotikum Doxycyclin wirkt nicht mehr richtig. In diesen Fällen solltest du bis zur Einnahme – ähnlich wie bei Lebensmitteln – etwa 3 Stunden warten.
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