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Starkregen-Ereignisse

Fluten im Garten: So rettest du deinen Garten nach Starkregen

Heftige Starkregen haben im diesjährigen Sommer zahlreiche Gebiete überflutet - so sehr, dass der ein oder andere Garten kaum noch wiederzuerkennen war. Nach Unwettern wie diesen stellt sich schnell die Frage: Wie lassen sich die Pflanzen retten? Und womit kann man sie vor weiteren Niederschlägen schützen?
 
Die Folgen von starken Niederschlägen machen sich oft im eigenen Garten bemerkbar. Was kann man tun, um Schäden zu verhindern?
Die Folgen von starken Niederschlägen machen sich oft im eigenen Garten bemerkbar. Was kann man tun, um Schäden zu verhindern? Foto: CC0 / Pixabay / Pexels
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  • Starkregen-Ereignisse: Wie kann man Überschwemmungen im Garten verhindern?
  • Wie lassen sich Saatgut und Jungpflanzen vor Starkregen schützen?
  • Wie geht man nach einem Starkregen vor? 
  • Was kann man für beschädigte Pflanzen tun?

Starkregen zeichnet sich dadurch aus, dass innerhalb kürzester Zeit enorme Wassermengen auf die Erde fallen. Der Boden kann die Menge an Flüssigkeit nicht mehr aufnehmen, weshalb häufig Bodenerosionen und Überschwemmungen entstehen. Ist der eigene Garten davon betroffen, drohen viele Pflanzen zu ertrinken oder kaputtzugehen. Das heißt allerdings nicht, dass man tatenlos zusehen muss! Hier erfährst du, wie du deinen Garten nach einem Starkregen wiederbeleben kannst und womit du ihn vor Niederschlägen am besten schützt. 

Starkregen: Wie kann man Überschwemmungen im Garten verhindern?

Die gute Nachricht: Gegen die Folgen eines Starkregens "kann man vorbeugen und schon im eigenen Garten viel tun", erklärt Jens Sander, Geschäftsführer einer Baumschule in Tornesch, in einer Pressemeldung des Bundes deutscher Baumschulen e.V.  Besonders bei der Planung und Bepflanzung eines Gartens ließen sich bereits viele Schutzmaßnahmen ergreifen. 

  • Eine Kiesschicht um die Gebäude herum schützt Fassaden vor Flutwellen und sorgt dafür, dass das Wasser in der Tiefe versickert.
  • Direkt daneben sollten große, dicht und vielseitig bepflanzte Beete angelegt werden. Diese können Wassermengen gut aufnehmen und langfristig den Grundwasserspiegel erweitern. 
  • Pflanzen schützen besser als Rasen. Grund dafür sind die Wurzeln, welche den Boden auflockern und auf diese Weise natürliche Abflussrinnen schaffen, über die der Regen ablaufen kann. Rasenflächen lassen sich durch eine Mischung aus Lehm- und Sandböden gegen mögliche Überflutungen stärken. 
  • Befestigte Bereiche ohne Pflanzen (z.B. Wege, Garageneinfahrten, Pflasterflächen) sollten mit größeren Fugen versehen werden. Als Füllmaterial eignen sich beispielsweise lockere Gesteinskörnungen wie etwa Sand oder feiner Kies. 

Insgesamt sollte man bei der Anlegung eines Gartens also darauf achten, den Boden so wenig wie möglich zu versiegeln, damit überschüssiges Wasser im Erdreich versickern kann. Lesenswert: Welche Gartenarbeiten du im Oktober erledigen solltest, erfährst du in unserem Artikel.

Wie lassen sich Saatgut und Jungpflanzen vor Starkregen schützen?

Besonders sensibel auf Regenfälle reagieren Saatgut und Jungpflanzen, die sich noch nicht vollständig entwickelt haben. Regenempfindliche Gewächse wie etwa Tomaten brauchen zusätzlichen Schutz, beispielsweise: 

Derartige Maßnahmen können am besten präventiv kurz vor einer Regenfront eingesetzt werden. 

Den Garten retten: Wie geht man nach einem Starkregen vor?

Wenn sich viele Wassermengen im Garten befinden, sollte man betroffene Stellen nicht zu früh betreten - sonst verdichtet sich die Erde und der Regen kann schlechter abfließen. Sobald man keine tiefen Spuren mehr hinterlässt, ist der Boden wieder begehbar. Dann kann man Schritt für Schritt mit dem Wiederaufbau anfangen. 

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  1. Boden trocknen und lockern: Mit einem Handgrubber können Beete gelockert werden, sodass wieder mehr Sauerstoff in die Erde eindringen kann. Auch ein ausgehobener Wassergraben hilft, dass das Wasser schneller abfließen kann. Nötig ist dies jedoch erst ab zehn Zentimeter Regen. 
  2. Aufräumen und reinigen: Verstreute Pflanzenteile oder Gegenstände sollten beseitigt werden. Anschließend ist es sinnvoll, den gesamten Garten - von Steinen bis hin zu Pflanzen - vorsichtig durchzuspülen, um Schlammmassen zu beseitigen. 
  3. Neu einpflanzen: Entwurzelte, aber noch intakte Pflanzen können zurückgeschnitten und wieder eingepflanzt werden. Je mehr von den Wurzeln fehlt, desto stärker sollte die Krone verkleinert werden. Außerdem brauchen beschädigte Pflanzen viel Humus, um sich wieder erholen zu können. 
  4. Bestandsaufnahme: Ist das grobe Chaos beseitigt, zeigt sich, wie schwer die Folgen des Starkregens ausfallen. Welche Pflanzen haben das Unwetter überlebt? Ist Obst und Gemüse noch essbar? Wie sieht der Rasen aus? 

Sobald du die Lage einschätzen kannst, wird es Zeit, sich um einzelne Stellen des Gartens zu kümmern. 

Nach dem Starkregen: Was kann man für beschädigte Pflanzen tun?

Ist eine Pflanze kaputt, sollte man beschädigte Stängel abschneiden, damit neue nachwachsen können. Je nach Art des Gewächses schließen sich gegebenenfalls weitere unterschiedliche Regenerierungsmaßnahmen an:

  • Stauden und andere krautartige Pflanzen: Sind Blätter eingetrocknet, kannst du die Triebe so kürzen, dass sie etwa eine Handbreit über dem Boden enden. Schon nach einer Woche zeigt sich, ob die Pflanze in der Lage ist, neue Blätter zu bilden. 
  • Zwiebel- und Knollenpflanzen: Gräbt man die Wurzeln aus, lässt sich am Geruch erkennen, ob die Knolle bzw. Zwiebel verfault ist oder nicht. Du kannst entweder einige von ihnen ausgraben, trocknen und prüfen, ob sich Fäulnis gebildet hat - oder sie in der Erde lassen und abwarten, ob sich im neuen Frühjahr neue Triebe bilden. 
  • Kübelpflanzen: Überschüssiges Wasser in den Untersetztern muss weggeschüttet werden. Eine Kiesschicht im unteren Teil des Blumentopfes beugt Überwässerung vor. 
  • Rasen: Ist die Rasenfläche wieder betretbar und frei von Schlamm, sollte man die Grasnarbe mit einer Grabegabel öffnen, damit wieder mehr Sauerstoff in den Boden gelangt. Bei starker Beschädigung kann auch eine Nachsaat nötig sein. 

Nach einem Starkregen ist es außerdem möglich, dass sich Schadstoffe in der Erde oder im Kompost befinden. Um festzustellen, ob der eigene Garten davon betroffen ist, kannst du Proben in einem Bodenlabor untersuchen lassen. 

Fazit: So rettest du deinen Garten nach Starkregen und so beugst du vor

Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Beete und Rasen präventiv vor Starkregen schützen. Dicht und vielseitig bepflanzte Flächen sind besonders hilfreich, da sie den Boden auflockern und dafür sorgen, dass Wasser gut abfließen kann. Jungpflanzen und Saatgut können geschützt werden, indem sie vor Wind und Regen abgeschirmt werden.

Trotzdem lassen sich Überflutungen natürlich nicht völlig verhindern und auch in gut ausgebauten Gärten können sich Folgen eines Starkregens abzeichnen.

Bevor man mit dem Wiederaufbau beginnt, sollten der Boden einigermaßen trocken, der Schlamm beseitigt und herumliegende Pflanzenteile oder Gegenstände aufgeräumt sein. Anschließend kannst du Gewächse, die überlebt haben, individuell bei der Regenerierung unterstützen. Lese-Empfehlung: Welche Wildobsthecken du im Herbst pflanzen kannst, erfährst du in unserem Artikel. 

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