Viele Gänseblümchen im Garten - warum das ein Warnsignal sein kann

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Wenn in deinem Garten viele Gänseblümchen wachsen, könnte das ein schlechtes Zeichen sein. Diese Hinweise geben dir die "Zeigerpflanzen".

Wir alle kennen die kleinen weißen Blümchen, die häufig in einer Vielzahl auf dem Rasen in Gärten, Parks oder Grünanlagen wachsen. Gänseblümchen sind zwar schön anzuschauen, sie haben aber auch einen ganz bestimmten Nutzen. Treten Gänseblümchen in großer Menge auf, kann das für Hobbygärtner ein Warnsignal sein.

Übrigens: Der Name Gänseblümchen leitet sich davon ab, dass die Pflanze besonders häufig auf Wiesen wächst, die als Weideland für Gänse genutzt wurden – den sogenannten Gänseweiden. Dort wurde die Pflanze gerne von Gänsen gefressen. Der Name stammt aus dem 16. Jahrhundert und geht zurück auf das mittelhochdeutsche Wort "gensebluome". Eine alternative Erklärung besagt, dass der Name von dem weißen Gefieder der Gans kommt, da die Blätter des Gänseblümchens schneeweiß sind. 

Warum Gänseblümchen ein Warnsignal für Hobbygärtner sein können

Gänseblümchen gehören zu den sogenannten Zeigerpflanzen oder Indikatorpflanzen. Dabei handelt es sich um Wildpflanzen, die durch ihre Anwesenheit auf bestimmte Eigenschaften des Bodens hinweisen. Sie wachsen nämlich bevorzugt dort, wo die Standortbedingungen ihren Ansprüchen entsprechen, und breiten sich bei passenden Verhältnissen stark aus.

Anhand der Indikatorpflanzen lassen sich so schließlich der Nährstoffgehalt, pH-Wert, die Bodenart oder die Feuchtigkeit herauslesen. Der Industrieverband Agrar e.V. betont, dass diese Methode besonders hilfreich sei, um eine erste Einschätzung zur Beschaffenheit des Gartenbodens zu erhalten. Damit könne man sich aufwendige Bodenanalysen sparen. 

Gänseblümchen wachsen gerne auf mageren, nährstoffarmen Böden. Vermehren sich Gänseblümchen sehr stark, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Boden einen Nährstoffmangel hat. Mangelnde Nährstoffe im Boden führen dazu, dass zum Beispiel Gräser an Wuchskraft verlieren - ein Zeichen also, dass der Rasen eine gezielte Düngung benötigt, um die Nährstoffversorgung zu verbessern und damit die Gräser zu stärken.

Wie wird man Gänseblümchen im Garten los?

Eine regelmäßige, bedarfsgerechte Düngung mit stickstoffbetonten Rasendüngern* reicht in der Regel aus, um den Rasen wieder mit Nährstoffen zu versorgen und dadurch auch Gänseblümchen in Zaum zu halten. Das Umweltbundesamt empfiehlt zudem regelmäßiges Vertikutieren, wodurch die Gräser wieder mehr Licht und Platz bekommen. So kann man Gänseblümchen auch ohne chemische Mittel an der zu starken Ausbreitung hindern. Dabei ist es am wichtigsten, dass die Ursache bekämpft wird, damit der Rasen auch gesund und dicht bleibt. Kurios: Dabei kann dir sogar eine Bierflasche helfen.

Neben dem Gänseblümchen als Indikatorpflanze gibt es auch einige andere Pflanzen, die Hinweise auf die Bodenqualität geben können. Weitere Zeigerpflanzen sind:

  • Kriechender Hahnenfuß: Tritt er in Massen auf, deutet dies auf verdichteten Boden hin. Dieser sollte regelmäßig aufgelockert werden. 
  • Ackerschachtelhalm: Steht ebenfalls für Bodenverdichtung und Staunässe. Bodenlockerung und Drainage können Abhilfe schaffen.
  • Brennnessel: Findet man oft auf nährstoffreichen, stickstoffhaltigen Böden. Hier ist meist ein Überangebot an Nährstoffen vorhanden. Bei Überdüngung hilft regelmäßiges Mähen und Enfernen des Schnittguts oder der Anbau von "Starkzehren", das sind Pflanzen, die viele Nährstoffe benötigen, etwa Tomaten, Kohl oder Kürbis.
  • Vogelmiere: Die Pflanze wächst auf einem gut versorgten, lockeren Boden. Ihr Auftreten ist grundsätzlich unbedenklich, solange sie nicht überhandnimmt.
  • Moos: Oft auf saurem, verdichteten oder nährstoffarmen Boden sowie auf Schattenlagen zu finden. Gegen Moos helfen eine Verbesserung der Bodenstruktur und gezielte Düngung.

Natürliche Bodenanalyse durch Zeigerpflanzen wie dem Gänseblümchen

Zeigerpflanzen ersetzen nicht direkt eine professionelle Bodenanalyse. Sie helfen jedoch dabei, schnell und unkompliziert erste Schwachstellen im eigenen Garten zu erkennen. 

Achtest du also vermehrt auf Zeigerpflanzen wie Gänseblümchen und Co., kannst du deinen Rasen und deine Pflanzen gesünder halten und somit womöglich langfristig auf eine professionelle Bodenanalyse verzichten.

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