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Allerheiligen 2022: Wer heute frei hat - und was am "stillen Feiertag" gilt

Am heutigen 1. November ist Allerheiligen. In welchen Bundesländern das ein Feiertag ist, wer frei hat und was es mit dem Feiertag eigentlich auf sich hat, erfährst du hier.
Liebevoll geschmückte Gräber und ewige Lichter: Was es mit Allerheiligen auf sich hat.
Allerheiligen 2022: In diesem Jahr fällt der stille Feiertag auf einen Dienstag - wer hat frei? Foto: Patrick Seeger/dpa

Allerheiligen ist in katholisch geprägten deutschen Bundesländern ein Feiertag. Das heißt: In Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland ist der 1. November alljährlich ein gesetzlicher Feiertag.

Wer dort lebt, darf sich über einen arbeitsfreien Tag freuen. 2022 fällt Allerheiligen auf einen Dienstag.

Was ist Allerheiligen?

Als Allerheiligen wird ein vor allem christliches Fest bezeichnet, zu dem "aller Heiligen" gedacht werden soll. Was es bedarf, um als "heilig" bezeichnet zu werden, erklärt der Theologe Ulrich Lüke gegenüber Katholisch.de: Demnach werden "die, welche dem Vorbild Christi besonders gefolgt sind und durch das Vergießen ihres Blutes (Märtyrer) oder durch heroische Tugendübung (Bekenner) ein hervorragendes Zeugnis für das Himmelreich abgelegt haben", als "Heilige" bezeichnet.

So wird Allerheiligen auch als das Fest "aller der in Christus Vollendeten" bezeichnet und wurde zunächst am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert.

Papst Gregor IV verlegte den Feiertag erst im 8. Jahrhundert auf den 1. November. 

Umfrage: November als Trauermonat verliert an Bedeutung

In der heutigen Zeit hat der November seine Bedeutung als traditioneller Trauermonat des Jahres weitestgehend verloren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, die am 31. Oktober 2022 veröffentlicht wurde. Demnach antworteten 60 Prozent der Befragten, dass sie persönlich weder Allerheiligen (1.11.) noch den Volkstrauertag (dieses Jahr am 13.11.) noch den Totensonntag (2022 am 20.11.) begehen, indem sie zum Beispiel einen Friedhofsbesuch machen oder eines Verstorbenen gedenken. Ein Drittel sagte dagegen, dass sie mindestens einen der Tage begehen. Der Rest machte keine Angabe.

In Westdeutschland verneinten mit 61 Prozent deutlich mehr die Frage, ob sie einen der Gedenktage begehen, als im Osten (56 Prozent). Mit Blick auf die Glaubenszugehörigkeit waren Katholiken, deren traditioneller Totengedenktag Allerheiligen ist, mit Abstand die größten Befürworter des Brauchs, sich im November besonders an Gestorbene zu erinnern. In den katholisch geprägten Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist Allerheiligen ein Feiertag. Auch in anderen Ländern mit katholischer Tradition ist der 1. November ein Feiertag. Darunter befinden sich Österreich, Italien, Polen, Frankreich, Portugal und Spanien.

An der Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH nahmen zwischen dem 17. und 19. Oktober 2022 2040 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren (Methodik-Hinweis: Frage - Mit Feiertagen wie Allerheiligen, Totensonntag und Volkstrauertag gilt der November als der Trauermonat des Jahres. Begehen Sie persönlich einen dieser Feiertage oder mehrere dieser Tage, beispielsweise mit einem Besuch auf dem Friedhof oder einem besonderen Gedenken an Verstorbene? Antwortmöglichkeiten: Ja, nein, weiß nicht).

 Allerheiligen ist ein "stiller Feiertag" 

Allerheiligen gehört zu den sogenannten stillen Feiertagen. Das bedeutet, dass es an diesem Tag nicht möglich ist, zu lauter Musik zu tanzen. Es gilt ein Tanzverbot von 2 bis 24 Uhr. Der Grund dafür ist, dass solche Unterhaltungsveranstaltungen - wie eben das Tanzen - nicht mit dem Ernst des jeweiligen stillen Feiertages vereinbar sind. 

Deshalb sind von dieser Regelung vor allem Diskotheken, Clubs und Gaststätten betroffen.

Nach einer Gesetzesänderung 2013 ist es heutzutage aber in den meisten Fällen möglich, bis 2 Uhr in die stillen Feiertage "hineinzufeiern". Danach muss der Veranstalter aber die Musik leiser drehen und die Tanzfläche räumen lassen.

 Gesetzesänderung zu den "stillen Tagen" abgelehnt

Eine klare Mehrheit im bayerischen Landtag steht zum Tanzverbot an den sogenannten stillen Tagen. Neben den Grünen sprach sich 2021 nur die FDP für eine Aufhebung der Regel aus. Zu den Stillen Tagen zählen Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, Volkstrauertag, Totensonntag, Buß- und Bettag sowie Heiligabend. Laut bayerischen Feiertagsgesetz sind "öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen» mit fröhlichem Charakter" an diesen Tagen in der Regel zwischen 2.00 und 24.00 Uhr untersagt. 

Das Tanzverbot sei nicht mehr zeitgemäß, argumentierten die Grünen unter anderem. Es sei nicht nachvollziehbar, warum man sich öffentlich beim politischen Aschermittwoch der CSU betrinken dürfe, es aber ein Tanzverbot gebe. FDP-Fraktionschef Martin Hagen argumentierte, man verbiete ja auch niemandem, die stillen Tage in stiller Einkehr zu verbringen. Es sei nicht Aufgabe des Staates, den Menschen vorzuschreiben, wie sie die Tage verbringen sollen - so lange niemand anderes gestört werde.

Die Regierungsfraktionen CSU und Freie Wähler, aber auch SPD und AfD lehnten den Grünen-Vorstoß in der ersten Lesung des Gesetzentwurfs ab. Dieser sei nicht erforderlich und nicht zeitgemäß. Es gehe auch nur um neun Tage - an den 356 anderen Tagen im Jahr könne man ungehindert ausgehen und feiern.

 Tanzverbot zu Allerheiligen: Das kannst du trotzdem unternehmen

Konzerte und andere Musikevents bedürfen immer einer separaten Prüfung. Entsprechen sie dem Charakter eines stillen Feiertages, so können sie ohne Probleme abgehalten und besucht werden. Kabarett-, Zirkus oder andere Vorführungen sind gar nicht von der Regelung betroffen, da explizit von einem "Tanzverbot" die Rede ist. Doch auch hier gibt es zwei Ausnahmen: den Buß- und Bettag und den höchsten Feiertag, Karfreitag.

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