Preis schießt in die Höhe: Wie viel Benzin und Diesel darf ich zu Hause lagern?

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In gewissen Mengen darf man Sprit in Kanistern abfüllen und im eigenen Fahrzeug und zu Hause lagern. Was muss dabei beachtet werden?

Hohe Spritpreise an den Tankstellen sind ein Ärgernis für viele Autofahrer. Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs wächst die Sorge, dass Benzin und Diesel bald noch teurer werden könnten als ohnehin schon.

Wer im Alltag auf ein Verbrenner-Fahrzeug angewiesen ist, stellt sich womöglich die Frage, ob es sich lohnen kann, einen Vorrat anzulegen, wenn der Sprit gerade mal günstiger ist. Doch das ist nicht grenzenlos erlaubt. Zudem ist es nicht ganz ungefährlich.

Sprit-Vorrat anlegen: Es gibt klare Grenzen bei Benzin und Diesel

In Deutschland darfst du pro Beförderungseinheit - also pro Fahrzeug - maximal eine Menge von 240 Litern Kraftstoff befördern. Pro Kanister sind aber nicht mehr als 60 Liter erlaubt. Mehr als vier Kanister à 60 Liter sind also nicht erlaubt. 

Empfehlenswert ist eine solch große Menge aus Sicherheitsgründen jedoch nicht. Der ADAC empfiehlt, maximal zehn Liter im Auto mitzuführen. Dabei ist es einerlei, ob es sich um Diesel oder Benzin handelt.

Um eine Gefährdung für die Insassen möglichst gering zu halten, sollte man den Ersatzkanister außerdem so weit entfernt wie möglich von Personen verstauen, also zum Beispiel im Kofferraum. Auch dort sollte ein Spritkanister am besten noch gesichert transportiert werden, etwa mit Spanngurten. Eine gesetzliche Vorschrift zur Mitführung eines Ersatzkanisters gibt es nicht. 

Der richtige Kanister muss es sein

Außerdem muss der Kanister geeignet sein. Was das konkret meint, regeln die DIN-Normen 7274 oder 16904. Konkret heißt es dort, dass die Kanister dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein müssen. Laut ADAC muss der Kanister entweder über eine UN- oder Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) verfügen. Die entsprechende Kennzeichnung ist am Behälter eingeprägt.

Kunststoffkanister dürfen maximal fünf Jahre alt sein. Der Grund: Mit der Zeit werden sie spröde. Eine aufgedruckte Kunststoffuhr auf den Behältern verrät das Herstellungsdatum. Für Stahlblechkanister gibt es keine gesetzliche Altersgrenze.

Ein Transport von Kraftstoffen, zum Beispiel in Wasserkanistern, PET- oder Waschmittelflaschen, ist extrem gefährlich und deshalb verboten. Bei einem Unfall, einer schärferen Bremsung oder einem undichten Behälter drohen katastrophale Folgen, warnt Sören Heinze, Sprecher des Auto Club Europa (ACE): "Die erheblichen Risiken beim Transport und bei der Einlagerung sind ein paar Euro Ersparnis nicht wert." Einen vollen Kanister hat man auch besser nur gezielt für geplante längere Strecken als Reserve dabei und lässt ihn nicht permanent im Kofferraum.

Diesel und Benzin bunkern geht nur in kleinen Mengen

Wie viel Benzin und Diesel du zu Hause lagern darfst, ist in Bayern und auch in den anderen Bundesländern streng geregelt. Und zwar in der Garagen- und Stellplatzverordnung (GaStellV) für das Land Bayern von 1993.

Demnach dürfen in Kleingaragen und Kellern "bis zu 200 Liter Dieselkraftstoff und bis zu 20 Liter Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden", heißt es in der Verordnung. 

Diese Mengen gelten auch in vielen anderen Bundesländern. Der Unterschied in der Menge erklärt sich dadurch, dass Diesel nicht so leicht entzündlich ist wie Benzin.

Benzin in der Wohnung geht (eigentlich) gar nicht

Neben der Garage kann Benzin auch im Keller gelagert werden, sofern dieser baulich dafür geeignet ist. Hier gilt der Grenzwert von 20 Litern sowohl für Diesel als auch Benzin.

Wer zur Miete in einem Mehrfamilienhaus wohnt, muss sich diese Menge mit seinen Mitmietern teilen. In der Wohnung selbst ist das Lagern von Benzin bis auf eine geringfügige Menge (maximal ein Liter) aber grundsätzlich verboten. Außerdem kann der Mietvertrag regeln, dass das Lagern von brennbaren Flüssigkeiten komplett ausgeschlossen ist.

Auf Dachböden, in Treppenhäusern oder Hausfluren ist es ebenfalls verboten, Sprit zu lagern.

Vorschaubild: © Christophe Gateau (dpa)