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Selb: 33 Asylbewerber illegal Oberfranken gebracht - Schleuser in Untersuchungshaft


Autor: Agentur dpa

Selb, Mittwoch, 18. Oktober 2023

Seit Anfang der Woche wird an der deutschen Grenze zu Tschechien stationär kontrolliert. Trotzdem sollen Schleuser am Dienstag 33 Menschen über die Grenze gebracht haben. Jetzt sitzen zwei Schleuser in Untersuchungshaft.


In Oberfranken ist eine Schleusung mit 33 Menschen aus Syrien, darunter acht Kinder und Jugendliche, beendet worden. Zwei Schleuser seien in Untersuchungshaft gebracht worden, teilte die Polizei am Mittwoch (18. Oktober 2023) mit.

Demnach sollen sich 33 Menschen ohne Sicherheitsgurte auf der Ladefläche eines Kleintransporters befunden haben und dann am Dienstag an der deutsch-tschechischen Grenze im Wald bei Selb (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) abgesetzt worden sein. Die Beamten nahmen die Menschen aus Syrien in Gewahrsam und brachten sie zur Polizeiinspektion.

Ohne Sicherheitsgurte auf der Ladefläche - Schleuser bringen 33 Menschen nach Oberfranken

Bei der Fahndung nach den mutmaßlichen Schleuserfahrzeugen hielt die Polizei zwei Fahrzeuge an. Darin befanden sich den Angaben zufolge drei mutmaßliche Schleuser, eine 20-jährige Deutsche sowie zwei syrische Männer im Alter von 24 bis 31 Jahren - alle mit Wohnsitz in Deutschland. Der Verdacht der Schleusung habe sich erhärtet, nachdem die Polizei Spuren am Transporter und Mobiltelefone ausgewertet habe, hieß es. Beamte nahmen die drei mutmaßlichen Schleuser vorläufig fest und brachten sie zur Dienststelle.

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Gegen die beschuldigten Schleuser sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Einschleusens von Ausländern unter schwerer Gesundheitsgefährdung eingeleitet worden, teilte die Polizei mit. Die Menschen hätten sich auf zu engem Raum und ohne Sicherheitsgurte in dem Kleintransporter befunden. Die zwei Fahrer der Fahrzeuge seien nach Vorführung beim Haftrichter am Mittwoch zur Untersuchungshaft eingeliefert worden.

Die 33 geschleusten Menschen stellten den Angaben zufolge einen Asylantrag in Deutschland. Voraussichtlich werden sie in eine Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet, wie die Polizei mitteilte. Seit Montag bestehen stationäre Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Tschechien. Immer wieder kommt es bei Schleusungen auch zu Unfällen. In der vergangenen Woche starben sieben Menschen, darunter ein Kind, bei einem Unfall auf der A94, als ein Schleuser vor der Polizei flüchtete.