Luisenburg Wunsiedel wird Nationales Naturmonument: Europas größtes Felsenlabyrinth
Autor: Stefan Lutter
Wunsiedel, Freitag, 30. Januar 2026
Ein besonderes Ausflugsziel in Oberfranken erhält einen besonderen Titel: Die Luisenburg im Fichtelgebirge gilt ab Sonntag als "Nationales Naturmonument".
Große Ehre für die Luisenburg bei Wunsiedel: Das Felsenlabyrinth ist so einzigartig, dass es jetzt zu Bayerns zweitem Nationalen Naturmonument wird. Die Verordnung der Staatsregierung tritt am Sonntag (1. Februar 2025) in Kraft.
Europas größtes Felsenlabyrinth: Luisenburg wird zweites Nationales Naturmonument
Das beliebte Ausflugsziel im Fichtelgebirge darf sich ab 1. Februar 2026 offiziell "Nationales Naturmonument" nennen. Das hat das Kabinett bei seiner Sitzung am Montag, 12. Januar 2026, in Bamberg beschlossen. Das Geotop im Norden Frankens ist erst das zweite Naturmonument dieser Art in Bayern, nach der Weltenburger Enge. Bundesweit gibt es bisher nur acht entsprechende Naturmonumente. Mit der Anerkennung wird die bedeutende geologische und kulturhistorische Rolle der Luisenburg hervorgehoben, die als größtes Felsenlabyrinth Europas gilt und eine beeindruckende Freilichtbühne beherbergt.
Durch das neue Nationale Naturmonument erhält Oberfranken im Naturpark Fichtelgebirge einen weiteren Erlebnis-, Bildungs- und Forschungsmagneten, so die Begründung für die Auszeichnung. Die Luisenburg weist seit mehreren Jahrhunderten eine herausragende, national einzigartige kulturhistorische Entwicklung auf, teilte die Staatskanzlei bereits 2024 mit. Die nationale Bedeutung spiegelt sich beispielsweise auch in den hohen Besucherzahlen von mehr als 100.000 pro Jahr wider. Im Freilichttheater finden alljährlich die Luisenburg-Festspiele statt.
Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) kündigte für März eine Festveranstaltung an, welche die beiden Schutzgebiete Luisenburg und Felsenlabyrinth miteinander vereint. "Noch mehr Renommee, noch mehr Bekanntheit und noch mehr Besucher" erhoffe sich Stadt von der Auszeichnung, betonte Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik (CSU) kürzlich. Der Titel sei laut ihm etwas Besonderes, da es deutschlandweit nur sehr wenige gebe. Die Luisenburg bezeichnete er als einen "einzigartigen Ort mit kulturhistorischer Bedeutung". Landrat Peter Berek (CSU) erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), nun gehe es darum, "die Verleihung des Prädikats mit Leben zu erfüllen". Hierzu würden Stadt, Landkreis und Freistaat gemeinsam aktiv werden. "Dazu wird am Fuße des Labyrinths und der Festspielbühne ein neues Besucherzentrum entstehen, welches der Besucherlenkung dient."
Geologisches Wunder war einst "verrufener Ort"
Die faszinierenden Felsformationen der Luisenburg, die vor etwa 300 Millionen Jahren durch Wollsackverwitterung entstanden sind, zeugen von natürlichen Prozessen wie Erosion und Verwitterung. Diese geologische Struktur macht die Luisenburg dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zufolge zu einem der bedeutendsten Geotope Deutschlands.
Die kulturhistorische Bedeutung der Luisenburg zeigt sich auch in ihrer langen Geschichte. Wobei das Gebiet des heutigen Felsenlabyrinths nicht immer so beliebt war wie heute: Aufgrund der geologischen Gegebenheiten war die Gegend in vergangenen Jahrhunderten schwer zugänglich. Bis ins 18. Jahrhundert galt es "als verrufener Ort" und habe bei der Bevölkerung Angst und Schrecken ausgelöst, berichtet die dpa unter Berufung auf Angaben der Stadt Wunsiedel.
Um 1740 erfolgte daher eine erste Sprengung, die das Gelände begehbar machen sollte. Einer der bekanntesten Besucher war Johann Wolfgang von Goethe, der von der Anziehungskraft der Luisenburg beeindruckt war, als er 1785 und 1820 die Gegend besuchte, um die geologischen Prozesse zu studieren. Damals noch als Luxburg bekannt, zog das beeindruckende Felsenmeer den Dichterfürsten und Naturforscher in den Bann. Goethe hatte ursprünglich vor, seine Erkenntnisse zur Entstehung des Granits, die er im Harz gewonnen hatte, zu überprüfen. Doch die ungewöhnlichen Verwitterungsformen der Granitblöcke faszinierten ihn so sehr, dass er sich intensiv mit diesen Phänomenen auseinandersetzte.