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Würzburg: Massiv gewürgt und schwer verletzt - Selbstlose Männer eilen Opfer zu Hilfe


Autor: Redaktion, Agentur dpa

Würzburg, Dienstag, 18. Oktober 2022

Ein Mann hat sich in Würzburg mutig einem Randalierer in den Weg gestellt und dafür Schläge und Tritte kassiert. Zudem wurde der 32-Jährige derart schwer gewürgt, dass er sich in einem Krankenhaus behandeln lassen musste.
Zwei Männer sollen am Sonntagmorgen (16. Oktober 2022) nahe dem Würzburger Bahnhof einen 32-Jährigen massiv gewürgt und auf ihn eingeschlagen haben.


Brutale Attacke auf einen 32-Jährigen in Würzburg: Er wollte am Sonntagmorgen (16. Oktober 2022) nur schlichtend eingreifen, doch dann wurde er von zwei Männern heftig attackiert.

Der 34-jährige Tatverdächtige fiel Passanten kurz vor 6 Uhr auf, weil er wiederholt Flaschen an der Straßenbahnhaltestelle vor dem Würzburger Bahnhof auf den Boden warf. Als das spätere Opfer ihn aufforderte, damit aufzuhören, reagierte dieser sofort aggressiv und ging auf den Mann los, wie das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Würzburg zum bisherigen Ermittlungsstand melden.

Mann (32) in Würzburg gewürgt und getreten

Anfänglich versuchte sein 26-jähriger Begleiter noch, schlichtend einzugreifen, attackierte im weiteren Verlauf des Streits den 32-Jährigen aber ebenfalls. Die Tatverdächtigen schlugen auf ihn ein und würgten ihn massiv, selbst als dieser bereits auf dem Boden lag. Zusätzlich trat der 34-Jährige "mit erheblicher Gewalt" gegen den Kopf des Opfers, berichtet die Polizei weiter.

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Zwei Zeugen im Alter von 22 und 24 Jahren zeigten Zivilcourage und eilten dem 32-Jährigen zu Hilfe. Sie versuchten, die Männer voneinander zu trennen und die Auseinandersetzung zu beenden. Jedoch konnte erst eine Streife der Bundespolizei "mit unmittelbarem Zwang, bei dem auch Pfefferspray zum Einsatz kam", die Kontrahenten trennen, heißt es im Bericht des Präsidiums.

Die ebenfalls alarmierten Beamten der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt nahmen einen Tatverdächtigen vorläufig fest und übernahmen den bereits von der Bundespolizei festgenommenen 34-Jährigen. Der 32-Jährige erlitt durch den Angriff schwere Verletzungen und kam nach der medizinischen Erstbehandlung durch einen Notarzt und den Rettungsdienst in ein Krankenhaus, von wo er nach einer ambulanten Behandlung wieder entlassen werden konnte.

Versuchter Totschlag: Schwere Vorwürfe gegen zwei Tatverdächtige

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft führte die Kripo Würzburg, die noch am Sonntag die weiteren Ermittlungen übernahm, am Montag die Beschuldigten dem Ermittlungsrichter vor. Dieser folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags jeweils einen Haftbefehl.

Im Anschluss kamen die Männer in verschiedene Justizvollzugsanstalten. Die weiterhin andauernden Ermittlungen führt die Kripo in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg.

Das Präsidium betont außerdem: "Hervorzuheben ist das engagierte, beherzte und selbstlose Einschreiten der jungen Männer aus Ochsenfurt und Marktheidenfeld. Sie stellten sich gemeinsam den Angreifern entgegen und bewahrten den Geschädigten vor möglicherweise noch schwereren Verletzungen."

Erst vor Kurzem war es in Würzburg zu einem Großeinsatz gekommen: Ein Mann hatte in einer Bankfiliale damit gedroht, eine Bombe bei sich zu tragen.