Fränkischer Logopäde soll Kinder in 66 Fällen schwer sexuell missbraucht haben: Das droht ihm jetzt

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Ein Logopäde aus Würzburg soll sieben Kinder mehr als 60-mal schwer sexuell missbraucht und Kinderpornografie hergestellt haben. Im März beginnt der Prozess. Symbolfoto: artit/Adobe Stock
Ein Logopäde aus Würzburg soll sieben Kinder mehr als 60-mal schwer sexuell missbraucht und Kinderpornografie hergestellt haben. Im März beginnt der Prozess. Symbolfoto: artit/Adobe Stock

Ein Logopäde aus Würzburg ist des schweren sexuellen Missbrauchs in 66 Fällen und der Herstellung von Kinderpornografie angeklagt. Ihm drohen 15 Jahre Haft. Prozessbeginn ist der 5. März 2020.

Der wegen schweren sexuellen Missbrauchs und der Herstellung von Kinderpornografie angeklagte Würzburger Logopäde muss sich ab dem 5. März vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Ein Sprecher des Landgerichts Würzburg sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage, dass für das Verfahren bislang elf Verhandlungstage bis Ende April vorgesehen sind. Der 37-Jährige war Ende März 2019 nach einer Durchsuchung seiner Wohnung und Praxisräume festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er soll unter anderem auch in zwei evangelischen Kitas Kindesmissbrauch begangen haben.

15 Jahre Haft? Urteil könnte am 30. April fallen

Unklar ist noch, ob die Verhandlung durchgehend öffentlich geführt wird, erläuterte der Gerichtssprecher. Man prüfe derzeit noch, ob und in welchem Umfang die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen wird. "Mit großer Wahrscheinlichkeit" sei aber "zum Schutz der geschädigten Kinder" zu erwarten, dass zumindest zeitweise die Öffentlichkeit nicht an der Verhandlung teilnehmen darf. In der Hauptverhandlung wird auch geprüft, ob gegen den Logopäden eine Sicherungsverwahrung angeordnet wird. Ob am bislang letzten festgesetzten Verhandlungstag, dem 30. April, auch ein Urteil fällt, sei derzeit nicht absehbar.

66 Fälle des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs

Im November vergangenen Jahres hatte die Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Anklage gegen den Mann wegen mehrfachen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs erhoben. Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann insgesamt 66 Fälle des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs zur Last - das Gesetz sieht dafür jeweils Haftstrafen von bis zu 15 Jahren vor. Der Logopäde soll sieben Jungen im Alter von bis zu sechs Jahren sexuell missbraucht, davon Fotos und Videos angefertigt, sowie verbreitet haben. Die Kinder seien zum Teil hochgradig behindert gewesen oder hatten Entwicklungsstörungen.

Neben dem Logopäden war auch sein Partner kurzzeitig festgenommen worden. Er war stellvertretender Leiter der betroffenen integrativen evangelischen Kita. Die Ermittler haben den Pädagogen aber schnell wieder auf freien Fuß gesetzt. Anfang Oktober waren die Ermittlungen gegen den Partner offiziell eingestellt worden. Er wusste laut Ermittlern nichts von den Taten seines Partners.

Hintergrund: Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat Anklage gegen einen Logopäden aus Würzburg erhoben. Dem 37-Jährigen wird vorgeworfen, sich insgesamt 66-mal an sieben Kindern vergangen zu haben. Alle Informationen zum Fall.