Würzburg: Archäologen finden menschliche Knochen auf Festung Marienberg
Autor: Julian Drescher
Würzburg, Sonntag, 09. August 2026
Auf der Festung Marienberg in Würzburg finden aktuell Grabungen statt. Jetzt stießen Archäologen auf mehrere Skelette. Eine Vermutung haben sie.
Die Festung Marienberg in Würzburg zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Frankens. Nun sorgen umfangreiche Bauarbeiten für Entdeckungen aus längst vergangenen Zeiten.
Bei einer Ausgrabung im Inneren Burghof sind menschliche Überreste entdeckt worden. Wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) auf Anfrage von inFranken.de mitteilt, wurden in der Nähe der sich ebenfalls dort befindenden Marienkirche vier Gräber mit menschlichen Knochen freigelegt. Die Funde befinden sich direkt unter dem heutigen Pflasterbelag des Burghofs in lediglich etwa 50 Zentimetern Tiefe.
Menschliche Knochen auf Festung Marienberg wohl aus dem Mittelalter
Die Grabungsarbeiten stünden noch am Anfang, erklärt die Behörde. Eine genaue Datierung der entdeckten Gräber sei daher noch nicht möglich. Aufgrund früherer Funde sei jedoch bekannt, dass der Friedhof nahe der Marienkirche etwa zwischen dem 7. und dem 12. Jahrhundert nach Christus genutzt worden sei.
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Dass an dieser Stelle Bestattungen gefunden wurden, überrascht die Archäologen nicht. "Im Mittelalter ist es ganz üblich, dass um Kirchen herum auch Friedhöfe angelegt wurden", erklärt Katharina Schmid vom BLfD. Auch bei früheren Bauarbeiten auf der Festung seien bereits menschliche Überreste entdeckt worden.
Die meisten bislang freigelegten Skelette seien durch frühere Bodeneingriffe - etwa durch Leitungsbau - teilweise beschädigt. "Die Skelette und die einzelnen Knochen sind nicht immer vollständig erhalten", so Schmid.
Ausgrabungen dauern noch rund eineinhalb Jahre
Der Innere Burghof werde in den kommenden eineinhalb Jahren in einzelnen Abschnitten ausgegraben, teilt das Landesamt mit. "Die archäologischen Untersuchungen sind durch die Vorplanung in den Bauablauf integriert", erklärt Schmid. Das BLfD arbeite intensiv und gut abgestimmt mit dem Staatlichen Bauamt Würzburg zusammen.
Da die Größe des Friedhofs noch unbekannt sei, gehe man davon aus, dass im Verlauf der Arbeiten weitere Gräber entdeckt werden. "Archäologische Befunde lassen zum Beispiel Rückschlüsse auf die Lebensweise und die Bestattungssitten vergangener Gesellschaften zu und tragen zugleich wesentlich zum wissenschaftlichen Verständnis vergangener Epochen bei", so die Sprecherin.