Reaktivierung der Mainschleifenbahn: Planungen werden konkreter
Autor: Redaktion
Würzburg, Dienstag, 31. März 2026
Die Mainschleifenbahn soll reaktiviert werden. Planung, Bau und Finanzierung stellen das Projekt jedoch vor große Herausforderungen.
Die Idee ist klar: die Mainschleifenbahn wieder in Betrieb zu nehmen. Der Weg dorthin ist allerdings lang und anspruchsvoll. Wie weit das Projekt inzwischen ist und wo noch Herausforderungen liegen, darüber informierte Thomas Götz, Geschäftsführer der Mainschleifenbahn-Infrastruktur-GmbH (MIG), den Kreisausschuss des Landkreises Würzburg. "Wir sind aktuell mitten in der Planung und bereiten die Genehmigung vor. Unser Ziel ist es, die Unterlagen im kommenden Jahr einzureichen", sagte Götz. "Das Projekt ist sehr komplex. Deshalb gehen wir Schritt für Schritt vor."
Statt alles in ein einziges großes Genehmigungsverfahren zu packen, wird das Vorhaben bewusst in viele Abschnitte aufgeteilt. Einzelne Maßnahmen wie etwa der Bau oder die Anpassung von Bahnübergängen werden dabei separat eingereicht und in eigenen Verfahren genehmigt. Das klingt zunächst aufwendig, hat aber einen klaren Vorteil: Die einzelnen Schritte lassen sich schneller prüfen und umsetzen. Gleichzeitig wird die Bahnstrecke eng mit anderen Bauprojekten abgestimmt, etwa mit der Ortsumgehung Prosselsheim. Denn am Ende soll alles zusammenpassen: Straßen, Bahnübergänge und Haltepunkte.
Klare Zuständigkeiten, enges Zeitfenster und positive Signale
Ein wichtiger Fortschritt ist dabei bereits gelungen: Die Aufgaben sind klar verteilt. Die Deutsche Bahn kümmert sich um die Anbindung an das bestehende Netz, also um Technik wie Weichen und Signale. Die MIG wiederum verantwortet die Strecke selbst und die neuen Haltepunkte. "Das ist für uns ein echter Meilenstein", so Götz. "Gerade bei den Bauarbeiten auf der Hauptstrecke können so Schnittstellen und Abstimmungsrisiken vermieden werden."
Entscheidend wird nun ein enges Zeitfenster: Für das Jahr 2028 ist eine Sperrpause vorgesehen, in der auf der Hauptstrecke Würzburg-Schweinfurt gebaut werden kann. Wird diese Gelegenheit nicht genutzt, könnte sich das Projekt um Jahre verzögern. Auch der Blick in den Untergrund fällt bislang positiv aus. Der Boden wird derzeit umfassend untersucht. Erste Ergebnisse zeigen: Die bestehende Trasse kann voraussichtlich größtenteils erhalten werden.
Offene Fragen zu Bau, Betrieb und Finanzierung
"Die Strecke ist grundsätzlich vorhanden. Deshalb müssen wir nur in Teilbereichen eingreifen", erklärte Götz. "Wir wollen eine klimafreundliche Verkehrslösung schaffen, ohne unnötig in sensible Lebensräume einzugreifen." Doch je konkreter die Planungen werden, desto deutlicher wird auch: Es geht längst nicht mehr nur um Technik, sondern vor allem um Organisation und Finanzierung. Wer baut die Strecke? Wer betreibt sie später? Und wie lässt sich das wirtschaftlich stemmen?
Ein mögliches Modell liegt bereits auf dem Tisch. Demnach würde die MIG die Strecke zunächst selbst bauen. Ein Partnerunternehmen würde sie anschließend übernehmen und betreiben. "Das entspricht nicht ganz unserer ursprünglichen Vorstellung", sagte Götz. "Eigentlich wollten wir nach der Planungsphase stärker entlastet werden. Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nicht nebenbei stemmen." Genau an diesem Punkt stehen nun wichtige Entscheidungen an. Landrat Thomas Eberth ordnet ein: "Es müssen nun grundlegende Weichen gestellt werden. Es geht um Fördermöglichkeiten und letztlich auch um die Frage, wie sich das Projekt dauerhaft wirtschaftlich tragen kann."
Entscheidung in den Kreistagen Würzburg und Kitzingen
Trotz der offenen Fragen ist die Perspektive klar: Die Strecke wird bereits heute in überregionale Planungen einbezogen. Sobald sie fertig ist, könnten also wieder Züge auf der Mainschleifenbahn verkehren. Bis dahin bleibt noch viel zu tun. Zahlreiche Behörden sind eingebunden, viele Details müssen abgestimmt werden. Am Ende aber geht es um ein gemeinsames Ziel: eine moderne, klimafreundliche Verbindung für die Region. Die nächsten entscheidenden Schritte werden nun vorbereitet. Die finalen Beschlüsse treffen die Kreistage in Würzburg und Kitzingen.