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Klimaschutzkonzept für Landkreis Würzburg vorgestellt - mit 35 Maßnahmen


Autor: Redaktion

Würzburg, Dienstag, 30. Juni 2026

Das Klimaschutzkonzept für den Landkreis Würzburg umfasst insgesamt 35 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern.
Christian Graf, Klimaschutzmanager des Landkreises Würzburg, stellte den Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzepts vor. Nora Günther, Projektleiterin am Leipziger Institut für Energie, erläuterte den Entstehungsprozess.


Der Landkreis Würzburg soll bis 2040 weitgehend treibhausgasneutral sein. Die Landkreisverwaltung geht mit gutem Beispiel voran und will dieses Ziel sogar bereits in wenigen Jahren erreichen. Wie der Landkreis seine Klimaschutzziele erreichen will, stand im Mittelpunkt einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Landratsamt. Im April hatte der Kreistag das erste Klimaschutzkonzept für den Landkreis Würzburg beschlossen. Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik, Kommunen und Verbänden konnten sich nun über die konkreten Schritte zu dessen Umsetzung informieren.

Klimaschutzmanager Christian Graf stellte den Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzepts vor, der insgesamt 35 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern umfasst. Sie reichen von der klimaneutralen Verwaltung bis 2030 über den Ausbau erneuerbarer Energien bis hin zu Projekten für nachhaltige Mobilität und Klimaanpassung.

"Der Klimawandel ist längst Realität. Deshalb müssen wir Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam voranbringen. Unser Klimaschutzkonzept versteht sich nicht als starres Papier, sondern als Arbeitsauftrag für die kommenden Jahre", stellte Landrat Thomas Eberth fest. "Gemeinsam mit unseren 52 Landkreisgemeinden, der Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir Schritt für Schritt Lösungen entwickeln, die unsere Heimat lebenswert erhalten und gleichzeitig neue Chancen für Innovation und Wertschöpfung eröffnen."

Intelligenterer Umgang mit Energie im Fokus

Das Klimaschutzkonzept sieht insbesondere bei der Solarenergie erhebliche Potenziale. Im Jahr 2023 wurden im Landkreis Würzburg bereits rund 271 Gigawattstunden Solarstrom erzeugt. Das entspricht knapp der Hälfte des gesamten Stromverbrauchs. Um die Treibhausgasemissionen gegenüber dem Basisjahr 2023 bis zum Jahr 2040 um mindestens 74 Prozent zu senken, sieht das Klimaschutzkonzept unter anderem einen Ausbau der Solarstromerzeugung um weitere 137,1 Gigawattstunden vor. Nach den Berechnungen des Klimaschutzkonzepts werden bislang jedoch erst rund neun Prozent des technisch möglichen Photovoltaikpotenzials genutzt. Der weitere Ausbau der Photovoltaik allein wird jedoch nicht ausreichen. Entscheidend wird sein, den regional erzeugten Strom künftig besser zu speichern, intelligent zu verteilen und genau dann zu nutzen, wenn er verfügbar ist.

Um dieses Potenzial besser auszuschöpfen, sollen Kommunen, Unternehmen und private Eigentümer gezielt informiert, beraten und miteinander vernetzt werden. Die Landkreisverwaltung selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran. Durch energetische Sanierungen, den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien auf kreiseigenen Liegenschaften und die schrittweise Modernisierung der technischen Infrastruktur will der Landkreis seine CO2-Emissionen deutlich senken. Allein die kreiseigenen Gebäude verursachten zuletzt einen Energieverbrauch von rund 6700 Megawattstunden pro Jahr.

Weitere Maßnahmen reichen von der Förderung klimafreundlicher Mobilität über die energetische Modernisierung kreiseigener Gebäude und den Ausbau regionaler Netzwerke bis hin zur stärkeren Verankerung von Klimaschutzaspekten in politischen Entscheidungen und der Klimaanpassung. Denn: Klimaschutz allein wird die bereits eingetretenen Folgen des Klimawandels nicht mehr verhindern können. Deshalb sollen Klimaanpassungsmaßnahmen erarbeitet werden, die Kommunen und Landkreis auf zunehmende Hitzeperioden, längere Trockenphasen sowie häufiger auftretende Starkregenereignisse vorbereiten und konkrete Schutzmaßnahmen für Bevölkerung, Infrastruktur und Natur aufzeigen.

Veränderte klimatische Verhältnisse in der Region Würzburg

Warum Handeln notwendig ist, zeigt der Blick auf die Entwicklung in der Mainregion Würzburg: Heute gibt es deutlich mehr Hitzetage und weniger Frosttage als noch vor wenigen Jahrzehnten. Seit 1951 ist die Jahresmitteltemperatur um 1,8 Grad Celsius gestiegen. Neben der Hitze ist das Wassermanagement eines der größten Zukunftsthemen für Kommunen, Landwirtschaft und Bevölkerung. Längere Trockenphasen und zunehmende Hitze treffen auf häufiger auftretende Starkregenereignisse. Die Niederschläge sind dabei einerseits weniger gleichmäßig verteilt und verschieben sich tendenziell vom Sommer in den Winter. Da rund 60 Prozent der Landkreisfläche landwirtschaftlich genutzt werden, sind die Auswirkungen dieser Entwicklung erheblich.

In einer regen Diskussion beantworteten Klimaschutzmanager Christian Graf und Nora Günther, Projektleiterin am Leipziger Institut für Energie, Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Institut hatte den Landkreis Würzburg bei der Erstellung des Klimaschutzkonzepts fachlich unterstützt.

Mit dem geplanten Klimaschutz-Beirat erhalten Bürgerinnen und Bürger künftig die Möglichkeit, die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts aktiv zu begleiten und eigene Ideen einzubringen. Der Beirat wird das Klimaschutzmanagement bei der Umsetzung der Maßnahmen beraten. Interessierte können sich hierzu an den Klimaschutzmanager des Landkreises Würzburg, Christian Graf, wenden (E-Mail: klimaschutz@lra-wue.bayern.de). Denn Klimaschutz und Klimaanpassung sind langfristige Gemeinschaftsaufgaben, die nur gemeinsam mit Kommunen, Wirtschaft und Bürgerschaft erfolgreich umgesetzt werden können.

Weitere Informationen sind unter www.landkreis-wuerzburg.de/klimaschutzkonzept abrufbar.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung.