Großübung im Kreis Würzburg: 94 Einsatzkräfte trainieren Ernstfall
Autor: Redaktion
Würzburg, Mittwoch, 21. Oktober 2026
94 Einsatzkräfte probten im Kreis Würzburg einen schweren Verkehrsunfall. Die Zusammenarbeit wurde realitätsnah getestet und verbessert.
Am Freitag, 16. Oktober 2026, fand an der Kreuzung zwischen Geroldshausen, Ingolstadt und Albertshausen eine groß angelegte Einsatzübung statt. Insgesamt beteiligten sich 94 Einsatzkräfte, darunter 20 Einsatzkräfte der Johanniter und des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sowie 74 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren Geroldshausen, Moos, Albertshausen, Reichenberg, Kirchheim und Giebelstadt. Auch Vertreter der Kreisbrandinspektion waren vor Ort.
Um 18.23 Uhr wurden die Feuerwehren mit dem Einsatzstichwort "THL 4 – Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen" alarmiert. Für die alarmierten Einsatzkräfte kam die Übung unangekündigt.
Anspruchsvolles Unfallszenario
Das Szenario stellte einen schweren Verkehrsunfall mit drei Pkw und einem Lastkraftwagen dar. Nachdem der Lkw während der Fahrt zwei große Reifen verloren hatte, wich ein nachfolgender Pkw auf die Gegenfahrbahn aus und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Ein weiterer Pkw kam beim Ausweichversuch von der Fahrbahn ab und überschlug sich im Straßengraben.
Insgesamt waren sechs Personen betroffen. Fünf geschminkte Verletzte, sogenannte Mimen, die von der Realistischen Unfalldarstellung der Johanniter vorbereitet worden waren, sorgten für realistische Einsatzbedingungen.
Die Feuerwehren sicherten die Unfallstelle ab, stellten den Brandschutz sicher und befreiten eingeklemmte Personen mit hydraulischen Rettungsgeräten. Gleichzeitig übernahmen die Rettungskräfte der Johanniter und des BRK gemeinsam mit den Notärzten die medizinische Versorgung.
Der Rettungsdienst war mit vier Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen, einem Krankentransportwagen und einem Einsatzleitwagen vertreten. Hinzu kamen insgesamt 13 Feuerwehrfahrzeuge. Gegen 19. 02 Uhr war die Übung beendet.
Gemeinsame Organisation und Einsatzleitung
Organisiert und vorbereitet wurde die Großübung von Kreisbrandmeister Jürgen Fuß und Jan Ehrhardt von den Johannitern, der im Bereich Katastrophenschutz tätig und zugleich HvO-Beauftragter (Helfer vor Ort) der Freiwilligen Feuerwehr Geroldshausen ist.
"Bei einem schweren Verkehrsunfall mit zahlreichen Verletzten müssen viele Einsatzkräfte gleichzeitig unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Entscheidend ist, dass die Abläufe aufeinander abgestimmt sind und alle Beteiligten wissen, wie sie zusammenarbeiten. Genau das wollten wir mit dieser Übung trainieren", erklärt Kreisbrandmeister Jürgen Fuß. Jan Ehrhardt ergänzt: "Uns war wichtig, nicht nur die technische Rettung, sondern auch die medizinische Versorgung der Verletzten möglichst realistisch darzustellen. Feuerwehr und Rettungsdienst müssen gerade bei solchen Einsatzlagen eng zusammenarbeiten. Das lässt sich am besten gemeinsam üben."