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Würzburg: Schüsse in Wohngebiet geben Ermittlern Rästel auf - Polizei mit Ankündigung


Autor: Agentur dpa, Redaktion

Würzburg, Donnerstag, 16. Juli 2026

Mitten in einem Wohngebiet in Würzburg fallen am Dienstagabend Schüsse. Zwei Tage später ist immer noch völlig unklar, wer hinter dem Angriff steckt.
Von der Spurensicherung der Polizei markiert ist ein Einschussloch am Fenster eines Mehrfamilienhauses in Würzburg. Auch zwei Tage nach der Tat fehlt der Polizei ein Tatverdächtiger.


Update vom 16.07.2026: Täter nach Schüssen auf Würzburger Haus weiter flüchtig

Die Polizei hat nach mehreren Schüssen auf ein Wohnhaus am Dienstagabend (14. Juli 2026) in Würzburg weiterhin keinen konkreten Verdächtigen. Die Fahndungsmaßnahmen liefen dennoch weiter, sagte ein Polizeisprecher.

Die Kriminalpolizei hat inzwischen eine Ermittlungskommission gegründet, insbesondere um die gesicherten Beweise auszuwerten. Videos, die den Ermittlern durch Zeugen zugesandt wurden, werden zur Stunde ausgewertet. Die Ermittler erhoffen sich hieraus neue Hinweise auf mögliche Zeugen, die den Täter gesehen haben könnten. Die Polizei kündigte außerdem eine Befragung der Nachbarschaft am Freitag an, um auch hier auf mögliche weitere Hinweise zu stoßen.

Die Hintergründe der Tat sowie ein mögliches Tatmotiv sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Kriminalpolizei Würzburg ist weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Zeugen, die sachdienliche Hinweise, Videos oder sonstige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0931/457-1732 zu melden. 

Unklar sei noch, gegen wen sich die Tat am Dienstagabend richtete. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes. Ein bisher unbekannter Mann hatte im Stadtteil Unterdürrbach mehrfach auf die Fassade, ein Fenster und die Haustür eines Gebäudes mit einer Handfeuerwaffe geschossen. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Zur Tatzeit waren Menschen in dem Mehrparteienhaus.

Nachdem ein Notruf eingegangen war, hatte die Polizei das Gebiet weiträumig abgesperrt und eine Großfahndung nach dem Täter ausgelöst.

Ursprüngliche Nachricht vom 15.07.2026: Ratlosigkeit nach Schüssen auf Haus in Würzburg

"Wir haben alle keine Feinde", versichert eine junge Frau am Morgen, nachdem ein Unbekannter mehrfach auf ihr Wohnhaus in Würzburg geschossen hat. "Ich wüsste nicht, wer es gewesen sein soll." Die Polizei ermittelt seither wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der Täter ist zunächst noch auf der Flucht.

"Einen konkreten Verdächtigen haben wir noch nicht", sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwochvormittag. Bekannt ist nur, dass es ein Mann gewesen sein soll. Dieser soll am Dienstagabend mehrere Schüsse auf das Mehrparteienhaus abgegeben haben. Verletzt wird niemand.

Einschusslöcher zeugen von dramatischem Abend

Am Morgen danach ist es in der Straße weitgehend ruhig, die Polizeiwagen sind längst verschwunden. Lediglich ein paar Medienvertreter mit Kameras tummeln sich in der kleinen Nebenstraße im Würzburger Stadtteil Unterdürrbach. Alles wirkt gepflegt und eigentlich wie immer. Wären da nicht die Einschusslöcher in einem Fenster, der Haustür und der Fassade des Hauses, in dem nach dpa-Informationen überwiegend Frauen leben.

Gegen halb neun am Dienstagabend habe sie einen Schuss gehört, erzählt die Bewohnerin. "Ich habe erst gedacht, weil der Knall so laut war, dass es halt ein Böller oder so etwas ist." Danach sei erneut ein Schuss durch das Wohngebiet gehallt. "Die Leute, die unter mir gewohnt haben, haben mir eine Nachricht geschrieben: Bei denen wurde reingeschossen", berichtet sie. "Die beiden kamen dann aufgelöst zu mir nach oben. Wir hatten erst mal totale Panik."

Schnell rücken die Einsatzkräfte an und sperren das Gebiet weiträumig ab. Weil am Anfang verständlicherweise noch vieles unklar ist, warnen die Ermittler vor einer "möglichen Bedrohungslage". "Wir suchen nach einer männlichen Person, bekleidet mit einer schwarzen Jacke mit Kapuze", heißt es um 21.16 Uhr in einer WhatsApp-Mitteilung. "Wir bitten die Bevölkerung: Meiden Sie den Bereich großräumig! Nehmen Sie keine Anhalter mit!"

In der Nähe findet das Kiliani-Volksfest in Würzburg statt

Die Polizei fahndet mit vielen Kräften, unterstützt unter anderem von der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei, nach dem Täter. Beamte sichern vor Ort Videoaufzeichnungen und Spuren.

Gleichzeitig ist in Würzburg ist Kiliani-Zeit – das größte Volksfest Unterfrankens mit Riesenrad, Kettenkarussell und großem Festzelt. Noch bis zum 19. Juli besuchen Tausende das Gelände auf den Mainwiesen, etwa eineinhalb Kilometer Luftlinie vom Tatort entfernt. Laut Polizei haben die Schüsse keinen Bezug zum Fest. "Dennoch sind im dortigen Bereich und auf den Fußwegen in Richtung der Parkplätze uniformierte Einsatzkräfte für Euch unterwegs", heißt es.

Auch wenn niemand verletzt wird – strafbar ist die Tat allemal. Zeugen müssen befragt, Beweise ausgewertet werden. Wer etwas Verdächtiges gesehen hat, soll sich melden. Der Täter ist auf der Flucht. Konkrete Hinweise, wer es war, gibt es zunächst nicht, nur Theorien.

"Sonst wäre ich, glaube ich, durchgedreht"

"Erklären konnte ich mir gar nichts", sagt auch die junge Mieterin wenige Stunden nach den Schüssen. "Wir waren alle unter Schock. Wir wussten gar nicht so richtig, mit der Situation umzugehen." Den Täter, der mit einer Handfeuerwaffe geschossen haben soll, habe sie nicht gesehen. Die Ermittler prüfen derweil, ob es sich um eine Tat gegen eine dem Täter bekannte Person handelte, ob jemand eingeschüchtert werden sollte. Details werden nicht genannt, die Ermittlungen sind noch am Anfang.

Die junge Bewohnerin ist erleichtert, dass sie den Abend während der unklaren Lage mit den anderen Hausbewohnern verbringen konnte. "Ich war dann froh, dass ich nicht mehr alleine in der Wohnung war, sondern dass die anderen auf jeden Fall gleich hochgekommen sind. Sonst wäre ich, glaube ich, durchgedreht."

Am anderen Ende Würzburgs - im Stadtteil Heuchelhof - hat sich unterdessen eine weitere Gewalttat ereignet. Ein 62-Jähriger wurde brutal zusammengeschlagen. Der Täter hat auf den Kopf des am Boden liegenden Opfers eingetreten. Ein Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft.