Weißenburg: Schüsse auf SEK bei Verfolgungsjagd - große Suchaktion
Autor: Alexander Milesevic
Absberg, Donnerstag, 29. Januar 2026
Als Beamte bei einem Einsatz Männer in einem Auto kontrollieren wollen, tritt der Fahrer ordentlich auf das Gas. Dann fallen Schüsse. Einen Tag später gehen die Ermittlungen weiter.
Update vom 29.01.2026, 10.24 Uhr: Nach Schüssen auf SEK – Polizei sucht Patronenhülsen
Nach einer Verfolgungsjagd im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen und Schüssen auf ein Spezialeinsatzkommando (SEK) plant die Polizei, die Strecke abzusuchen. So sollen Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei am Donnerstagvormittag (29. Januar 2026) dort insbesondere nach den Patronenhülsen suchen. "Die brauchen wir", sagte ein Sprecher. Zudem soll eine Befragung der Anwohner stattfinden.
Gegen die beiden Männer, aus deren Auto auf das SEK gefeuert wurde, seien Untersuchungshaftbefehle erlassen worden, teilte die Polizei mit. Demnach werde dem 24-Jährigen Beifahrer und mutmaßlichen Schützen versuchter Totschlag vorgeworfen, dem 23-jährigen Fahrer Beihilfe zum versuchten Totschlag.
Nach ersten Erkenntnissen hatte der Beifahrer drei bis fünf Schüsse abgefeuert. Er habe sich nach Ende der Verfolgungsjagd der Polizei ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Mindestens einer Schüsse traf ein Polizeifahrzeug an der Motorhaube. Genaueres soll die Untersuchung der Spurensicherung ergeben, die sich anfänglich auf zwei Orte fokussiert, an denen Schüsse gefallen sind. Zunächst ging ein Polizeisprecher davon aus, dass die Spurensicherung mehrere Stunden dauern werde. Das Wetter erschwere den Einsatz zusätzlich. «Es hat jetzt wieder drauf geschneit.» Mit Rechen und Schaufeln durchkämmte die Spurensicherung die Schneehaufen und suchte mit Metalldetektoren nach Patronenhülsen.
Verfolgungsfahrt über 20 Kilometer
Der Fahrer des Fahrzeugs habe versucht, sich der Festnahme zu widersetzen und Widerstand geleistet. Die Spurensicherung gehe davon aus, dass sie mehrere Stunden benötigen werde, sagte Polizeisprecher Kai Schmidt. Das Wetter erschwere den Einsatz zusätzlich. «Es hat jetzt wieder drauf geschneit.» Mit Rechen und Schaufeln durchkämmte die Spurensicherung die Schneehaufen und suchte mit Metalldetektoren nach Patronenhülsen.
Das SEK wollte nach Angaben der Polizei am Dienstagabend in Absberg drei Männer im Alter von 23, 24 und 30 Jahren in einer Wohnung festnehmen. Es gab demnach Hinweise darauf, dass sie unerlaubt Waffen besitzen. Festgenommen wurde vor Ort nur einer der Verdächtigen – die anderen beiden flohen mit einem Auto mit niederländischer Zulassung. Das SEK verfolgte sie über eine Distanz von rund 20 Kilometern, bis das Fahrzeug der Verdächtigen mit einem anderen Auto kollidierte. Dabei wurden die Flüchtigen nach Angaben der Polizei im Auto eingeklemmt und leicht verletzt. Auch drei Polizisten verletzten sich demnach bei dem Zugriff.
Wie das SEK auf ihre Spur kam und wieso die Männer bewaffnet waren, war zunächst unklar. "Wir können momentan aus ermittlungstaktischen Gründen keine weitere Auskunft geben", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Diese ermittelt zu den Hintergründen des Einsatzes.
Ein Festgenommener wieder auf freiem Fuß
Die Verdächtigen sind nach Angaben der Polizei türkischer Abstammung, der zuerst festgenommene Mann ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Ermittlungen hätten keinen dringenden Tatverdacht gegen den 30-Jährigen ergeben, hieß es. Ermittelt werde aber noch, ob er an dem Waffenbesitz und anderen möglichen Straftaten beteiligt gewesen sei, sagte ein Sprecher der Ansbacher Staatsanwaltschaft, die wegen der Schüsse und der Flucht ermittelt. ami/mit dpa