Am 9. Juli starb eine junge Mutter von vier Kindern aus dem Landkreis Schweinfurt urplötzlich. Der Elternbeirat des Kindergartens wurde daraufhin aktiv und hätte mit dem Ausmaß der Anteilnahme "niemals gerechnet".
Michéle Hedrich aus Waigolshausen (Landkreis Schweinfurt) wurde nur 25 Jahre alt. Am Sonntag (9. Juli 2023) verlor sie unerwartet an einer Lungenembolie ihr Leben. Sie hinterlässt unter anderem ihren Mann und ihre vier Kinder im Alter von fünf Monaten sowie drei, sechs und acht Jahren.
Lisa Zeißner ist erste Vorsitzende des Elternbeirats des Kindergartens einer der Töchter und hat sich mit anderen Eltern und Dorfbewohner*innen zusammengetan, um die Familie zu unterstützen. "Mit diesem Ausmaß hätten wir niemals gerechnet", sagt sie im Gespräch mit inFranken.de am zweiten Tag einer laufenden Spendenkampagne.
"Wir helfen vier Kindern, die ohne Mama aufwachsen" - Bewohner aus Waigolshausen starten Aktion
"Plötzlich und für uns alle unfassbar verstarb meine liebe Frau, Mutter, Tochter, Schwester, Enkelin, Tante, Schwägerin, Nichte und Patin", heißt es in der Traueranzeige. "Die Nachricht von ihrem Tod hat sich schnell verbreitet und die traurige Situation wurde in Schule und Kindergarten mit den Kindern offen besprochen und thematisiert", berichtet Zeißner. Die Anteilnahme der Eltern sei sehr groß gewesen.
"Auf Wunsch von Eltern und Dorfbewohnern, haben wir hier eine Spendenseite eingerichtet, die es ermöglichen soll, die vier Kindern Angelina (8 Jahre), Celina (6 Jahre), Melody (3 Jahre) und Danny (5 Monate) finanziell zu unterstützen", heißt es auf der Webseite von gofundme.com.
"Tragischerweise wurde deren Mama von einer Sekunde auf die andere aufgrund einer Lungenembolie aus dem Leben gerissen." Das Geld solle der Zukunftssicherung der Kinder zugutekommen - "beispielsweise zur Finanzierung des Führerscheins oder einer Ausbildung", erklärt Lisa Zeißner die Beweggründe im Gespräch. Am Montagmorgen (17. Juli 2023) sei die Online-Spendenkampagne gestartet. Sie trägt den Titel: "Wir helfen vier Kindern, die ohne Mama aufwachsen."
Elternbeirat setzt Spendenziel immer weiter nach oben - Überweisungen teils im Zehnminuten-Takt
"Bis zum Abend waren es schon 17.000 Euro. Mit diesem Ausmaß hätten wir niemals gerechnet", so die Fränkin zu dem schnellen Anstieg der Spenden. "Wir wollten zu Beginn die Erwartungen nicht so hoch setzen und wussten nicht, wie es angenommen wird. Deshalb legten wir ein erstes Ziel von etwa 2500 Euro fest. Dann setzten wir es immer weiter nach oben." Viele Menschen spendeten anonym. Zeißner habe keine Vorstellung, welche Kreise die Aktion tatsächlich ziehe.
"Die große Anteilnahme ist vor allem den sozialen Medien geschuldet. Wir teilten es beispielsweise im Whatsapp-Status. Viele Menschen empfinden Mitleid mit den Kindern." Das aktuelle Ziel ist 35.000 Euro. Teils im Zehnminuten-Takt treffen die Spenden ein - für Kinder, die nur einen Bruchteil ihres Lebens mit ihrer Mutter verbringen durften.