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SenerTec: BDR Thermea macht Produktion in Schweinfurt dicht


Autor: Ralf Welz

Schweinfurt, Freitag, 16. Januar 2026

Ein global agierender Konzern stellt seine Produktion am unterfränkischen Standort Schweinfurt ein. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung der Firma.
Die Produktion von Wärmeerzeugern in Schweinfurt (Symbolbild) soll eingestellt und im Einklang mit der konzernweiten Fertigungsstrategie in das europäische Netzwerk eingebunden werden.


Der europäische Heizungs- und Klimatechnik-Hersteller BDR Thermea hat eine umfassende Umgestaltung seiner Geschäftsaktivitäten in Deutschland angekündigt. Die strategische Neuausrichtung geht mit einem größeren Stellenabbau einher. Auch am Standort in Schweinfurt sorgen die Maßnahmen für drastische Veränderungen: Wie nun bekannt wurde, soll die Produktion dort bis Ende 2026/Anfang 2027 eingestellt werden. 

Der Konzern, der seinen Hauptsitz in den Niederlanden hat, ist in der unterfränkischen Stadt über die Tochtergesellschaft SenerTec vertreten, die sich auf Kraft-Wärme-Kopplungssysteme spezialisiert hat, insbesondere auf das sogenannte "Dachs"-System, das Wärme und Strom kombiniert. Nach Angaben von BDR Thermea wird die Produktion von Wärmeerzeugern in Schweinfurt in das europäische Fertigungsnetzwerk des Konzerns verlagert. 

BDR Thermea stellt Produktion bei SenerTec in Schweinfurt ein - bundesweit fallen über 200 Jobs weg

Die Umstrukturierung soll bis Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 abgeschlossen werden. Das Unternehmen begründet die geplanten Schritte mit den derzeitigen Rahmenbedingungen der Branche. "Hintergrund sind die volatile Nachfrage im Heizungsmarkt, hoher Wettbewerbsdruck sowie die anhaltende regulatorische Unsicherheit", heißt es in einer Pressemitteilung. 

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Neben Schweinfurt ist auch der Standort im niedersächsischen Rastede von den Maßnahmen betroffen. Dort werden künftig zentrale Servicefunktionen und die Ersatzteilproduktion für die Marken Brötje, Remeha und SenerTec gebündelt. Gleichzeitig wird auch an diesem Standort die Fertigung von Wärmeerzeugern eingestellt und ins europäische Netzwerk überführt. Insgesamt werden nach Konzernangaben durch die geplante Neuausrichtung etwa 203 Vollzeitarbeitsplätze in Deutschland betroffen sein.

Der Autozulieferer Valeo schließt derweil seinen Standort in Bad Neustadt an der Saale- in zwei anderen fränkischen Werken werden zahlreiche Stellen abgebaut.

"Große wirtschaftliche Herausforderungen": Neuausrichtung soll Unternehmenszukunft sichern

Die Schweinfurter SenerTec Kraft-Wärme-Energiesysteme GmbH wurde im März 1996 gegründet. Laut eigenen Angaben auf der Firmenwebsite beschäftigt der Blockheizkraftwerk-Hersteller aktuell rund 140 Mitarbeiter. Wie viele Stellen vor Ort künftig wegfallen, geht aus der Mitteilung des Mutterkonzerns nicht hervor. Laut einem Bericht der Main-Post handelt es sich um 76 Arbeitsplätze in Schweinfurt. 

Für die von der Umstrukturierung betroffenen Beschäftigten beabsichtige BDR Thermea, gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat sozialverträgliche Lösungen zu finden, teilt das Unternehmen mit. "Die aktuelle Marktentwicklung stellt unsere gesamte Branche vor große wirtschaftliche Herausforderungen", wird Tjarko Bouman, CEO der BDR Thermea Group, in der Verlautbarung zitiert.

"Mit dieser strategischen Neuausrichtung stellen wir sicher, dass BDR Thermea Deutschland auch künftig ein wettbewerbsfähiges, kundenorientiertes und finanziell stabiles Unternehmen bleibt. Wir wissen, dass die Veränderungen für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Entscheidung von großer Tragweite sind. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden wir faire und verantwortungsvolle Lösungen entwickeln", so Bouman.

BDR Thermea investiert andernorts - 40 neue Arbeitsplätze in Niedersachsen

Investitionen sind indessen am Standort Rastede vorgesehen, der zu einem zentralen Service- und Ersatzteil-Hub ausgebaut werden soll. In diesem Zuge entstehen dem Konzern zufolge rund 40 neue Arbeitsplätze im Servicebereich,

Die BDR Thermea Group mit Sitz in Apeldoorn, Niederlande, ist ein global agierender Anbieter von Raumklimalösungen für private und gewerbliche Kunden. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 7000 Mitarbeiter. Im Jahr 2024 betrug der Umsatz nach eigenen Angaben etwa zwei Milliarden Euro. Zu den bekannten Marken des Herstellers zählen Baxi, De Dietrich, Remeha, Brötje, Chappée und Baymak. 

Der Nutzfahrzeughersteller MAN streicht indessen 400 Stellen in Nürnberg. Einen Lichtblick gibt es für die Mitarbeiter immerhin.

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