Ein Artikel von Norbert Vollmann

Der Rentner Otmar Reick aus Gerolzhofen hatte dieser Tage eine Begegnung besonderer Art, als er sein Gartengrundstück in der Nähe des Schallfelder Waldes besuchte. Der 78-Jährige ist sich ganz sicher, an jenem Morgen vor rund zwei Wochen gegen 7.30 Uhr auf etwa 50 Meter Entfernung einem Wolf gegenübergestanden zu haben.

Renter geht auf Wolf zu - Tier zeigt keine Regung

Otmar Reick kennt sich gut mit Tieren aus. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Mahlholzacker in der Nähe des Schallfelder Waldes hegt und pflegt er Hühner, Gänse, Enten und Pfauen. Mehrfach betont Reick: "Es war ein wunderschönes und wunderbares Tier." Etwas größer als ein Schäferhund sei er gewesen, mit einem herrlich hellgrau-bräunlich gefärbten Fell und den charakteristischen spitzen Ohren.

Als er das in aller Seelenruhe am Waldrand stehende Tier erblickte, war er noch etwas auf der Waldwiese auf den Wolf zugelaufen. Auch als er angefangen habe, laut zu schreien, habe das Tier überhaupt nicht reagiert und keine Anstalten gemacht, davonzulaufen. Da es weder scheu noch schreckhaft gewesen sei, müsse es bereits Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, ist sich Otmar Reick sicher.

Wolf soll 2017 schon mal im Schallfelder Wald aufgetaucht sein

Nach einigen Minuten habe der Wolf dann doch auf der Wiese kehrtgemacht und sei im Schallfelder Wald verschwunden. Die nächsten Tage habe er immer wieder Ausschau nach dem Tier gehalten, aber es habe sich nicht mehr blicken lassen.

Otmar Reicks Beobachtung deckt sich mit Schilderungen des inzwischen verstorbenen Stadt- und Bürgerwaldförsters Volker Conrad. Der hatte bereits 2017 der Redaktion berichtet, sich sicher gewesen zu sein, im Bereich zwischen Mahlholz und Schallfelder Wald auf Spuren eines durchgezogenen Wolfes gestoßen zu sein.

Über Wölfe in freier Wildbahn gibt es in Deutschland schon lange eine Diskussion: Böser Wolf - guter Wolf? Was Tierschützer und Politiker fordern