Die nächtliche Beleuchtung von Sehenswürdigkeiten hat Schweinfurt bereits ausgeknipst. Dem Energiekrisenstab der unterfränkischen Stadt geht das aber nicht weit genug - deswegen wurden die Maßnahmen jetzt noch einmal verschärft.

Auch die Stadt Schweinfurt hat aufgrund des andauernden Krieges in der Ukraine und der Debatte um russische Gaslieferungen große Sorgen um die Gasversorgung im Winter. Der Energiekrisenstab unter Leitung von Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) hat sich deshalb ein klares Ziel gesetzt: sparen, sparen, sparen. Bereits im Juli schränkte die Stadt deshalb die nächtliche Beleuchtung des öffentlichen Raumes ein. Städtische Objekte wie das Rathaus, die Stadtmauer oder der Schrotturm werden nachts nicht mehr bestrahlt und auch einzelne Bodenstrahler in der Innenstadt wurden abgeschaltet.

Schweinfurt will noch mehr Ressourcen sparen - Wasser- und Wärmeversorgung wird eingeschränkt

Dies reicht dem Energiekrisenrat jedoch nicht. In einem zweiten Schritt hat das Gremium nun die Wärme- und Wasserversorgung in Angriff genommen. In seiner Sitzung am Montag (08.08.2022) hat der Krisenrat einen Fahrplan verabschiedet, der teils sofort, teils erst ab Beginn der Heizsaison in Kraft treten soll. Darüber informierte die Stadt in einer Pressemitteilung am Donnerstag (11.08.2022).

Diese Maßnahmen sollen nun noch mehr Gas und Strom einsparen:

  • Absenkung der Raumtemperaturen in Verwaltung und Schulen 
    Die Raumtemperaturen in Aufenthaltsräumen der städtischen Verwaltung und der Schulen im Schweinfurter Stadtgebiet werden mit Beginn der Heizperiode auf 20 °C abgesenkt.
  • Absenkung der Wassertemperaturen in Schulschwimmbädern der Gartenstadt-Grundschule und der Kerschensteiner-Grundschule
    Die Wassertemperaturen werden nach der Revision in den Sommerferien von derzeit 28 °C auf 26 °C abgesenkt. Für die Warmbadetage an der Gartenstadt-Grundschule wird die Wassertemperatur nicht mehr erhöht.
  • Der Betrieb von Planschbecken, Brunnen und Wasserspielen wird eingestellt
    Ab sofort wird nur noch das Planschbecken in der Spiel- und Erholungsanlage Gartenstadt an der Galgenleite ab einer Außentemperatur von mehr als 25 Grad Celsius befüllt. Die Planschbecken an der Wohnscheibe und an der Mozartstraße werden in diesem Jahr nicht mehr befüllt. Dazu werden die Zierbrunnen in diesem Jahr früher als sonst, und zwar am 1. September, außer Betrieb genommen. Der Hintergrund ist, dass die Planschbecken aus hygienischen Gründen täglich neu befüllt werden müssen, was jeden Tag 60 Kubikmeter Wasser kostet. Die öffentlichen Wasserspiele verbrauchen wiederum 15.000 kWh Strom im Jahr.

Außerdem ruft die Stadt Schweinfurt alle Bürgerinnen und Bürger erneut dazu auf, sich mit dem Thema Energiesparen auseinanderzusetzen. Jeder soll schon heute so viel Energie und Wasser einsparen wie möglich. 

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