Im Sommer haben Badegäste und Segler den größten See Unterfrankens noch nutzen können, in gut zwei Monaten werden von dem Gewässer voraussichtlich nur mehr ein paar Pfützen übrig sein. Das Wasser des bei Ausflüglern beliebten Ellertshäuser Sees wird von Mittwoch an wegen Sanierungsarbeiten abgelassen, wie das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen mitteilte. In sechs bis acht Wochen sollen die 1,7 Millionen Kubikmeter abgeflossen und das Gewässer, das so groß wie rund 42 Fußballfelder ist, leer sein. Badegäste können den See wohl erst 2024 wieder nutzen.

Anlass für die Maßnahme ist eine sanierungsbedürftige Auslassleitung. Laut Wasserwirtschaftsamt führt kein Weg daran vorbei, den bis zu 16 Meter tiefen Stausee abzulassen. Bei der Gelegenheit wird außerdem ein kleiner Damm gebaut, der im vollen See unterhalb der Wasseroberfläche liegen wird. Der sorgt dafür, dass man künftig nicht mehr den ganzen See ablassen muss, wenn man sanieren will. Außerdem nutzt man die Zeit, um den See zu entschlammen und so die Wasserqualität zu verbessern.

Das Wasser des Ellertshäuser Sees wird abgelassen

Man gehe davon aus, im Februar oder März mit der Sanierung beginnen zu können und im Sommer 2022 fertig zu sein, sagte Andreas Kirchner, beim Wasserwirtschaftsamt zuständig für die Maßnahmen am See. Es dauere aber, bis der See wieder durch Niederschläge aufgefüllt sei, das Einzugsgebiet sei acht Quadratkilometer groß. Die Badesaisons 2022 und wohl auch 2023 würden ausfallen, 2024 sei der See gegebenenfalls wieder nutzbar.

Zum Abfischen sei ein Profifischer beauftragt worden, sagte Kirchner. Die Fische würden - soweit möglich - vermarktet und verwertet. Jungtiere und andere Besatzfische bringe man in einen kleineren Vorsee, der gefüllt bleibt. Später sollen sie wieder den Hauptsee besiedeln.