• Schweinfurter Hochbunker mit einem Fassungsvermögen von 1500 Menschen auf 2000 Quadratmetern Fläche
  • Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Luftangriffen
  • Deutsches Bunkermuseum: A8-Bunker als historisches Zeugnis mit Geschichten und Exponaten aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg
  • Museumsbesitzer Brennecke erzählt: "Wir haben das Ziel, dem Vergessen vorzubeugen!"

Im unterfränkischen Schweinfurt steht das größte Museum für Zivil- und Luftschutz in ganz Deutschland: das Deutsche Bunkermuseum. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um eine Werkschau an einem beliebigen Ort - das Museum ist in einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg untergebracht.  "Zusammen mit meiner Frau Petra haben wir nach einem 400.000 Euro teurem Investment die letzten sechs Jahre dort die größte Ausstellung Deutschlands geschaffen, zum Thema Luftschutz während des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Krieges", erzählt Nils Brennecke, Museums-Geschäftsführer und Besitzer des Hochbunkers, im Gespräch mit inFranken.de. Seither kaufen Nils und Petra Brennecke Exponate aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu, die ausschließlich mit dem Luftschutz zu tun haben. "Wir möchten so gut wie möglich vermitteln, wie wichtig die Bunker damals waren, wie sie leben geschützt und gerettet haben", so Brennecke.

Erlebnisführung durch die Kriegsgeschichte mit Original-Exponaten 

Die spannende Erlebnisführung durch das beeindruckende Gebäude von 1941 dauert circa 75 bis 90 Minuten. Mit einer ständig wachsenden Auswahl an Exponaten und Themenbereichen aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg wird die Ausstellung immer größer. Die spektakulären Exponate werden thematisch präsentiert: Gasschutz, Lazarett, Gepäckraum, Kommunikation, Bunkerleben und Bunkertechnik sind Stationen auf der Tour. Blindgänger und Reste von Bomben, die von den Alliierten auf Schweinfurt abgeworfen wurden, sind ebenfalls Teile der riesigen Sammlung. In dieser Form einmalig sind die rekonstruierten Absturzstellen mit Original-Wrackteilen deutscher Jagdflugzeuge  sowie die von alliierten Bombern.

Die Besucher erfahren, wie die Menschen im Bunker vor dem sicheren Bombentod bewahrt wurden und alles Weitere rund um das Leben in dem gewaltigen Koloss. "Wir haben das Ziel, dem Vergessen vorzubeugen", so Brennecke. Hier ein paar Fakten zum A8-Hochbunker: 

  • Typ: Hochbunker
  • Erbaut: 1941 von der  Bauunternehmung Riedel
  • Fassungsvermögen: Schutz für bis zu 1500 Menschen
  • Schutz des Bunkers: Umbau zum atombombensicheren Bunker 1983
  • Geschossfläche: 400 Quadratmeter
  • Gesamtfläche: 2.000 Quadratmeter
  • Breite der Wände: zwei Meter
  • Breite der Kellergeschoss-Wände: drei Meter

Atombombensicherer Koloss zum Schutz der Bevölkerung  

In einem eiskalten Betonklotz Schutz finden und überleben - das war während des Zweiten Weltkriegs die Hauptfunktion des 1941 erbauten A8-Bunkers in Schweinfurt, der im Volksmund unter dem Namen "Fichtel-und-Sachs-Bunker" bekannt ist. Hochbunker wurden vor allem im Deutschen Reich vor und während des Zweiten Weltkriegs errichtet und genutzt. Sie sind bei gleichem Schutzgrad kostengünstiger, schneller und mit weniger Material zu errichten als Tiefbunker. Zudem hat die Druckwelle einer Bombenexplosion im Erdreich oder im Wasser eine stärkere Wirkung, als die Explosion einer Bombe in der Luft.

Hochbunker erwiesen sich im Zivilschutz als effiziente Schutzbauwerke. Zehn öffentliche Bunker wurden im Rahmen des "Führer-Sofort-Programms" ab 1940 im unterfränkischen Schweinfurt gebaut. Das "Führer-Sofort-Programm", welches durch Hermann Göring, den Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe umgesetzt wurde, ist das bislang größte zweckgebundene Bauvorhaben der Welt.

In 60 Industrie-Städten wurden insgesamt rund 3000 Bunkeranlagen zeitgleich errichtet, um die Bevölkerung zu schützen. Rund sieben Prozent der Deutschen sollten sich in Bunkern in Sicherheit bringen können. Nur elf Minuten sollte es ab der Alarmierung maximal dauern, um den nächstgelegenen Bunker zu erreichen. Einer dieser Bunker ist der A8-Bunker in der Ernst-Sachs-Straße Schweinfurts. Als  Tarnmaßnahme wurde dem Bunker, der wie viele anderen Hochbunker auch über ein Stahlbeton-Flachdach verfügt, ein Zeltdach aufgesetzt. Somit sah das Objekt aus der Luft einem Hochhaus täuschend ähnlich.

Ziel des Bunkermuseums: Geschichte zum Anfassen 

Der Bunker war, wie viele andere Bunkeranlagen auch, zuerst in Bundesbesitz. Ab 2008 wurde dies jedoch per Gesetz geändert, sodass das Bundesamt für Immobilienaufgaben (BImA) damit beauftragt wurde, die Bunker gegen Höchstgebot zu verkaufen. Petra und Nils Brennecke kauften den A8-Bunker und entschlossen sich, die Geschichte live erlebbar zu machen.

Öffnungszeiten und Infos

  • Ein Besuch im Deutschen Bunkermuseum ist nach Vereinbarung nur für Gruppen ab 10 bis 40 Personen möglich
  • Corona-Regeln: Führungen sind nur möglich, wenn der Inzidenzwert der Stadt Schweinfurt drei Tage lang unter 100 liegt. Bedingungen sind das Tragen einer FFP2-Maske und das Einhalten von Abstandsregeln. Bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 ist eine Teilnehmerliste zur Nachverfolgung erforderlich.
  • Adresse: Ernst-Sachs-Straße 73, 97424 Schweinfurt
  • Kontakt: 01726524537
  • Weitere Infos gibt es auf der Website des Deutschen Bunkermuseums in Schweinfurt

In Nürnberg ist ein verborgener Bunker in einem ehemaligen Umspannwerk der Reichsbahn entdeckt worden. In dem Weltkriegsbunker wurden außerdem mehrere alte Einrichtungsgegenstände gefunden - unter anderem eine Toilette und eine 400 Kilogramm schwere Klotür.

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