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Kreis Schweinfurt: Prozess um Geldtransporter-Überfall - Angeklagter mit kurioser Aussage


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa, Ellen Schneider

Kolitzheim, Montag, 11. Mai 2026

Ein bewaffneter Täter überfällt im Kreis Schweinfurt einen Geldtransporter, verletzt einen Mann und flieht spektakulär. Nun startet der Prozess - mit einer kuriosen Aussage des Angeklagten.
In Unterspiesheim, einem Ortsteil von Kolitzheim (Lkr. Schweinfurt), kam es am Freitag (20.06.2025) zu einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter. Der Überfall ereignete sich am Lachenbrunnweg, unmittelbar vor einer Sparkassenfiliale und einem Supermarkt im dortigen Industriegebiet. Ersten Erkenntnissen zufolge ist der Täter bewaffnet und derzeit flüchtig. Die Polizei hat den Bereich weiträumig abgesperrt und fahndet mit starken Kräften nach dem flüchtigen Täter - auch ein Polizeihubschrauber umkreist das Gebiet.


Update vom 11. Mai 2026, 11.20 Uhr: Prozess um Geldtransporter-Überfall in Franken startet

Die Anschuldigungen lesen sich wie ein Krimi: Ein bewaffneter Mann soll laut Ermittlern zuerst einen Geldtransporter in Franken überfallen haben. Später wird ihm vorgeworfen, in ein Autohaus in Baden-Württemberg eingebrochen zu sein, Polizisten ausgetrickst, zwei Polizeifahrzeuge gestohlen und mit gefährlichen Manövern geflohen zu sein. Polizeischüsse blieben zunächst wirkungslos.

Das liegt nun fast elf Monate zurück, der Verdächtige wurde gefasst. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Schweinfurt erklärte der Angeklagte, er habe niemanden überfallen wollen. Vielmehr habe er sich von den Mitarbeitern des Geldunternehmens bedroht gefühlt und deshalb einem der Beschäftigten seine Waffe entwendet. Anschließend sei er geflohen.

Drei Millionen Euro im Fahrzeug - schwere Vorwürfe gegen Angeklagten

Dem 40-Jährigen werden unter anderem schwere räuberische Erpressung, räuberischer Diebstahl, besonders schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Für den Prozess sind bis Ende Mai weitere vier Verhandlungstage vorgesehen.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Angeklagte am 20. Juni 2025 maskiert vor einer Bank in Kolitzheim (Landkreis Schweinfurt) den Geldtransporter überfallen hat. "Im Fahrzeug selbst befanden sich zu diesem Zeitpunkt circa drei Millionen Euro", sagte der Anklagevertreter.

Bei der Tat soll der Mann die Schusswaffe eines Mitarbeiters des Geldtransportunternehmens an sich genommen haben. Der Überfall scheiterte, weil die Fahrerin des Transporters geistesgegenwärtig mit dem Fahrzeug flüchtete.

Mann wurde in psychiatrischem Krankenhaus untergebracht

Nach der Tat soll der 40-Jährige nach Baden-Württemberg gefahren sein, um dort einen Tag später in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) in ein Autohaus einzubrechen und Geld zu entwenden. Als die Polizei eintraf, flüchtete der Mann den Ermittlern zufolge mit seinem Fahrzeug. Dieser Darstellung widersprach der Angeklagte nicht.

Zweimal soll der Verdächtige anschließend im Grenzbereich Bayern/Baden-Württemberg von einer Polizeistreife gestellt worden sein. Dabei gelang es dem Mann laut Anklage in beiden Fällen mit Tricks und erheblicher Gewalt, das Polizeifahrzeug zu entwenden und seine Flucht fortzusetzen. Die Polizisten hätten mehrfach geschossen, so die Staatsanwaltschaft, der Mann habe aber zunächst nicht gestoppt werden können. Erst nach einer Verfolgungsjagd sei der 40-Jährige in Walldürn festgenommen worden.

Der 40-Jährige, der auch in anderen Ländern Straftaten begangen haben soll, kam zunächst in Untersuchungshaft. Weil er aber psychisch auffällig sein soll, wurde er später in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. In dem Prozess wird nun auch geklärt, ob die Schuldfähigkeit des Mannes zu den Tatzeiten eingeschränkt oder sogar aufgehoben war. Im Fall der Schuldfähigkeit und einer Verurteilung droht ihm allerdings eine lange Haftstrafe - und womöglich Sicherungsverwahrung, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vor dem Prozess sagte.

Update vom 12. Dezember, 10.47 Uhr: Staatsanwaltschaft Schweinfurt erhebt Anklage

Rund ein halbes Jahr nach einem Überfall auf einen Geldtransporter in Franken hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt einen Tatverdächtigen angeklagt. Dem 40-Jährigen werden schwerer Raub und räuberische Erpressung in vier Fällen zur Last gelegt, wie die Behörde mitteilte.

Der damals maskierte Täter soll am 20. Juni nach dem Überfall vor einer Bank in Kolitzheim (Landkreis Schweinfurt) nach Baden-Württemberg geflohen sein - mit einer geladenen Schusswaffe eines der Mitarbeiter des Geldtransportunternehmens. Dort soll er einen Tag später in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) in ein Autohaus eingebrochen sein und versucht haben, einen Tresor zu knacken. Als die Polizei eintraf, entkam der Beschuldigte den Ermittlern zufolge mit seinem Fahrzeug.

Überfall auf Geldtransporter in Franken - Verdächtiger schuldunfähig?

Zweimal sei der Verdächtige anschließend im Grenzbereich Bayern/Baden-Württemberg durch eine Polizeistreife gestellt worden - jedoch sei es dem Mann in beiden Fällen mit Tricks und erheblicher Gewalt gelungen, das Polizeifahrzeug zu entwenden und seine Flucht fortzusetzen. Die Polizisten hätten mehrfach geschossen, so die Staatsanwaltschaft, konnten den Mann aber nicht aufhalten. Der mutmaßliche Räuber wurde schließlich nach einer Verfolgungsjagd in Walldürn-Hornbach festgenommen. An den beiden Streifenwagen entstand unter anderem durch die Fahrweise des Verdächtigen ein Gesamtschaden von etwa 55.000 Euro. Geld soll der Mann bei dem Überfall auf den Geldtransporter nicht erbeutet haben, da weiteren Mitarbeitern mit dem Transporter die Flucht gelungen sei.

Der 40-Jährige aus Tunesien, der auch in anderen Ländern Straftaten begangen haben soll, kam zunächst in Untersuchungshaft. Weil er aber psychisch auffällig sein soll, wurde er mittlerweile in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Sollte das Landgericht Schweinfurt die Anklage zulassen, muss laut Staatsanwaltschaft in dem Prozess geklärt werden, ob die Schuldfähigkeit des Mannes zu den Tatzeiten eingeschränkt oder sogar aufgehoben war. Dann käme er wahrscheinlich in einer psychiatrischen Klinik unter. Im Fall der Schuldfähigkeit und einer Verurteilung drohten ihm allerdings eine langjährige Freiheitsstrafe und womöglich eine anschließende Sicherungsverwahrung.

Update vom 23. Juni 2025, 18 Uhr: Polizei nimmt Tatverdächtigen nach Raubüberfall auf Geldtransporter fest

Am Freitag (20. Juni 2025) hatte sich im Landkreis Schweinfurt ein Überfall auf einen Geldtransporter ereignet. Die Polizei konnte im Rahmen ihrer Ermittlungen im Zuge eines anderen Einsatzes einen Tatverdächtigen festnehmen.

Daraufhin ordnete ein Richter die Untersuchungshaft an. Der Überfall, der am Freitagvormittag im Lachenbrunnweg stattfand, löste eine umfassende Fahndung nach dem Täter aus. Am darauf folgenden Samstag wurde im Bereich der Polizeiinspektion Buchen ein Einsatz wegen eines Einbruchs in ein Autohaus gemeldet. In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Mosbach und des Polizeipräsidiums Heilbronn heißt es, dass bei diesem Einsatz ein männlicher Tatverdächtiger vorläufig festgenommen wurde.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergaben Hinweise darauf, dass der festgenommene Mann aus dem Raum Buchen höchstwahrscheinlich auch für den Überfall auf den Geldtransporter verantwortlich sein könnte. Die Ermittlungen werden in diesem Zusammenhang intensiv weitergeführt.

Ursprungsmeldung vom 20. Juni 2025: Raubüberfall auf Geldtransporter im Kreis Schweinfurt - so wird der Täter beschrieben

Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter wird im unterfränkischen Kolitzheim (Kreis Schweinfurt) nach einem bewaffneten Täter gefahndet. Das bestätigte eine Polizeisprecherin gegenüber inFranken.de.  Dabei ist auch ein Hubschrauber im Einsatz.

Den Angaben zufolge überfiel der maskierte Täter das Fahrzeug am Freitag (20. Juni 2025) gegen 9.30 Uhr im Lachenbrunnweg im Ortsteil Unterspiesheim vor einer Bankfiliale. Beim Einsteigen des Wachpersonals wurde der Fahrer unter Androhung einer Schusswaffe körperlich angegangen und leicht verletzt. Sein konnte sich mit dem Bargeld im Inneren des Fahrzeugs sichern. Anschließend floh der Täter in einem schwarzen Passat mit ausländischen Kennzeichen in eine unbekannte Richtung, jedoch ohne die erhoffte Beute.

Die Polizei betont, dass der Täter noch immer auf der Flucht und eventuell mit einer scharfen Schusswaffe bewaffnet sei. Er wird wie folgt beschrieben: 

  • männlich
  • circa 30 bis 40 Jahre alt
  • circa 1,70 bis 1,80 Meter groß
  • südländisches Erscheinungsbild
  • mit einer kurzen schwarzen Hose und einer Maske bekleidet

Die Ermittlungen laufen. Die Polizei sucht nach Zeugen und wendet sich mit folgenden Fragen an die Öffentlichkeit: 

  • Wer hat Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Raubüberfall gemacht?
  •  Wer hat im Vorfeld oder nach der Tat eine Person oder den schwarzen Passat wahrgenommen?

Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09721/202-1731 zu melden. 

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