Gesundheitsamt meldet Tuberkulose-Fall an fränkischer Schule – Jugendliche in Isolation

2 Min

In Franken ist eine Schülerin an Tuberkulose erkrankt. Das Gesundheitsamt hat umfassende Vorsorgemaßnahmen eingeleitet.

Eine Schülerin des Gymnasiums Wendelstein (Kreis Roth) ist an Tuberkulose erkrankt. Das teilt das Landratsamt Roth mit. Das Gesundheitsamt gehe dem Fall aktuell nach und habe bereits umfassende Maßnahmen eingeleitet. 

Wie der Leiter des Gesundheitsamts Roth-Schwabach, Dr. Stefan Schmitzer, mitteilt, befindet sich die betroffene Jugendliche aktuell im Krankenhaus in Isolation. Ihr gehe es nach derzeitigem Wissensstand "verhältnismäßig gut". Zudem habe man eine vorsorgliche Testung aller Kontaktpersonen im schulischen Umfeld anberaumt und die betroffenen Familien der Schülerinnen und Schüler über notwendige Maßnahmen informiert. Die Gesundheitsbehörde und die Schulleitung arbeiten demnach eng zusammen, um eine zeitnahe Untersuchung der betroffenen Personen zu ermöglichen.

Schülerin im Kreis Roth an Tuberkulose erkrankt – Gesundheitsamt ergreift Maßnahmen

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird und in den meisten Fällen die Lunge befällt. Nach Angaben des Deutschen Zentralokomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose gilt die Krankheit in Deutschland als meldepflichtige Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz. 

Das sind Tuberkulose-Symptome:

Bei Betroffenen verursacht Tuberkulose Beschwerden wie:

  • länger anhaltenden Husten mit oder ohne Auswurf
  • Gewichtsabnahme
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • leichtes Fieber
  • Nachtschweiß
  • selten Bluthusten

Nicht alle Patienten fühlen sich krank. Besonders zu Beginn der Erkrankung können Symptome nur gering ausgeprägt sein oder sogar fehlen.

Gefahr für Kinder größer als für Erwachsene

Tuberkulose ist prinzipiell schwer übertragbar. Je enger und häufiger der Kontakt zu einer ansteckenden Person ist, desto höher ist das Risiko. Kinder haben zudem ein höheres Risiko als Erwachsene, schwer zu erkranken, weil ihr Immunsystem weniger entwickelt ist als das von Erwachsenen.

Obwohl Tuberkulose medikamentös gut zu behandeln und in der Regel heilbar ist, ist sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die "am häufigsten zum Tode führende Infektions­krankheit durch einen einzelnen Erreger".

Auch in Deutschland ist Tuberkulose demnach "eine Krank­heit von großer Relevanz für die öffentliche Gesund­heit". Die Zahl der dem RKI übermittelten Fälle ist 2025 um circa 8 Prozent gegenüber 2024 zurück­gegangen. 2025 waren es nach vorläufigen Angaben 4070 Fälle, nach 4408 Fällen im Jahr 2024. Allerdings sei ein jährlicher Rück­gang von deutlich über zehn Prozent erforderlich, um das weltweit gemein­same Ziel der Elimination der Tuberkulose bis 2050 auch in Deutschland zu erreichen.

Nach Tuberkulose-Fall an fränkischer Schule: Gesundheitsamt-Leiter gibt teilweise Entwarnung

Wie der Leiter des Gesundheitsamts Roth-Schwabach, Dr. Stefan Schmitzer, erklärt, bestehe im aktuellen Fall grundsätzlich jedoch kein Grund zur Sorge. Eine erkrankte Person sei bei wirksamer medizinischer Behandlung meist schon nach einigen Wochen nicht mehr ansteckend.

Wenn in der Umgebungsuntersuchung eine Infektion mit Tuberkuloseerregern festgestellt werde, die Person aber nicht erkrankt sei, werde in der Regel eine vorbeugende Behandlung mit speziellen Medikamenten eingeleitet, um ein späteres Ausbrechen der Erkrankung zu verhindern. Eine Übertragung durch Menschen, die mit einem an ansteckender Tuberkulose Erkrankten Kontakt hatten und nicht selbst erkrankt sind, ist demnach nicht möglich.

Gemäß Tuberkulose-Leitlinien ist bei Kindern und Jugendlichen nach acht bis zwölf Wochen eine zweite Testung erforderlich, selbst, wenn der erste Test negativ ausgefallen sein sollte. Erst nach dieser Zeit könne bei Kontaktpersonen eine Ansteckung sicher ausgeschlossen oder nachgewiesen werden.

Weitere Informationen zum Thema gibt es beim Infektionsschutz des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

Vorschaubild: © Silas Stein/dpa/Symbolbild