"Ich bin, seitdem ich laufen kann, Fußballer“, erzählt Fabian Harrer. Der 28-Jährige war Torwart und Kapitän beim DJK 70 Weinsfeld, ein Verein in Hilpoltstein im Landkreis Roth. Damit ist erstmal Schluss, denn bei Fabian wurde Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Um die aggressive Krankheit zu bekämpfen ist eine kostspielige Therapie notwendig. Auf seinem bevorstehenden Weg ist er jedoch nicht allein: Unter dem Hashtag #gemeinsamfürfabi sammeln Freunde und Vereine Geld. Die Resonanz überwältigt alle.

"Vor ein paar Monaten habe ich Rückenschmerzen bekommen", erzählt Fabian. Als diese nach mehreren Monaten immer noch nicht verschwunden waren, entschloss der 28-Jährige, sich untersuchen zu lassen. Nachdem er ein paar Arztpraxen durchlaufen hatte, bekam er Ende November 2020 schließlich die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs.

"Am Boden und niedergeschlagen": Familienvater (28) erhält Krebsdiagnose

Nach Feststellung der Krankheit sei er "erstmal am Boden und niedergeschlagen" gewesen, berichtet der Vater einer gerade einmal zehn Monate alten Tochter. Gleichwohl konnte Fabian mit der Gewissheit der Krebsdiagnose nun eine Therapie beginnen und so gegen die Krankheit vorgehen.

Die Chemotherapie zog allerdings nur einen massiven Gewichtsverlust nach sich. Als eine weitere Therapie ebenfalls nicht wie gewünscht angeschlagen hatte, versuchten die Ärzte, Fabian durch onkolytische Viren zu behandeln. Diese Therapie lieferte endlich die ersehnten positiven Resultate.

Die ersten Ergebnisse sind zwar vielversprechend, jedoch ist die Therapie mit den speziellen Viren auch sehr kostspielig. Rund 10.000 Euro pro Monat kostet es, sich die Viren gezielt spritzen zu lassen, wie aus dem Post zur Spendenaktion hervorgeht. Eine Menge Geld für Fabians junge Familie. Zum Glück sind sie nicht komplett auf sich alleine gestellt.

Krebserkrankung: Idee für Spendenaktion "spontan am Sofa entstanden"

"Ich habe am Abend auf dem Sofa gesessen und einen Spendenaufruf vom DJK 70 Weinsfeld gesehen. Da dachte ich mir: Irgendwie muss da mehr gehen", erzählt Christian Herzog infranken.de. Er ist ein Freund und Arbeitskollege von Fabian und hat den Hashtag #gemeinsamfürfabi ins Leben gerufen. Das Ganze sei "spontan am Sofa entstanden".

Damit sich Vereine an der Spendenaktion beteiligen, ließ sich Christian von einem Freund vier bunte Soli-Eintrittskarten entwerfen. Mit denen fuhr er laut seiner Schilderung noch am selben Tag in die Druckerei, um 2500 Exemplare in Auftrag zu geben. Als die Druckerei von seinem Anliegen hörte, stellte sie die Karten prompt kostenlos zur Verfügung. Die Tickets mit dem Spendenaufruf können interessierte Vereine nun für ihre Spiele nutzen.

Andere Aktionen seien jedoch auch erwünscht, das Konzept könne sich jeder selbst überlegen. Während einige Vereine das Eintrittsgeld spendeten, wurde andernorts eine Tombola gestartet. Auch Menschen außerhalb von Vereinen sammelten fleißig Geld, sodass Christian laut eigenen Angaben auf einen erfolgreichen Start von #gemeinsamfürfabi blicken kann.

Familie wichtigste Stütze: "Meine Frau und meine Tochter geben mir viel Kraft"

"Ungefähr 7000 bis 7500 Euro sind bei der ersten Aktion zusammengekommen", berichtet Christian stolz. Bislang haben sich sechs Vereine beteiligt - in Zukunft sollen es noch mehr werden. Die erste Reichweite sei über private Kontakte organisiert worden. Kontakte zu anderen Vereinen und Spielern habe man ohnehin: "Das zeigt, wie schön so eine Sportart verbinden kann. Dabei geht es nicht um den Verein. Und alle ziehen an einem Strang."

Die wichtigste Stütze für Fabian indes ist ihm zufolge seine Familie: "Meine Frau und meine Tochter geben mir viel Kraft", berichtet der junge Familienvater. Von der Resonanz der eigens für ihn auf die Beine gestellten Aktion #gemeinsamfürfabi ist er begeistert: "Bombastisch! Sowas ist einfach phänomenal. Fußball funktioniert nur gemeinsam - nur als Team. Und das zeigt, wie das zusammenschweißt."  Allen helfenden Menschen möchte er "Danke! Danke! Danke!", sagen.

Fabian hofft derweil, dass die Welle der Hilfsbereitschaft jetzt nicht abebbt. Denn die Therapie muss noch für einige Zeit durchgezogen werden. Unabhängig von seiner eigenen Krebserkrankungen hofft er, ein Zeichen setzen zu können und mehr Sensibilität für die Krankheit in der Gesellschaft zu erreichen. Über sich selbst sagt er: "Ich bin eine Frohnatur! Ich will leben. Ich will alles dafür tun, dass ich das überstehe. Und ich glaube daran, dass ich das schaffe."

Spendenkonto

Wer Fabian Harrer im Zuge seiner Therapie finanziell unterstützen will, kann an den "Freundeskreis Roter Schwan“ spenden:

  • "Freundeskreis Roter Schwan“
  • IBAN: DE 34 764 50 0000 221 079 122
  • Bank: Sparkasse Mittelfranken Süd
  • Verwendungszweck: Fabian Harrer

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