Roth: Tamara entwickelt nach Organspende kuriose Gelüste auf Weißwürste
Autor: Antonia Kriegsmann
Roth, Freitag, 04. Februar 2022
Tamara aus Roth hat im vergangenen Jahr ein neues Herz bekommen - und berichtet über eine kuriose Lust auf Weißwürste, die sie nach ihrer Transplantation verspürt hat. Die junge Fränkin ist nach ihrer lebensrettenden OP aber vor allem eins: dankbar.
Leben nach der Organspende: Mit nur 24 Jahren hatte Tamara Schwab aus Roth ihren ersten Herzstillstand, den sie nur knapp überlebte. Sie war im Fitnessstudio plötzlich zusammengebrochen. Glücklicherweise wurde sie von mehreren Männern so lange wiederbelebt, bis der Notarzt kam. Damals gingen die Ärzte davon aus, dass Tamara eine Erkältung verschleppt und daraufhin eine Herzmuskelentzündung bekommen hat.
Drei Jahre lang geht ihre Odyssee weiter. Ihr wird unter anderem ein Defibrillator eingesetzt, sie erleidet im Urlaub einen weiteren Herzstillstand und bekommt schließlich eine neue Diagnose: Sie hat einen sehr seltenen Gendefekt. Ihr Herz ist mittlerweile so stark beschädigt, dass für sie nur noch ein neues Herz infrage kommt. Im Sommer 2021 ist es dann so weit: Tamara bekommt ein Spender-Herz implantiert. Sie berichtet inFranken.de, dass sie unglaublich dankbar für ihr "zweites Leben" ist und erzählt, dass sie einen Monat nach der OP eine merkwürdige Lust auf Weißwürste entwickelt hat.
Nach Organspende: Tamara entwickelt kuriose Lust auf Weißwurst
Am 1. August 2021 hat Tamara Schwab ein neues Herz bekommen. Sie ist darüber überglücklich und meint, es gäbe keinen Tag, an dem sie nicht an ihren Helden denke. "Gerade an Weihnachten und Silvester habe ich viel an seine Angehörigen gedacht", erzählt sie. Sie frage sich, wie es der Familie in dieser Zeit wohl gehe. "Denn da fehlt ja jetzt eine Person." Sie sei wahnsinnig dankbar für ihr Herz und wolle der Familie des Organspenders gerne einen Dankesbrief schreiben.
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Sie könne diesen dann an die Klinik übergeben, welche sich dann mit der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) in Verbindung setzen und den Brief an die Familie des Spenders schicken - falls diese einer Kontaktaufnahme zustimmen. Wenn sie dies tun, wird Tamara darüber benachrichtigt, dass sie den Brief erhalten haben. Tamara überlege aktuell noch, wie sie den Brief genau schreibe, denn sie wolle auch keine "Wunden aufreißen". Tamara ist sich sicher, dass ihr Organspender ein Mann sei - ihr persönlicher "Held", wie sie mehrmals betont.
Die Rotherin hat häufig ähnliche Fragen nach ihrer Organspende erhalten. So haben sie viele gefragt, ob sie sich mit dem gespendeten Herz anders fühle. Tamara erzählt dazu lachend, dass sie nach der OP plötzlich keine Süßigkeiten mehr essen wollte, aber dafür auf etwas anderes starke Lust hatte - nämlich Weißwurst. Und dabei sei sie eigentlich keine große Fleischesserin. Dies habe sich aber nach vier Wochen wieder gelegt, meint sie und sie glaube eigentlich nicht, dass sie eine andere Person geworden sei.
Aktuell lebt Tamara bei ihrem Vater in Roth und schreibt an ihrem zweiten Buch zu ihrer Geschichte. Wer mehr über sie und ihre Geschichte erfahren möchte, findet weitere Informationen auf ihrer Website.